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Strategie Deutsche Bank prüft Einsparungen im Investmentbanking

Einschnitte in der Investmentbank der Deutschen Bank werden immer wahrscheinlicher. Das Geldhaus setzt nun zu einer Detail-Prüfung der Einheit an.

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Die Investmentbanksparte war zuletzt regelmäßig Gegenstand der Generalkritik. Quelle: dpa

Frankfurt Die Deutsche Bank fahndet nach schwachen Geschäftsfeldern in ihrer Investmentbanking-Einheit. Derzeit werde jede Geschäftseinheit auf ihre Ertragsstärke hin angesehen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen, die damit Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigten. Man prüfe, ob man bestimmte Aktivitäten ausbauen oder zurückfahren wolle. Das Projekt laufe unter dem Namen „Colombo“, wie die Hauptstadt von Sri Lanka. Die Deutsche Bank kommentierte das nicht.

Das Investmentbank-Geschäft des Instituts war in den vergangenen Monaten durch schwache Erträge aufgefallen. In wichtigen Ranglisten ist die Deutsche Bank im Krisenjahr 2016 zurückgefallen und tut sich zum Teil schwer damit, nun wieder Marktanteile zurückzuerobern.

Die Sparte war in die Kritik geraten, weil die Bank in diesem Jahr den Investmentbankern trotz schwacher Erträge wieder hohe Boni zugewiesen hatte. Vorstandschef John Cryan hatte Anfang Februar betont, man betrachte die Boni als einmalige Investition, um gute Leute zu halten.

Nun sieht sich die Bank noch einmal gründlich an, wo sie weiterhin eine Aufholjagd wagen will – und wo sie eher einen Rückzug plant. Das gesamte Handelsgeschäft werde evaluiert, ist zu hören. Das gelte für den Aktien- wie den Anleihe-Handel und auch für bestimmte Regionen wie das US-Geschäft.

Es gebe aber keine Pläne, sich in großem Umfang aus ganzen Produktgruppen oder Märkten zu verabschieden. Es gehe um Anpassungen in einzelnen Geschäftsfeldern und die Frage, wo man etwas mehr oder etwas weniger machen könne. Im Aktienhandel etwa, wo die Bank mit Peter Selman gerade einen neuen Chef eingestellt hat, wären Einsparungen eher überraschend.

Die US-Geschäfte halten Skeptiker des Investmentbankings allerdings schon seit längerem als überdimensioniert. Dort gilt die Wettbewerbsposition der Bank verglichen mit ihren starken US-Wettbewerbern als besonders schwierig. Die Bank hat sich die Geschäfte dort bereits mehrfach angesehen.

Einschnitte in der Investmentbank hatten sich seit längerem angebahnt. Erst vor kurzem sickerte durch, dass die Bank im Investmentbanking 500 Stellen streichen will. Weitere Kürzungen seien geplant, hieß es damals bereits. Der Vorstand wolle, dass die Investmentbank effizienter wird und die Kosten dort sinken, ist zu hören.

Auf graduelle Anpassungen hatte vor kurzem bereits Finanzvorstand James von Moltke die Mitarbeiter und die Investoren eingestimmt. Das Geschäft solle in diesem Jahr gestutzt werden, so von Moltke auf einer Konferenz in London. Radikale Einschnitte halte er nicht für ratsam, weder für die Bank, noch für die Aktionäre.

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