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Strafzinsen Dänische Jyske Bank führt negative Zinsen für Großvermögen ein

Kunden mit Vermögen ab 7,5 Millionen Kronen sollen dafür zahlen, ihr Geld bei der Jyske Bank zu deponieren. Es ist unklar, wie viele Kunden betroffen sind.

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Seit Mitte Juni 2014 müssen Geschäftsbanken Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Quelle: Iconica/Getty Images

Stockholm Erstmals will eine Bank in Dänemark Spareinlagen vermögender Privatkunden mit Negativzinsen belegen. Jyske Bank, eines der führenden Geldhäuser des skandinavischen Landes, kündigte am Donnerstag ein entsprechendes Vorgehen für Einlagen von mehr als 7,5 Millionen Kronen (etwa gut 1 Mio Euro) an. Als Grund nannte Bankenchef Anders Dam das Umfeld der negativen Zinssätze, das den dänischen Markt seit dem Frühjahr 2012 treffe. Demnach müssen Kunden mit Vermögen ab dieser Größenordnung Geld dafür bezahlen, ihre Millionensummen in der Bank zu deponieren. Unklar blieb zunächst, wie viele Kontoinhaber davon betroffen sein werden.

Die Höhe des Strafzinses werde mit jedem Kunden individuell festgelegt, sagte Dam einer Mitteilung zufolge. Falls keine Einigung auf eine Höhe erfolgt, liege der Strafzins bei minus 0,6 Prozent pro Jahr. Das Umfeld der negativen Zinsen sei nur 2014 unterbrochen worden und scheine nun von eher dauerhafter Natur, fügte Dam hinzu.

Dänemark ist zwar Mitglied der Europäischen Union, gehört aber nicht der Eurogruppe an. Die Zentralbank des Landes zeichnet für gewöhnlich die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nach. Seit Mitte Juni 2014 müssen Geschäftsbanken Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Aktuell sind es 0,4 Prozent. Die Währungshüter wollen die Institute dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben. Dies soll die Wirtschaft ankurbeln und zugleich die Inflation anheizen. Einzelne Häuser geben die Strafzinsen der EZB bereits seit einiger Zeit an Unternehmen und vermögende Privatkunden weiter.

Mehr: Der Bundesobmann der Sparkassen sieht Negativzinsen für private Kunden kritisch. Sparkassenvorstände sollten prüfen, ob sie langfristige Sparverträge kündigen.

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