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Bildung und Forschung Von China lernen, heißt siegen lernen

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Erfolgsfaktor in China und Quell steter Probleme in Europa ist vor allem die Dreiecksbeziehung Eltern-Kind-Lehrer. Den chinesischen Weg beschreibt die umstrittene Autorin Amy Chua dabei wie folgt: „Eltern sollten bei Meinungsverschiedenheiten zwischen dem eigenen Kind und dem Lehrer immer die Partei des Lehrers ergreifen.“ Genau das Gegenteil sei in Deutschland der Fall, bemängelt Josef Kraus, Präsident des deutschen Lehrerverbandes: „Die Autorität des Lehrers hat in den vergangenen Jahren in Deutschland sehr gelitten.“ Die Ursache dafür liegt zum einen in der Debatte über das schlechte Abschneiden bei den Pisa-Vergleichen, an dem viele den Lehrern die Schuld gaben: Die Eigenarten des deutschen Beamtenstatus – bombensicher bei durchschnittlicher Bezahlung – führten zu einer Selbstrekrutierung der faulen und mäßig Begabten für das Amt, so die Annahme, kein Wunder dass da keine intelligenten Schüler bei herauskommen könnten.

Nachwuchs fehlt

So gerechtfertigt diese Kritik in Teilen sein mag, sie hat eklatante Folgen für das generelle Verhältnis einer ganzen Elterngeneration zu den Lehrern ihrer Kindern. „Auf der einen Seite fordern viele Eltern, dass die Schule für sie die Erziehung übernimmt, auf der anderen Seite sehen sie ihr Kind ständig falsch behandelt“, so Oberlehrer Kraus. Während die Gesamtzahl der Prozesse an deutschen Gerichten in den vergangenen Jahren stark rückläufig ist, tritt eine Konstellation dort immer häufiger auf: Eltern gegen Lehrer. Gerade in den Bundesländern, in denen es fixe Notengrenzen für den Übertritt in höhere Schulformen gibt, ist die Klage gegen den verantwortlichen Lehrer für viele Eltern zum Mittel der Wahl geworden. In Bayern hat sich die Zahl dieser Klagen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Was aus Sicht der Eltern kurzfristig im Interesse des Kindes ist, hat für deren Tauglichkeit für das Berufsleben verheerende Folgen. So zeigten sich in der regelmäßigen IHK-Ausbildungsbefragung viele Betriebe zuletzt wieder zufriedener mit den formalen Kompetenzen ihrer Azubis – Mängel an Disziplin und Belastbarkeit werden hingegen zu einem immer größeren Problem.

Für ein fast schon traditionelles Manko der deutschen Bildungspolitik, den Mangel an Absolventen in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen, könnte die gängige westliche Erziehungsmethodik mit ihrer Fokussierung auf die Förderung von Neigungen Teil der Erklärung sein. So schlossen nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zuletzt rund zehn Prozent weniger junge Menschen ein Ingenieurstudium an deutschen Unis ab als 1995. Die Höchstleistungen des Nachwuchses in diesen Feldern, der sich bei Physik-, Informatik- oder Robotik-Olympiaden misst, erzielen inzwischen fast ausschließlich asiatische Studenten. Selbst beim renommierten deutschen Wettbewerb „Jugend forscht“ sanken die Teilnehmerzahlen in einigen Feldern zuletzt.

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