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Sparkassen Smartphone-Konto Yomo wird zum Fiasko

Die Banking-App Yomo sollte die Antwort der Sparkassen auf die Konkurrenz durch Fintecs sein. Doch Deutschlands größte Sparkasse steigt aus.

Haspa verschiebt Einführung: Sparkassen-App Yomo verzögert sich Quelle: dpa

Ein Konto nur auf den Smartphone eröffnen und führen. Mit der App „Yomo“ wollen die Sparkassen so Fintechs Konkurrenz machen, doch die neue „Mobile-Bank“-Initiative entwickelt sich offenbar zum Fiasko. Dem Internetportal „Finanz-Szene.de“ zufolge, hat sich die Haspa – und damit die größte Sparkasse hierzulande – zumindest vorübergehend aus dem Projekt zurückgezogen. Statt auf Yomo wolle man sich zunächst auf die Umstellung des eigenen IT-Systems konzentrieren, bestätigte eine Sprecherin der Instituts. „Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, ein mobiles Konto für die junge Zielgruppe erst ab Mitte 2019 anzubieten.“ Doch selbst ob es sich bei diesem „mobilen Konto“ dann um Yomo handeln wird, ist offenbar unsicher. Denn parallel hat die Hamburger Sparkasse zuletzt diverse andere App-Projekte vorangetrieben, die sich womöglich zu einem eigenen neuen Konto-Angebot verknüpfen ließen. Auch die Bremer Sparkasse könnte dem Internetportal zufolge möglicherweise ausscheren. Eine Sprecherin des Instituts wollte sich dazu nicht äußern, ebenso wenig ein Sprecher von Yomo. Hier weitere Details – und was Haspa-Chef Vogelsang den Yomo-Machern so alles vorwirft.

Die App wurde ursprünglich von zehn großen Sparkassen finanziert. Weitere Sparkassen können sie ebenfalls erwerben und ihren Kunden anbieten, wenn sie eine Lizenz erwerben. Doch die Nachfrage war anfangs geringer als erhofft. Yomo ist ein Versuch der Sparkassen, zu verhindern, dass junge Kunden zu anderen Banken abwandern.

Auch bei dem zweiten großen Gemeinschaftsprojekt läuft es nicht rund. Der schwächelnde Bezahldienst Paydirekt der deutschen Banken und Sparkassen tauschte bereits im Dezember seine Führungsspitze aus. Seitdem sitzt dort der 47-Jährige Wirtschaftsinformatiker Christian von Hammel-Bonten auf dem Chefsessel.

Die deutschen Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute hatten Paydirekt im Herbst 2015 gegründet, um dem US-Konkurrenten Paypal im wachsenden Online-Handel entgegenzutreten und ihre Kundenbeziehungen zu schützen. Doch der Bezahldienst kam nur langsam in Fahrt.

Zuletzt blieb der Abstand auf Paypal groß. So hat Paydirekt zwar die Nutzerzahlen seit Jahresbeginn um 80 Prozent gesteigert und jüngst den Versandhändler Otto gewonnen, verzeichnet auf seiner Plattform aber erst rund 20 Prozent der wichtigsten Online-Händler in Deutschland. Mit 1,6 Millionen Kunden liegt Paydirekt zudem weit hinter Paypal zurück mit fast 19 Millionen Nutzern hierzulande.

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