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Soziale Netzwerke Parler verklagt Amazon wegen Abschaltung auf seinen Servern

Wegen Amazons Entscheidung, die bei Trump-Anhängern beliebte Twitter-Alternative Parler von seinen Servern zu werfen, droht jetzt ein Gerichtsverfahren. Quelle: dpa

Parler will zurück: Die Twitter-Alternative hat Amazon verklagt, weil der Internetriese dem Unternehmen nach dem Sturm auf das US-Kapitol die Server gesperrt hat.

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Die bei Anhängern von US-Präsident Donald Trump beliebte Twitter-Alternative Parler geht gerichtlich gegen die Sperrung ihrer Plattform auf den Servern von Amazon vor. In der am Mittwoch (Ortszeit) bekanntgewordenen Klageschrift fordert das Unternehmen, dass Amazon Web Services die Abschaltung zurücknehmen und den Dienst wieder online schalten solle. Amazon habe seinen Vertrag gebrochen, indem es das Unternehmen abgeschaltet habe.

Amazon hatte, wie zuvor bereits Google und Apple, das Herunterladen der Blog-App blockiert. Die Unternehmen führten an, dass die Plattform keine ausreichenden Regelungen zum Schutz vor gefährlichen Inhalten biete. Amazon nannte als Beispiel Beiträge wie „Nur ein toter Demokrat ist ein guter Demokrat. Kill'em all.“ Parler betonte nun, die meisten problematischen Beiträge seien entfernt worden. Beleidigungen – wie etwa gegen die ehemalige First Lady Michelle Obama – seien zwar hasserfüllt, aber durch die Verfassung geschützt.

Der Tech-Konzern konterte in seiner Antwort auf die Klage, er sei durchaus berechtigt gewesen, Parler den Zugang zu seinen Servern zu entziehen. Der Vertrag habe vorgesehen, dass der Dienst Beiträge mit rechtswidrigen Inhalten wie etwa Aufrufen zu Gewalt, unverzüglich löschen müsse, wenn er von ihnen erfahre. Parler habe das wiederholt versäumt.



Twitter hatte am Freitag Trumps privaten Account dauerhaft gesperrt. Wenige Tage nach dem Sturm aufs Kapitol durch Trump-Anhänger begründete der Kurznachrichtendienst den Schritt damit, dass Trumps jüngste Tweets das Risiko einer weiteren Anstiftung zu Gewalt erkennen ließen. Aufgebrachte Trump-Befürworter hatten am Mittwoch voriger Woche das Kapitol, den Sitz des amerikanischen Parlaments, erstürmt. Fünf Menschen – darunter ein Polizist – starben im Zusammenhang mit den Ausschreitungen, die weltweit für Entsetzen sorgten. Trump hatte zuvor Tausende seiner Anhänger über seine Social-Media-Kanäle aufgefordert, zum Kapitol zu marschieren, wo die Wahl seines Rivalen Joe Biden gerade offiziell bestätigt werden sollte.

Mehr zum Thema: Trump braucht nach dem Twitter-Rausschmiss neue Kanäle. Da bietet sich die US-Plattform Parler an. Was es mit dem Netzwerk auf sich hat – und welche Superreichen es finanzieren.

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