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Aston Martin Rapide James-Bond-Flitzer für die ganze Familie

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Gut muss sitzen, edel soll aussehen

Der Motor, bei Ford in Köln in liebevoller Handarbeit gebaut und, wie eine kleine Silberplakette belegt, von einem gewissen Erwin Wiener freigegeben, hängt gut am Gas. Der Rapide zieht mächtig an. Aber bei 240 Kilometer pro Stunde geht ihm ein wenig die Luft aus – bei knapp zwei Tonnen Leergewicht ist das aber auch kein Wunder. Man braucht schon viel Platz und freie Fahrt, um die Spitzengeschwindigkeit von 296 Kilometer pro Stunde zu erreichen.

Nach einer halben Stunde rasanter Fahrt meldet der Bordcomputer nur noch eine Reichweite von 200 Kilometern: Der 90-Liter-Tank ist bei Vollgasfahrten und einem Durchschnittsverbrauch von über 25 Litern ruck, zuck leer gesaugt. Sparsamkeit ist keine Tugend dieses Sportlers.

Schalten & Walten

Aston Martin verkauft den Rapide als reinrassigen Sportwagen. Beim 24-Stunden-Rennen Ende Juni auf dem Nürburgring will Firmenchef Ulrich Bez sogar mit einem Auto dieses Typs an den Start gehen. Er wird sicher Spaß dabei haben: Das Sechs-Gang-Getriebe von ZF arbeitet im Automatikmodus ganz ausgezeichnet, im Komfort- ebenso wie im Sportmodus, der für eine schnellere Gasannahme sorgt. Doch im Rennen geht es nicht ohne manuelle Eingriffe. „Schaltwippen haben sich im Rennsport voll bewährt“, lobt Schneider, der bei der Entwicklung des Mercedes SLS AMG für die Fahrdynamik mitverantwortlich war. Aston Martin hat die Schaltwippen fest hinter dem Lenkrad montiert. „Da haben wir bei AMG eine andere Philosophie: Die Wippen drehen sich mit dem Lenkrad, damit der Fahrer die Hände nicht vom Lenkrad nehmen muss.“ Auch kommt ihm das Zwischengas beim Runterschalten einen Tick zu stark: „Das macht das Fahrzeug leicht instabil und vernichtet viel Energie.“ Die Bremsen verzögern ordentlich und halten den Wagen stabil in der Spur. Die Lenkung spricht gut an, anfangs etwas schwer. Schneider: „Das ist gut, man will das Auto ja fühlen.“

Der Rapide verfügt zudem über ABS, einen dreistufigen Schleuderverhinderer, einen Bremsassistenten sowie ein adaptives Dämpfungssystem. Das war’s allerdings auch schon: Eine spritsparende Start-Stopp-Automatik gibt es ebenso wenig wie Abstandsradar oder ein Spurhaltesystem. Das ist klassische britische Sportwagenphilosophie: Der Fahrer hat die alleinige Verantwortung für das Auto.

Geld & Kapital

Knapp 190 000 Euro kostet ein Rapide in der Basisausstattung, unser Testwagen in Concours blue noch 9300 Euro mehr, die unter anderem in eine Metalliclackierung, klimatisierte Sitze, einen Garagentoröffner sowie ein Unterhaltungssystem für die Hinterbänkler investiert wurden. Ein vergleichbar ausgestatteter und mit 500 PS ähnlich starker Porsche Panamera Turbo ist etwa 35 000 Euro günstiger und verfügt obendrein über einen Allradantrieb. Eine Alternative könnte auch der Maserati Quattroporte Sport GT-S (149 000 Euro in vergleichbarer Ausstattung) oder ein Mercedes CLS 63 AMG (125 000 Euro) sein – Autos mit ähnlicher Performance und Exklusivität, besserer Sicherheitsausstattung, aber „nur“ mit acht Zylindern unter der Motorhaube. Schneider resümiert nach drei Stunden seine Fahreindrücke: „Der Aston Martin Ra-pide ist ohne Zweifel ein gutes Auto, das sich schön fährt und dabei toll aussieht.“ Allerdings sei der Kraftstoffverbrauch wenig schmeichelhaft. Sicher, im Alltag sollten sich bei zurückhaltender Fahrweise Werte von unter 20 Litern erzielen lassen. Herr Wiener sollte da vielleicht noch mal ran.

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