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Tarifverhandlungen Verdi fordert 4,5 Prozent mehr Gehalt für Bankangestellte

Verdis Forderungen liegen unter dem Ziel des Bankangestellten-Verbands. Weil die Banken unter Ertragsdruck rechnet die Gewerkschaft mit schwierigen Verhandlungen.

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Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert bei den anstehenden Tarifverhandlungen 4,5 Prozent mehr Gehalt für Bankangestellte. Quelle: REUTERS (M)

Verdi geht mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Gehalt in die anstehenden Tarifverhandlungen bei den Banken. Als soziale Komponente sollten sich die Gehälter mindestens um 150 Euro monatlich erhöhen, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Mit den 4,5 Prozent bleibt Verdi etwas unter dem Ziel des Bankangestellten-Verbands (DBV), der 4,8 Prozent mehr verlangt.

Bei der Tarifrunde für die etwa 200.000 Beschäftigten stellen sich Gewerkschaften und Banken auf langwierige Verhandlungen ein. Für die öffentlichen Institute wie die Landes- und Förderbanken starten sie am 23. Juni. Bei privaten Geldhäusern wie der Deutschen Bank und der Commerzbank geht es am 1. Juli los.

Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV) hatte im Vorfeld darauf verwiesen, dass durch Umbaumaßnahmen bei vielen Banken der Verteilungsspielraum gering bleibe und die Kosten im Griff behalten werden müssten. Die Deutsche Bank und die Commerzbank bauen mehrere tausend Jobs ab.

Zu dem Ertragsdruck durch niedrige Zinsen kommen in diesem Jahr Extra-Belastungen. So muss der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken wegen der Pleite der Bremer Greensill Bank wieder aufgefüllt werden. Zudem gehen den Instituten sicher geglaubte Erträge durch Gebührenerhöhungen flöten.

Der Bundesgerichtshofs hatte Ende April geurteilt, dass Banken Preise für Konten und Depots nicht mehr einfach über Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) erhöhen dürfen, ohne eine aktive Zustimmung des Kunden zu holen. Die Geldhäuser stellen sich auch auf Rückforderungen von Kunden ein.

Wie sehr Tarifkonflikte auch in der Finanzbranche eskalieren können, zeigte sich im Frühjahr, als es in den Callcentern der Deutschen Bank wochenlange Streiks gegeben hatte. Verdi hatte sich damals oft beschwert, die Deutsche Bank zahle ihren Investmentbankern Milliarden-Boni, habe aber nichts übrig für die Callcenter-Beschäftigten, die zu den Geringstverdienern des Konzerns gehörten.

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