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Biotechnik Weshalb Klonfleisch unbedenklich ist

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Hölker bestätigt die magere Ausbeute, die sich schon daran bemerkbar mache, dass nur etwa ein Drittel der geklonten Embryonen nach dem Transfer in eine Leihmutter dort auch zu einem gesunden Kalb werden. Doch genau daran will er forschen und die Gründe dafür herausfinden. Ein grundsätzliches Knock-out-Kriterium gegen die Klon-Technik ist es für ihn jedenfalls nicht. Denn das Klonen komme in Deutschland allenfalls für ein bis zwei Hochleistungsbullen pro Jahr infrage.

Für die meisten Tiere würde sich durch eine Legalisierung des Klonens nichts ändern. Sie kommen, wie seit Jahren üblich, durch künstliche Besamung zur Welt. Sex im Stall ist seit Langem tabu. Der Landwirt bestellt bei Unternehmen wie Masterrind in Verden, der Rinder-Union West in Minden oder der Bayern-Genetik in Grub tiefgefrorenes Sperma ausgewählter Zuchtbullen. 100 Euro aufwärts kostet das.

Ganz normal

Bleibt dennoch die Frage, ob jemand das Klon-Fleisch essen möchte. Hölker hätte damit kein Problem, aber er räumt ein: „Ein geklontes Tier ist anders.“ Viele der gesundheitlichen Probleme könnten daher rühren, dass der Klon-Embryo aus einer bereits gealterten Körperzelle entsteht. Allerdings werde das Fleisch dieser Tiere niemals in den Handel kommen, so Hölker, dazu seien sie viel zu wertvoll.

Was gehandelt wird, sind Milch und Fleisch der Nachkommen dieser Klone. Doch die halten Forscher wie Hölker für absolut unbedenklich. Auch Heiner Niemann vom Institut für Nutztiergenetik in Neustadt, bei dem Hölker das Klonen lernte, kann den Wirbel um die Nachkommen nicht verstehen. Denn diese Tiere seien nicht durch Klonen, sondern durch die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle entstanden. „Das ist der ganz normale biologische Vorgang“, sagt Niemann.

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