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Beginn der CeBIT Cebit-Eröffnungsfeier: "Vorsprung durch Technik"

Am Sonntag Abend eröffneten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron vor rund 2500 geladenen Gästen in Hannover die weltgrößte IT-Messe Cebit.

Angela Merkel und David Cameron Quelle: REUTERS

Selten hat sich Angela Merkel so gelassen gezeigt wie Sonntag Abend bei der Eröffnung der diesjährigen IT-Messe Cebit in Hannover. Kein Wunder, schließlich war es für die Bundeskanzlerin bereits die achte Cebit-Eröffnung seit dem Beginn ihrer ersten Amtszeit Ende 2005.

Kurz und prägnant räsonierte Merkel über die Chancen, aber auch Herausforderungen bei der Nutzung der aktuellen IT-Trends – sei es Big Data, sei es Datensicherheit, sei es die Breitband-Vernetzung. Und immer wieder streute sie kleine Gags in ihre Rede ein, mit denen sie ein ums andere Mal die Lacher der rund 2500 geladenen Gäste im Kongress-Zentrum von Hannover erntete. Es sei ja toll, wenn dereinst der Kühlschrank selbstständig übers Internet neue Butter bestelle. „Ich frage mich nur: Wer macht dann eigentlich die Kühlschranktür auf?“

Neben derlei Frotzeleien war die Cebit-Eröffnung ein Abend der großen Koalitionen. Volkswagen-Boss Martin Winterkorn forderte in seiner Rede als Wirtschaftsvertreter den großen Schulterschluss zwischen der Automobil- und der IT-Industrie. In jedem durchschnittlichen Automobil seien heute bereits mehr als 50 Prozessoren und Steuer-Chips verbaut. „Zwischen denen verlegen wir rund 1,5 Kilometer Kabel.“ Der nächste Schritt sei nun die intelligente Vernetzung der einzelnen Fahrzeuge.

Highlights der Cebit 2014
Zum Abschluss der weltgrößten Computermesse Cebit haben die Veranstalter am Freitag ein positives Fazit gezogen. Das neue Konzept einer reinen Geschäftsmesse, die nicht mehr auf private Besucher setzt, habe sich bewährt: „Der Neustart ist gelungen“, sagte Messe-Chef Oliver Frese. Unter anderem stand der Datenschutz im Mittelpunkt der fünftägigen Messe, die sich erstmals nur an professionelle Anwender richtete. Bis zum Vormittag wurden 210.000 Fachbesucher aus 100 Nationen gezählt - etwas weniger als erwartet. Erstmals seit 2008 kommen nach Angaben der CeBIT mit 55 Prozent wieder mehr als die Hälfte der rund 3400 Aussteller aus dem Ausland. Quelle: dpa
Panono KameraDie Firma Panono hat einen Ball entwickelt, in den 36 kleine Kameras eingebaut sind. Die 360-Grad-Wurfkamera ermöglicht problemlos eine Rundum-Aufnahme vom Messegelände. Damit fängt die Kamera alles ein - auch den Fotografen. Das fertige Bild hat 72 Megapixel. Quelle: dpa
i-limb ultraDie bionische Hand "i-limb ultra" wird am Stand des Herstellers Touch Bionics vorgestellt. Die Prothese vermittelt ein "Echtheitsgefühl", alle Finger lassen sich einzeln bewegen und biegen. Und - mit der i-limb ultra lassen sich auch schwerere Gegenstände greifen und heben. Quelle: dpa
Bag2Go Die Telekom hat einen intelligenten Koffer für Reisefans vorgestellt. Bag2Go heißt der Koffer, der nicht wie sonst mit dem Reisenden im Flugzeug mitreist, sondern per externen Logistikpartner verschickt werden soll. Per Smartphone kann der Koffers jederzeit geortet werden - damit gehört das lästige Koffer verlieren der Vergangenheit an. Zudem gibt Bag2Go sofort Alarm, sollte jemand versuchen den Koffer zu öffnen. Damit es keine böse Überraschungen beim Wiegen gibt, verfügt der Koffer über eine eingebaute Waage. Quelle: dpa
Samsung Gear 2Auch die neue Samsung-Smartwatch mit dem Namen "Samsung Gear 2" ist Thema bei der Cebit. Die Armbanduhr gibt ihrem Träger ein diskretes Signal, wenn auf dem Computer in der Tasche beispielsweise eine E-Mail oder Facebook-Nachricht eingeht. Quelle: dpa
Vectoring-TechnologieDie Vectoring-Technologie wird am Stand der Telekom visuell dargestellt. Vectoring ist eine Technologie, die vorhandene Kabel für den Datenverkehr schneller machen kann. Mit Hilfe des Datenturbos kann die Telekom die Übertragungsgeschwindigkeiten ihres VDSL-Netzes deutlich steigern. Quelle: dpa
RoboyEin Roboter, der Gefühle zeigt und sich wie ein Mensch bewegt - das stellt die Universität Zürich auf der diesjährigen IT-Messe Cebit in Hannover vor. Mittels echter Sehnen- und Muskelbewegungen haben Wissenschaftler seine Körperbewegungen nachempfunden. Das Ziel: Die Interaktion von Gehirn und Körper besser verstehen. Quelle: REUTERS

Der britische Premierminister David Cameron als Repräsentant des diesjährigen CeBIT-Partnerlandes Großbritannien umgarnte charmant den Gastgeber. Wenn sich Großbritannien mit seiner Stärke bei Technologie-Startups und Design sowie Deutschland mit seinen Fähigkeiten bei Ingenieurswissenschaft und Maschinenbau zusammen täten, könnten beide Nationen gemeinsam in die vernetzte Zukunft aufbrechen. Das ergebe sozusagen „Vorsprung durch Technik“, zitierte Cameron augenzwinkernd den bekannten Reklameslogan von Audi, mit dem die Ingolstädter selbst in England auf Deutsch werben.

Über allen Appellen nach Zusammenschlüssen und mehr Kooperation thronte aber ein anderes Mega-Thema: Die anhaltenden Enthüllungen aus dem NSA-Schnüffelskandal sowie daraus resultierend Forderungen nach mehr Datenschutz und Datensicherheit. Dieter Kempf, Chef des Branchenverbandes Bitkom, zitierte eine Umfrage, wonach aktuell fast 60 Prozent der Befragten skeptisch gegenüber Datenauswertungen seien. Dennoch sei heutzutage Datensparsamkeit keine Lösung, weil dies sei ein Modell aus der analogen Welt sei. Im anbrechenden digitalen Zeitalter müssten die IT-Anbieter aus Eigeninteresse Vorkehrungen für Datensicherheit treffen. „Wer Daten nutzen will, muss auch für ihren Schutz sorgen“, so Kempf.

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Auch VW-Vorstandschef Winterkorn ging auf die Bedrohungen durch Datenmissbrauch ein. Zwar sei die wachsende Vernetzung der automobilen Welt mit anderen IT-Systemen wünschenswert. „Das Auto darf aber nicht zur Datenkrake werden“, so Winterkorn.

Eine Forderung, der sich später auch die Bundeskanzlerin anschloss. So verlockend die Aussichten von Trendthemen wie etwa Big Data auch seien – für deren Entwicklung sei vor allem Datensicherheit eine unabdingbare Voraussetzung. Merkel: „Ich glaube, wir sind erst am Anfang dessen, was da zu leisten ist."

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