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Autoindustrie Gespart wird nur unter Druck

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5,7 Prozent habe im vergangenen Jahr der Anteil der Biokraftstoffe am gesamten Spritverbrauch betragen, schätzt der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie. Bei Diesel etwa werden in jedem Liter sieben Prozent Biodiesel beigemischt, bei den bislang üblichen Benzinsorten sind es fünf Prozent – und niemand hat sich ernsthaft beklagt. Mit der Einführung von E10 will die Mineralölindustrie den staatlich geforderten Anteil von insgesamt 6,25 Prozent erreichen.

Geringe CO₂-Einsparung

Nur nützt das der Umwelt kaum etwas. "Der Biosprit bringt vielleicht eine CO₂-Einsparung von ein bis drei Prozent", sagt der weltweit gefragte Verkehrsberater Axel Friedrich, "schon das Aufziehen von Leichtlaufreifen aber bringt fünf Prozent Verbrauchsersparnis". Friedrich, lange Jahre Verkehrsexperte beim Umweltbundesamt (UBA), kennt diverse technische Möglichkeiten, um den Verbrauch heutiger Fahrzeuge zu vermindern: Leichtbau, Start-Stopp-Systeme, verbesserte Aerodynamik – bis zu 50 Prozent der CO₂-Emissionen könnten bei Nutzung der technischen Möglichkeiten eingespart werden. Den Mehrpreis einer solchen Technik amortisiere sich wieder an der Zapfsäule.

Dass derartige Einsparmöglichkeiten durchaus realistisch sind, bestätigen auch Experten von Bosch, dem weltgrößten Autozulieferer. Bei Diesel- und Benzinmotoren könne man "mit einer Reihe von Maßnahmen den Kraftstoffverbrauch nochmals um 30 Prozent senken", rechnet der Bosch-Chef Franz Fehrenbach vor. Ein vergleichsweise einfaches Start-Stopp-System etwa, das den Motor beim Ampelhalt abstellt und beim Anfahren wieder anwirft, könne im Stadtverkehr acht Prozent Kraftstoff sparen. Solch ein System kostet etwa 150 Euro je Fahrzeug, bei Masseneinkauf sogar deutlich weniger. Aber warum sind nicht längst alle neuen Autos damit bestückt?

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