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Studie Schweizer Banken sehen Risiken durch andauernde Negativzinsen

Negativzinsen seien wie ein Notfallmedikament, schreibt die Schweizerische Bankiervereinigung in einer Studie. Langfristig würden sie an Wirkung verlieren.

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In der Schweiz sind seit 2014 Negativzinsen in Kraft. Quelle: dpa

Negativzinsen verlieren einer Studie der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zufolge auf längere Sicht ihre gewünschte Wirkung. Sie bezieht sich bei ihrer Analyse ausdrücklich auf die Wirtschaft in der Schweiz, wo Negativzinsen seit 2014 in Kraft sind. „Während sich die wirtschaftlichen Eckwerte verbessert haben, nehmen die Nebenwirkungen und die Risiken für die Bevölkerung und die Wirtschaft zu“, betonte die SBVg am Donnerstag.

Die Regierung müsse Auswege aus dem Krisenmodus finden. „Negativzinsen sind vergleichbar mit einem Notfallmedikament: Kurzfristig können sie trotz Risiken einen großen Nutzen haben. Langfristig verlieren sie jedoch an Wirkung, während die Nebenwirkungen immer größer werden“, sagte SBVg-Chefökonom Martin Hess.

Bei Negativzinsen müssen Kontoinhaber für Guthaben ab einer bestimmten Höhe Gebühren an die Bank entrichten statt Zinsen dafür zu bekommen, dass die Bank mit dem Geld arbeitet. Im Euroraum müssen Geschäftsbanken inzwischen 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken.

Als Risiken sieht die SBVg die Gefahr der Blasenbildung in einzelnen Anlagenklassen. So seien wegen tiefer Renditen von festverzinslichen Anlagen die realen Preise von Immobilien auf Höchststände gestiegen. Niedrige Renditen gefährdeten zudem etwa Pensionskassen. Das habe Auswirkungen auf die Rentnerinnen und Rentner von morgen. Zudem würden anhaltende Negativzinsen von vielen Menschen mit einem „Krisenszenario“ gleichgesetzt. Sie könnten deshalb die Wirtschaftsaktivitäten hemmen.

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