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Studie von Oliver Wyman Nur jede Zwölfte überlebt – Studie prognostiziert Bankensterben

Die deutschen Banken stehen nach Einschätzung einer neuen Studie vor einem massiven Umbruch. Die Zahl der Institute werde drastisch sinken. Wie Geldhäuser ihr Überleben sichern können.

Viele Bankfilialen werden in den kommenden Jahren verschwinden. Quelle: dpa

BerlinIn Deutschland gibt es nach Einschätzung zahlreicher Experten zu viele Banken. Derzeit sind rund 1900 private Institute, Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Land aktiv – knapp 1000 davon sind genossenschaftliche Institute. Zwar sind die Zahlen besonders bei den Sparkassen und Volksbanken seit Jahren rückläufig, doch der große Umbruch steht erst noch bevor.

Nach einer aktuellen Studie der Berater von Oliver Wyman werden in zehn bis 15 Jahren lediglich noch 150 bis 300 Banken übrig bleiben. Als zentralen Treiber sieht Oliver Wyman die Digitalisierung der Finanzdienstleistungen an, die auch neue Wettbewerber auf den Plan ruft. Zudem wirken sich die kostenintensive Bankenregulierung sowie die Dauerniedrigzinsen aus.

Zwar seien die Erträge der Banken in Deutschland zwischen 2013 und 2016 mit 115 Milliarden Euro stabil geblieben. Dabei würden 60 Prozent auf Privat- und Geschäftskunden und ein weiteres knappes Viertel auf Firmenkunden entfallen. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutschen Banken wenig profitabel sind. Die Eigenkapitalrendite der Institute nach Steuern lag 2016 bei einem Prozent – die US-Institute kamen auf eine Rendite von neun Prozent.

Die digitale Entwicklung stelle die Institute vor neue Herausforderungen: „Banken sind nicht mehr zwingenderweise unangefochtener Herrscher über Kundenschnittstelle, Produktproduzent und Betreiber der darunterliegenden Plattformen“, heißt es in dem Bankenreport. Die Branche ist dabei, sich zu einem Ökosystem zu entwickeln, in dem Banken teilweise nur noch eine dieser Rollen spielen.

Zudem sind die Unternehmensberater davon überzeugt, dass sich auch das in Deutschland klassische Drei-Säulen-Modell so nicht halten wird. Vielmehr werde es ergänzt durch eine „vierte Säule“, bestehend aus ausländischen Banken, Finanz-Start-ups und globalen Technologiekonzernen wie Google, Amazon, Alibaba, Facebook oder Apple. „Durch ihre technologischen Fähigkeiten und ihre finanziellen Handlungsspielraum wird diese Gruppe eine besondere Bedrohung für traditionelle Bankenmodelle sein“, heißt es in dem Report, zumal sich auch die Erwartungshaltung der Kunden verändern würden.

Hilflos ausgeliefert sind deutsche Institute dem Veränderungsprozess nicht. Sie müssten sich allerdings entscheiden, welche Rolle sie künftig spielen wollen. Lokalen Banken stehe die Möglichkeit offen, als „Orchestratoren“ ihre geografische Nähe zum Kunden zu nutzen, Kooperationspartner einzubinden und sich so zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Ökosystems einer Region weiterzuentwickeln.

Überregionale Banken, die weder auf Kunden- noch auf Produktseite besondere Stärken ausbilden, „werden ihre Differenzierung verlieren und bei einer immer weiter erodierenden Profitabilität durch den zunehmenden Wettbewerb vom Markt verschwinden“, heißt es.

Künftig werde es weder für Zögerer unter den Banken keinen Platz mehr geben, als auch für Kreditinstitute, die das Geschäftsmodell „Telefonzelle im 21. Jahrhundert“ verfolgen, sind sich die Unternehmensberater sicher.

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