Steuerbetrug Finanzministerium schätzt Cum-Ex-Schaden auf 5,3 Milliarden Euro

Das als „Cum-Ex“ bekannte Vorgehen hat die Finanzämter laut Berichten mehr als 5 Milliarden Euro gekostet. Steuerfahnder ermittelten bereits in 417 Fällen. Ein Teil der Summe sei schon erfolgreich zurückgefordert worden.

MünchenBanken und andere Verdächtige haben einem Medienbericht zufolge die Finanzämter mit Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag um mehr als fünf Milliarden Euro gebracht. Staatsanwälte und Steuerfahnder ermittelten inzwischen in 417 Fällen, in denen es um Steuerhinterziehung in Höhe von insgesamt 5,3 Milliarden Euro gehe, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ sowie die Sender NDR und WDR am Mittwochabend unter Berufung auf Angaben des Bundesfinanzministeriums.

Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Frühere Schätzungen waren sogar von einem Steuerschaden von zehn Milliarden Euro ausgegangen.

Mit dem unter dem Namen „Cum-Ex“ bekannten Vorgehen ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank zweimal erstatten. Steuerexperten hatten dies lange als legalen Steuertrick erachtet, seit einigen Jahren bewerten Ermittler und Strafverfolger „Cum-Ex“ aber fast einhellig als Steuerhinterziehung. Ein höchstrichterliches Urteil gibt es dazu bislang nicht.

Laut Bundesfinanzministerium haben die Finanzämter bisher 2,4 Milliarden Euro erfolgreich zurückgefordert oder wegen der Verdachtsmomente gar nicht erst ausgezahlt, wie es in dem Bericht weiter heißt. Die Zahl der Verdachtsfälle sei zuletzt stark gestiegen: von 259 im Oktober auf 417 im Januar.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat dem Bericht zufolge mehrere Banken im In- und Ausland in den vergangenen Wochen und Monaten aufgefordert, reinen Tisch zu machen. Wer nicht kooperiere und den Steuerschaden wiedergutmache, müsse mit Gefängnisstrafen rechnen. Die Ermittlungsbehörde wollte sich laut Zeitung dazu nicht äußern.

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