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Apps! Ohne Google durch die Berge

Diesen Sommer schauen wir auf die Homescreens der Chefs. Raphael Leiteritz wacht über einen der beliebtesten Dienste der Welt — Google Maps — hat aber noch eine Menge anderer Tipps.

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Raphael Leiteritz, Product Manager bei Google. Quelle: Handelsblatt

New York Es gibt einen Ort, an dem der Chef von Google Maps nicht Google Maps nutzt: die Schweizer Berge. „Das ist so eine Geek-App für Wanderkarten, Locus Pro“, sagte mir Raphael Leiteritz, Produktchef für Google Maps in Europa. „Unsere Maps sind halt sehr stark bei Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln, aber offline müssen wir noch stärker werden.“

Locus Pro lässt Nutzer wie Leiteritz Wanderkarten (gegen Geld) für den Offline-Gebrauch herunterladen und auf Wanderwegen führen.

Weit weg sind die Berge nicht von seinem Arbeitsplatz. Leiteritz arbeitet bei Google in Zürich, dem größten Entwicklungszentrum in Europa, Nahost und Afrika und leitet das Karten-Team. Während er damit über eine der beliebtesten Apps der Welt wacht, helfen ihm andere Apps auch im Alltag — von frühmorgens, wenn er zur Arbeit geht, bis zum Ende des Tages, wenn er nach Hause fährt.

Die gut sieben Kilometer von Adliswil beim Zürichsee, wo Leiteritz wohnt, in die Google-Zentrale joggt der Bayer meist — aber nicht, ohne, dass eine App seine Leistung misst. „In Strava sieht man die Bestzeiten von anderen, die die gleiche Strecke rennen. Das hilft ungemein, dran zu bleiben.“ Mittlerweile habe er sich ein Jahr von der App beobachten lassen und kann so ordentlich Vergleiche ziehen.

Im Alltag: Spesen und Experten

Im Zug nach Hause öffnet er dann Pocket, die andere App, die er täglich nutze. „Ich krieg oft mal Links zu Artikeln zugeschickt und hab dann nicht die Zeit zu lesen. Mit Pocket kann ich die für später speichern, wenn ich Zeit habe mich in Ruhe hinzusetzen.“

Dazwischen, während der Arbeit dominieren vor allem Googles eigene Apps und Dienste. Neue Apps zu entdecken, sei außerdem gar nicht so einfach. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Vergangene Woche hat eine neue Studie gezeigt, dass bloß zwei Prozent der App-Entwickler die Hälfte aller Einnahmen durch App-Stores auf sich vereinen.

Das gilt auch bei der Entdeckung von neuen Apps. „Das ist ein echtes Problem, dass die App Stores nur Winner promoten. Für Nischen ist das etwas schwieriger“, meint Leiteritz.


Zeitsparendes Lesen

Doch es gibt eine Reihe Apps, auf die er nicht verzichten wolle. „Apps gehören zum täglichen Werkzeugkasten dazu.“ Ihre Spesenabrechnungen machen Googler beispielsweise komplett digital, was den Prozess ein wenig schmerzfreier macht. Mit Concur kann jeder seine Spesen-Reports erstellen, einfach durch das Abfotografieren von Belegen, und an Vorgesetzte schicken. „Das macht auch mir das Leben leichter, da ich Spesen-Abrechnungen für mein Team ganz einfach absegnen kann.“ Eine Alternative wäre hier Expensify.

Eine andere App, die ihn bei der Arbeit unterstütze, sei Quora, eine Plattform, auf denen Fragen an Experten für bestimmte Bereiche weitergeleitet werden können. „Ich interessiere mich beispielsweise momentan für Bitcoin. Es gibt nicht so viele, die sich da wirklich gut auskennen. Aber auf Quora melden sich da die echten Experten.“

Noch ein kleiner Bonus, den Googler haben: ein Abo für GetAbstract. Erst kürzlich mit einer eigenen App gestartet, bietet der Service Zusammenfassungen von Business-Sachbüchern. „Ich nutze sie nicht so oft wie ich wollte, aber ich find die Idee toll. Hat ja keiner genug Zeit heutzutage.“ Eine Alternative wäre hier Blinkist, eine ähnliche App, die etwas günstiger ist.

Natürlich gehören eine Menge Google-Apps zum Werkzeugkasten eines Googlers. Eine, die auch Leiteritz täglich nutze, ist da Google Drive. Er empfiehlt vor allem die Scanning-Funktion: „Wenn ich einen Brief erhalte, den ich nicht wegschmeißen, aber auch nicht wirklich abheften will, kann ich ihn bei Drive einscannen. Dann wird sofort der Text erkannt und ist suchbar. Das ist wirklich faszinierend.“

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