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Sparkassen Strafzinsen für Vermögende könnten kommen

Bisher sind Strafzinsen für Privatkunden die absolute Ausnahme. Einige wenige Genossenschaftsbanken verlangen Negativzinsen für hohe Vermögen. Jetzt schließt auch Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon sie nicht mehr aus.

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Bisher verzichteten Sparkassen auf Strafzinsen für Privatkunden. Quelle: dpa

Während Strafzinsen für Unternehmen und Profianleger bereits üblich sind, sind sie bei Privatkunden die Ausnahme. Einige Volks- und Raiffeisenbanken verlangen auch für hohe Einlagen – ab 100.000 oder 500.000 Euro – auch von vermögenden Privatkunden einen solchen Negativzins.

Etwa die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee. Wer dort mehr als 100.000 Euro auf dem Tages- oder Girokonto parkt, muss einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Ein Beispiel, dem auch die Volksbank Stendal inzwischen gefolgt ist.

Womöglich gilt das bald auch für einige Sparkassen. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon jedenfalls mahnt zwar zur Vorsicht, kann sich aber vorstellen, dass die Geldhäuser von Vermögenden Strafzinsen - oft auch „Verwahrgebühr“ genannt - verlangen.

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RaiffeisenbankIn die Schlagzeilen schaffte es zuletzt die bayerische Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee. Diese verlangt von reichen Sparern, die mehr als 100.000 Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten lagern, künftig 0,4 Prozent Strafzinsen. Bankchef Josef Paul sagte am 11. August, er hüte 40 Millionen Euro, die von einem Tag auf den anderen abgehoben werden könnten und die er nicht verwerten könne. „Die liegen bei mir auf dem Zentralbankkonto und verursachen 0,4 Prozent Kosten“, sagte der Bankchef. „Ich kann nicht für jede Million 4000 Euro hinlegen.“ Er ist nicht der Einzige, der so denkt... Quelle: dpa
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Fahrenschon hält die Einführung von Strafzinsen für Privatkunden grundsätzlich für eine „Operation am offenen Herzen“ der Reputation der Sparkassen. „Das Grundvertrauen steht in Frage, wenn es für Einlagen nicht nur nichts gibt, sondern wenn man noch dafür etwas bezahlen muss“, sagte er auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Die Sparkassen sollten alle Anstrengung unternehmen, die Kunden vor Strafzinsen zu bewahren, so Fahrenschon. „Mir ist aber auch klar, dass niemand dauerhaft gegen betriebswirtschaftliche Grundsätze handeln kann. Dann sollten wir aber unsere Aufgabe als Sparkasse mindestens dadurch nachkommen, dass kleine Vermögen Schutz genießen.“ Der DSGV darf allerdings keinen Einfluss auf die Preispolitik der gut 400 deutschen Sparkassen ausüben.

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Auslöser für die Überlegung ist die Politik der Europäischen Zentralbank. Dort müssen Banken derzeit 0,4 Prozent Strafzins berappen, wenn sie überschüssige Liquidität über Nacht parken wollen. Als erstes Institut führte die Deutsche Skatbank schon Ende 2014 Strafzinsen ein - allerdings nur für vermögende Kunden. In bestimmten Fällen wird dort für kurzfristige Einlagen von mehr als 500.000 Euro ein Negativzins von 0,25 Prozent pro Jahr fällig.

Mit der Volksbank Niederschlesien gibt es seit kurzem eine Bank, die von Kleinsparern Gebühren für das Tagesgeld verlangt. Mindestens fünf Euro Monatsgebühr werden seit kurzem für das Konto fällig. Damit bricht das kleine Geldhaus mit einem Tabu der Finanzbranche: Kleinsparer haben sich zwar daran gewöhnt, dass sie kaum noch Zinsen aufs Tagesgeld erhalten. Eine monatliche Kontoführungsgebühr mussten sie bislang aber nicht bezahlen. Der Bank zufolge nutzt derzeit kein einziger Kunde das gebührenpflichtige Tagesgeldkonto.

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