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Absturz auf Raten Nokia verliert Marktanteile an die smarte Konkurrenz

Einst war Nokia der unerreichbare Star auf dem Handymarkt. Doch nun fällt das Unternehmen auf den niedrigsten Marktanteil seit 1997 zurück. Doch die Finnen haben Hoffnung, wieder ganz nach oben zu kommen.

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Nicht mehr ganz so glänzend anzusehen: Nokia hat die Position als Marktführer auf dem Mobilfunkmarkt verloren. Besonders die junge Zielgruppe wählt lieber ein Smartphone der Konkurrenz. Quelle: handelsblatt.com

Jedes vierte verkaufte Handy ist ein Smartphone. Pech für Branchenführer Nokia, dass ausgerechnet diese Sparte bei den Finnen nicht so gut läuft. Das Unternehmen hält sich zwar durch eine breite Produktpalette an der Spitze, verliert gleichzeitig aber deutlich gegenüber der iPhone- und Android-Konkurrenz an Marktanteil. Der Branchenführer fiel im ersten Quartal dieses Jahres weltweit auf den niedrigsten Marktanteil seit 1997 zurück, wie das Marktforschungsunternehmen Gartner am Donnerstag berichtete.

Nokias Handy-Inflation

Der Spitzenwechsel im Smartphone-Geschäft verlief atemberaubend schnell. Noch vor einem Jahr führte Nokia den Markt mit scheinbar komfortablen 44,2 Prozent an, Android steckte gerade einmal in jedem zehnten Computer-Telefon. Heute steht die Android-Plattform fest aufPlatz eins mit 36 Prozent, Nokia glitt auf 27,4 Prozent ab, ermittelt Gartner. Insgesamt verkaufte Nokia seit Jahresbeginn weltweit nur 107,6 Millionen Geräte.

Nur noch jedes vierte Handy auf dem Markt ist ein Nokia-Modell. Das sind 25,1 Prozent. 2009 lag Nokia bei gut 36 Prozent Marktanteil. Die Nummer zwei beim Handy-Absatz ist Samsung, der Marktanteil sank aber auch hier im Jahresvergleich von 18 auf 16,1 Prozent.

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    Zwar liegen die traditionellen Hersteller damit noch weiter an der Spitze, ihre Konkurrenz holt jedoch mit rasenden Schritten auf: Apple steigerte mit dem iPhone den Marktanteil innerhalb eines Jahres von 2,3 auf 3,9 Prozent. Immerhin der vierte Platz. Der Absatz von Smartphones stieg innerhalb eines Jahres um 85 Prozent. Insgesamt wurden weltweit 427,8 Millionen Mobiltelefone verkauft - ein Plus von 19 Prozent - und nahezu jedes vierte davon ist ein Smartphone (23,6 Prozent). Der Smartphone-Markt boomt also. Nokia hatte mit dem Betriebssystem Symbian aber aufs falsche Produkt gesetzt und lange Zeit auch Touchscreens verschmäht. Während die Apps bei Apple das Handy zum Allround-Werkzeug machten, schreckte das Symbian-System viele Nutzer ab, wurde als kompliziert und träge empfunden. 2010 brach der Absatz von Smartphones bei Nokia komplett ein.

    Samsung führt den Androiden-Angriff an

    Vor allem die von Google gesteuerte Android-Plattform, die bei mehreren Herstellern auf den Geräten läuft und sich damit immer mehr zu einem Standard entwickelt, hängte das Produkt letztendlich ab. Die Speerspitze beim Angriff der Androiden ist aktuell Samsung. Im gesamten Handy-Markt stehen die Südkoreaner auf Platz zwei mit einem Marktanteil von zuletzt 16,1 Prozent. Vor einem Jahr waren es zwar noch 18 Prozent. Der Knick sei aber nur vorübergehend und liege vor allem daran, dass Samsung zu Jahresbeginn neue Modelle angekündigt habe, die erst jetzt in den Markt kommen, erklärte Gartner. Das dürfte sich bei den Zahlen zum zweiten Quartal auszahlen.

    Dass Samsung Nokia vom Spitzenplatz in der Handy-Branche verdrängen werde, glaube sie trotzdem nicht, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Dafür sei die Marktposition der Finnen in den sogenannten Wachstumsmärkten wie Indien oder Afrika zu stark. In denLändern Westeuropas hingegen stehe Samsung zum Teil jetzt schon auf Rang eins. Um den Marktanteil zu halten, drücke Nokia die Preise für seine Telefone - was die Erträge schmälern könnte.

    Immer wieder wird zudem spekuliert, dass eine Welle günstiger Android-Telefone Nokias Geschäft auch im unteren Preissegment aushöhlen könnte. "Das sehe ich bisher nicht", sagte Milanesi. Gartner ist zugleich recht optimistisch, was die Aussichten für die Smartphone-Kooperation von Nokia und Microsoft angeht. Die Experten sagen den Nokia-Smartphones mit Windows Phone 7 als Betriebssystem einen Marktanteil von 20 Prozent zum Jahr 2015 voraus. Dafür müssten die Partner allerdings auf günstige Preise kommen und die Mobilfunk-Betreiber überzeugen, schränkte Gartner-Analystin Roberta Cozza ein. Im ersten Quartal wurde Microsoft laut Gartner nur 1,6 Millionen Telefone mit dem Ende 2010 gestarteten System Windows Phone 7 los.

    Apple konnte den iPhone-Absatz mit knapp 16,9 Millionen verkauften Geräten mehr als verdoppeln. Damit ist Apple die Nummer drei im Smartphone-Geschäft mit 16,8 Prozent und schaffte es sogar auf den vierten Platz in der gesamten Handy-Branche - wenn auch nurmit einem relativ bescheidenen Marktanteil von 3,9 Prozent. Dafür sind die iPhones hochprofitabel. Nach Berechnungen einiger Marktbeobachter wie etwa der Analyse-Firma Asymco sichert sich Apple damit mehr als die Hälfte der Gewinne in der Handy-Branche.

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