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Sparkassen Deka- und Helaba-Zahlen driften vor möglicher Fusion auseinander

Die Dekabank steuert auf einen deutlichen Gewinn für 2020 zu. Der mögliche Fusionspartner Helaba hat indes einen Verlust zuletzt nicht ausgeschlossen.

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Die Deka profitiert davon, dass Anleger angesichts erholter Märkte die Produkte des zentralen Fonds-Anbieters der Sparkassen-Gruppe stärker nachgefragt haben. Quelle: dpa

Wie die Dekabank am Mittwoch mitteilte, erzielte sie in den ersten drei Quartalen ein wirtschaftliches Ergebnis von 222 Millionen Euro, verglichen mit 385 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Belastend wirkten beim Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe ein Anstieg der Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 83 Millionen Euro sowie Pensionsrückstellungen.

„Angesichts der Rahmenbedingungen ist das wirtschaftliche Ergebnis nach neun Monaten sehr solide“, erklärte Vorstandschef Georg Stocker. Die Coronakrise und mögliche Kreditausfälle hatten zuletzt viele Finanzdienstleister unter Druck gesetzt. Als wirtschaftliches Ergebnis bezeichnet die Deka den Vorsteuergewinn, der jedoch in einigen Punkten von IFRS-Standards abweicht.

Erste Gespräche mit der Helaba zu einer Fusion waren Anfang des Jahres auf Eis gelegt worden. Das Sparkassen-Lager, zu dem die Deka gehört, will sich erst einmal um die Bewältigung der Pandemie kümmern. Helaba-Chef Thomas Groß hatte das im September als richtig bezeichnet, gleichzeitig aber für die Fusion geworben. „Wir sind nicht nur abstrakt davon überzeugt, dass eine Konsolidierung Sinn macht“, sagte er.

Die Helaba war im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Vorsteuerverlust lag bei 274 Millionen Euro. Die Dekabank erreichte mit Blick auf diesen Zeitraum ein wirtschaftliches Ergebnis von plus 163 Millionen Euro, auch wenn die Kennzahlen der beiden Unternehmen nicht direkt vergleichbar sind. Einen Bericht zum dritten Quartal plant die Helaba nicht.

Trotz wirtschaftlicher Belastungen aus der Corona-Pandemie erwartet die Deka auch im vierten Quartal ein positives wirtschaftliches Ergebnis, wie sie am Mittwoch erklärte. Das Gewinn für das Gesamtjahr 2020 werde aber unter dem des Vorjahres von 434 Millionen Euro liegen. Die Helaba hatten bei der Vorlage der Halbjahreszahlen erklärt, ein Verlust für 2020 könne nicht ausgeschlossen werden.

Die Deka profitiert davon, dass Anleger angesichts erholter Märkte die Produkte des zentralen Fonds-Anbieters der Sparkassen-Gruppe stärker nachgefragt haben. So verdoppelten sich die Netto-Zuflüsse in den ersten neun Monaten auf 25,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 16,2 Milliarden auf das Geschäft mit institutionellen Kunden, der Rest auf private Anleger.

Die harte Kernkapitalquote der Deka betrug Ende September 14,6 Prozent. Sie lag damit über dem Wert von Ende 2019, der sich auf 14,2 Prozent belief. Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern sank auf 6 Prozent. Eigentümer des Unternehmens sind ausschließlich regionale Sparkassenverbände.

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