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Sixt nutzt Merkel-Meme Von wegen "sooo eine Dividende"

Ein Foto von Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama geht um die Welt. Der Autovermieter Sixt springt auf den Social-Media-Trend auf – und überverkauft die Ausschüttung an die Aktionäre.

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Sixt schüttet eine Dividende von 1,20 Euro je Stammaktie aus. Das ist in Ordnung, aber gewiss nicht die „größte Dividende aller Zeiten“.

Normalerweise nutzt der Autovermieter viel beachtete Fotos dazu, seine Produkte zu bewerben. Das weit verbreitete und oft veralberte Foto („Meme“) von Angela Merkel in einer Diskussion mit US-Präsident Barack Obama nutzt das Unternehmen jetzt aber, um auf die Dividende hinzuweisen, die Sixt an die Aktionäre ausschüttet.

Im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs am Mittwoch zahlt Sixt eine Dividendenrendite von etwas über drei Prozent. Das ist ordentlich, aber im SDAX – dem Vergleichsindex, in dem der Wert notiert ist – gibt es andere Werte die glänzen.

Die aufsehenerregendsten Kampagnen von Sixt
Sixt ist bekannt für seine Werbemotive. Doch nicht aus jeder frechen Idee wird eine Anzeigenkampagne. Dieses Motiv zum Beispiel wurde verworfen. Der Entwurf thematisiert den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident. Grindel war Anfang April wegen der Annahme einer Luxus-Uhr von einem ukrainischen Oligarchen als Präsident des Deutschen Fußballbunds zurückgetreten, am 10. April gab er auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa ab. Eine hohe Schadenersatzzahlung wollte Sixt nicht riskieren – denn Grindel wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe.
Wegen des Motiv einer von einer Cabriofahrt zerzausten Angela Merkel gab es schon einmal Ärger für die Familie Sixt. Erich Sixt präsentierte sich im Februar 2019 vor dem Bild. Das Unternehmen testet seit längerem die Anmietung und Abholung von Mietautos per App. Quelle: dpa
Sixtwerbung zu CSU-Chef Horst Seehofer Quelle: Screenshot
Sixtwerbung zu AfD-Vize Gauland Quelle: Screenshot
Sixt Merkel Quelle: Screenshot
Auch, als im April 2015 zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen. Quelle: Screenshot
Zum neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt". Quelle: Screenshot

So liegen etwa die Online-Bank Comdirect (Dividendenrendite 4,22 Prozent), das Immobilienunternehmen Alstria (4,3 Prozent) und Amadeus Fire (4,5 Prozent) sowie eine Handvoll anderer Werte deutlich vor Sixt.

Auch bei der Aktienperformance sticht Sixt nicht hervor. Das Papier hat in den vergangenen zwölf Monaten zwar 22 Prozent zugelegt. Doch deutlich besser haben sich im SDax etwa Ströer Media (+180 Prozent), Zooplus (+124 Prozent), Patrizia Immobilien (+117,6 Prozent) oder Capital Stage (+83 Prozent) entwickelt.

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