BrandIndex

Datensicherheit als Chance für die Mobilfunkanbieter

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Verantwortungsvoller Umgang mit Daten – das ist eines der Hauptthemen der Cebit. Gerade Mobilfunkunternehmen könnten sich mit diesem Thema aus Imagesicht von ihren Konkurrenten absetzen.

Die unsichersten Android-Apps im Überblick
Die
FacebookEbenfalls als besonders kritisch für Sicherheitsrichtlinien in Unternehmen wurde die Facebook-App eingestuft. Audio-, Bilder- und Videoaufnahmen sowie Kontaktdaten können verändert und gelesen werden. Dateientransfer über Facebook via Internet ist ein Kinderspiel. Auch hier ist es möglich den Telefonstatus und den Netzwerkstatus zu erkennen. Der Standort des Smartphones wird je nach Situation genau und ungefähr ermittelt. Quelle: Presse, Montage WirtschaftsWoche Online
SkypeDie App des Chat- und Telefon-Programms
NavigonEbenfalls
ViberViber verschafft sich auch Zugriff auf etliche Funktionen des Smartphones. So lassen sich unter anderem Audios, Bilder und Video aufnehmen, Kontaktdaten schreiben und lesen und in das Internet übertragen, vertrauliche Protokolle lesen und Konten identifizieren. Es können alle Telefonnummern aus dem Adressbuch angerufen werden. Damit gilt die App für freie Internet-Telefonie als hervorragendes Tool ist aber für den Schutz von Firmendaten
ÖffiAuch die App des öffentlichen Nahverkehrs
SPB-TVDie TV-App SPB-TV gilt ebenfalls als besonders unsicher. Die App verschafft sich uneingeschränkten Zugang zum Internet mit dem Smartphone und kann sowohl den Telefon- als auch den Netzwerkstatus einsehen. Quelle: Presse, Montage WirtschaftsWoche Online

„Big Data und Datability“ sind auf der heute eröffneten IT-Messe Cebit die Top-Themen. Es geht um die Frage, wie sich große Datenmengen sinnvoll nutzen lassen. Sie handzuhaben, ist technisch im Prinzip kein Problem mehr. Die Analyse und Auswertung aber wird bei vielen Daten umso wichtiger. Und was die Unternehmen heutzutage noch haben müssen: „Die Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen.“ So steht es auf der Website der Cebit geschrieben. Verantwortungsvoll und nachhaltig – hier geht es auch um die Datensicherheit. Sensible Daten können nur dann verantwortungsvoll behandelt werden, wenn sie sicher sind.

Das ist anscheinend auch den auf dem deutschen Markt tätigen Mobilfunkunternehmen bewusst. Die Telekom etwa ist an einem Stand des IT-Sicherheitsdienstleisters Kaspersky beteiligt, Vodafone stellt mobile Sicherheitslösungen vor, der O2-Mutter-Konzern Telefónica ist mit dem Thema Mobile Security vertreten.

Vertrauen verloren

Die YouGov-Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience“ zeigt: Immerhin knapp ein Fünftel aller Befragten vertrauen den Mobilfunkbetreibern heute weniger als noch vor NSA, PRISM und Co. Dabei können Telekom und Vodafone allerdings tendenziell mehr Vertrauen auf sich verbuchen als die beiden kleineren Konkurrenten E-Plus/Base und O2.

Auf die Markenstärke schlägt dies bislang offenbar noch nicht durch, wie der YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt. Seitdem darüber berichtet und gesellschaftlich diskutiert wird, dass so gut wie keine Daten mehr sicher sind vor manchen Geheimdiensten, haben sich die Imagewerte im Großen und Ganzen kaum verändert, auch wenn einige Marken etwas verloren oder dazu gewonnen haben.

Aktuell ist in Deutschland O2 mit +15 Punkten (auf einer Skala von -100 bis +100) der beliebteste Mobilfunkanbieter von den großen vier mit eigenem Netz. Vodafone und die Telekom liegen mit +11 bzw. +10 Punkten dahinter. So knapp die Abstände sind: Ein genauerer Blick in den BrandIndex verrät deutliche Unterschiede, im Preis-Leistungs-Verhältnis zum Beispiel. Hier beträgt der Abstand zwischen O2 und der Telekom 23 Punkte zugunsten O2. Sogar die sonst eher schlecht platzierte E-Plus-Mobilfunkmarke Base kann beim Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Anders in der Qualitätswahrnehmung. Hier liegt die Telekom deutlich vorn.

Nicht ausreichend informiert

In Arbeit
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Die YouGov-Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience“ zeigt: 83 Prozent der Mobilfunknutzer glauben, dass keiner der Mobilfunkanbieter vor Datendiebstahl gefeit sei. Tatsächlich: Das Thema Sicherheit könnte eine Chance für die Mobilfunkanbieter sein, sich zu profilieren. Zurzeit können sie sich aus Imagesicht kaum voneinander abheben, nicht einmal im BrandIndex-Sektor Buzz, der misst, wie positiv oder negativ eine Marke im öffentlichen Gespräch ist und sensibel auf Schwankungen reagiert. Hier liegen alle großen Mobilfunkmarken eng beieinander.

Ein weiteres Ergebnis der Studie „Smartphone Mobile Internet eXperience“: Nur 22 Prozent der Befragten fühlen sich ausreichend von ihrem Anbieter über das Thema Datensicherheit informiert. Würden die Unternehmen hier aktiv werden, könnten sie das Image bei ihren Kunden und potentiellen Kunden womöglich verbessern. Vielleicht ist die Cebit ja der Anfang.

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