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Südamerika Venezuelas Wirtschaft in den vergangenen Jahren um fast 65 Prozent eingebrochen

Der Rückgang gehört nach Angaben des IWF zu den stärksten, die weltweit je erfasst wurden. Auch in Zukunft stehen die Zeichen auf Niedergang.

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Das südamerikanische Land ist stark von der Erdölförderung abhängig. Quelle: dpa

Washington Die venezolanische Wirtschaft ist seit 2013 um beinahe 65 Prozent zurückgegangen. Weltweit gehört der Rückgang damit zu den stärksten innerhalb eines Fünfjahreszeitraums, wie der Internationale Währungsfonds am Montag mitteilte. Er hatte Zahlen aus den vergangenen 50 Jahren miteinander verglichen.

Der Direktor der IWF-Fachabteilung für die Westliche Hemisphäre, Alejandro Werner, beschreibt Venezuela als „historischen Fall“. In dieser Weltregion sei er einmalig, und global außerdem der einzige Fall von wirtschaftlichem Niedergang, der nicht mit bewaffneten Konflikten oder natürlichen Katastrophen in Verbindung steht.

Der IWF passte seine Vorhersage für die weitere Schrumpfung der Wirtschaft des südamerikanischen Landes an, und geht nun von einem Rückgang von 35 Prozent aus. Im April war der IWF noch von 25 Prozent ausgegangen. Grund ist ein starker Verfall des Ölpreises, der auf dem niedrigsten Stand seit 70 Jahren ist. Venezuela verfügt über große Ölreserven und ist wirtschaftlich stark davon abhängig.

Die anhaltende Krise könne die Auswanderung von Venezolanern weiter antreiben, sagte Werner. Er geht davon aus, dass bis zum Jahresende bis zu fünf Millionen Menschen das Land verlassen haben. Der Exodus habe für Länder, die die Flüchtlinge aufnehmen, wie Kolumbien, wirtschaftlich einen leichten Aufschwung bedeutet, selbst nach den wirtschaftlichen Investitionen, die für die Unterstützung der 1,5 Millionen Migranten nötig waren.

Die Migration habe für die kolumbianische Regierung bedeutet, dass sie ihre steuerlichen Ziele absenken und die öffentlichen Ausgaben erhöhen musste, sagte Werner. „Das generiert einen positiven Effekt auf das Wirtschaftswachstum.“

Mehr: Landesweiter Stromausfall in Venezuela: Die Regierung spricht von einem elektromagnetischen Angriff, die Opposition macht hingegen Korruption und mangelhafte Wartung der Anlagen verantwortlich.

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