Suchmaschine Google will über 300 Verlagen Geld für News zahlen

Der US-Technologieriese will künftig Geld für journalistische Inhalte zahlen. Auch erste deutsche Verlage haben bereits Verträge unterschrieben.

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Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren. Quelle: Reuters

Google will mehr als 300 Verlegern in Deutschland, Frankreich und vier anderen EU-Ländern Geld für ihre Nachrichten zahlen. Zudem soll ein Tool eingeführt werden, um es anderen zu erleichtern, sich ebenfalls anzumelden, teilte das US-Unternehmen am Mittwoch in einem Blogpost mit.

„Bisher haben wir Vereinbarungen mit mehr als 300 nationalen, lokalen und spezialisierten Nachrichtenpublikationen in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Irland getroffen, und viele weitere Gespräche laufen noch“, sagte Sulina Connal, Google-Direktorin für Nachrichten- und Verlagspartnerschaften.

Zwei Drittel der Gruppe sind demnach deutsche Verlage, darunter „Spiegel“, Zeit“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Aus dem Blog ging nicht hervor, wie viel den Verlagen gezahlt werde.

Der Schritt folgt auf die Verabschiedung bahnbrechender EU-Urheberrechtsvorschriften vor drei Jahren, die Google und andere Online-Plattformen dazu verpflichten, Musiker, Künstler, Autoren, Nachrichtenverleger und Journalisten für die Nutzung ihrer Werke zu bezahlen.

Verlage zählen zu den schärfsten Kritikern von Google und drängen Regierungen seit langem, dafür zu sorgen, dass Online-Plattformen eine faire Vergütung für ihre Inhalte zahlen. Australien hat solche Zahlungen im vergangenen Jahr zur Pflicht gemacht, während Kanada im vorigen Monat eine ähnliche Gesetzgebung eingeführt hat. In Deutschland streiten Google und Verlage seit Jahren über die Auslegung des sogenannten Leistungsschutzrechts.

Das Tool bietet den Verlagen eine erweiterte Vereinbarung zur Nachrichtenvorschau. Dies soll es Google erlauben, gegen eine Lizenzgebühr Textausschnitte und Vorschaubilder – Snippets und Thumbnails – zu zeigen.

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