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Cebit 2016 "Druckbetankung in digitaler Transformation"

Die heute in Hannover startende IT-Messe Cebit will nicht mehr nur die neuesten Computertrends abbilden, sondern sieht sich als Leitmesse für die allumfassende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Cebit will nicht mehr nur die neuesten Computertrends abbilden. Sie sieht sich als Leitmesse für die allumfassende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Quelle: dpa

Die – immer noch – weltgrößte Computermesse Cebit, die am Montag in Hannover ihre Pforten öffnet, begeht in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum als eigenständige Veranstaltung. 1986 wurde sie erstmalig separat neben der Hannover Messe ausgetragen. Heute würde man Neudeutsch sagen: die IT-Messe als Spin-off der Industrieveranstaltung, aus der sie einst als Sonderausstellung in Halle 1 hervorging.

Seitdem hat die Cebit alle Höhen und Tiefen der Branchen durchlebt: die PC-Revolution Ende der Achtziger Jahre ebenso wie die Internet-Revolution Ende der Neunziger und die Mobil-Revolution Ende der Nuller Jahre. Parallel dazu hat der Veranstalter Deutsche Messe AG über die Jahre so manche Strategieschwenks vollzogen – mal unter Einbeziehung des Endkunden, dann wieder mit Fokus nur auf IT-Spezialisten und Unternehmens-Anwender.

Inzwischen lautet aber das alles überstrahlende Mega-Thema digitale Transformation, also die Digitalisierung aller Prozesse im Unternehmen, angefangen bei der intelligenten Vernetzung von Maschinen in der Fertigung über Sensoren in den Endprodukten bis hin zu komplexen Tools zur Analyse der ständig anfallenden und immer größer werdenden Datenmengen.

Elf Anzeichen, dass Sie gehackt wurden
Software installiert sich selbstständigUngewollte und unerwartete Installationsprozesse, die aus dem Nichts starten, sind ein starkes Anzeichen dafür, dass das System gehackt wurde. In den frühen Tagen der Malware waren die meisten Programme einfache Computerviren, die die "seriösen" Anwendungen veränderten - einfach um sich besser verstecken zu können. Heutzutage kommt Malware meist in Form von Trojanern und Würmern daher, die sich wie jede x-beliebige Software mittels einer Installationsroutine auf dem Rechner platziert. Häufig kommen sie "Huckepack" mit sauberen Programmen - also besser immer fleißig Lizenzvereinbarungen lesen, bevor eine Installation gestartet wird. In den meisten dieser Texte, die niemand liest, wird haarklein aufgeführt, welche Programme wie mitkommen. Quelle: gms
Was zu tun istEs gibt eine Menge kostenlose Programme, die alle installierten Applikationen auflisten und sie verwalten. Ein Windows-Beispiel ist Autoruns, das zudem aufzeigt, welche Software beim Systemstart mit geladen wird. Das ist gerade in Bezug auf Schadprogramme äußerst aussagekräftig - aber auch kompliziert, weil nicht jeder Anwender weiß, welche der Programme notwendig und sinnvoll und welche überflüssig und schädlich sind. Hier hilft eine Suche im Web weiter - oder die Deaktivierung von Software, die sich nicht zuordnen lässt. Wird das Programm doch benötigt, wird Ihnen das System das schon mitteilen… Quelle: AP
Die Maus arbeitet, ohne dass Sie sie benutzenSpringt der Mauszeiger wie wild über den Bildschirm und trifft dabei Auswahlen oder vollführt andere Aktionen, für deren Ausführung im Normalfall geklickt werden müsste, ist der Computer definitiv gehackt worden. Mauszeiger bewegen sich durchaus schon einmal von selbst, wenn es Hardware-Probleme gibt. Klick-Aktionen jedoch sind nur mit menschlichem Handeln zu erklären. Stellen Sie sich das so vor: Der Hacker bricht in einen Computer ein und verhält sich erst einmal ruhig. Nachts dann, wenn der Besitzer mutmaßlich schläft (der Rechner aber noch eingeschaltet ist), wird er aktiv und beginnt, das System auszuspionieren - dabei nutzt er dann auch den Mauszeiger. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Wenn Ihr Rechner des Nachts von selbst "zum Leben erwacht", nehmen Sie sich kurz Zeit, um zu schauen, was die Eindringlinge in Ihrem System treiben. Passen Sie nur auf, dass keine wichtigen Daten kopiert oder Überweisungen in Ihrem Namen getätigt werden. Am besten einige Fotos vom Bildschirm machen (mit der Digitalkamera oder dem Smartphone), um das Eindringen zu dokumentieren. Anschließend können Sie den Computer ausschalten - trennen Sie die Netzverbindung (wenn vorhanden, Router deaktivieren) und rufen Sie die Profis. Denn nun brauchen Sie wirklich fremde Hilfe. Anschließend nutzen Sie einen anderen (sauberen!) Rechner, um alle Login-Informationen und Passwörter zu ändern. Prüfen Sie Ihr Bankkonto - investieren Sie am besten in einen Dienst, der Ihr Konto in der folgenden Zeit überwacht und Sie über alle Transaktionen auf dem Laufenden hält. Um das unterwanderte System zu säubern, bleibt als einzige Möglichkeit die komplette Neuinstallation. Ist Ihnen bereits finanzieller Schaden entstanden, sollten IT-Forensiker vorher eine vollständige Kopie aller Festplatten machen. Sie selbst sollten die Strafverfolgungsbehörden einschalten und Anzeige erstatten. Die Festplattenkopien werden Sie benötigen, um den Schaden belegen zu können. Quelle: dpa
Online-Passwörter ändern sich plötzlichWenn eines oder mehrere Ihrer Online-Passwörter sich von einem auf den anderen Moment ändern, ist entweder das gesamte System oder zumindest der betroffene Online-Dienst kompromittiert. Für gewöhnlich hat der Anwender zuvor auf eine authentisch anmutende Phishing-Mail geantwortet, die ihn um die Erneuerung seines Passworts für einen bestimmten Online-Dienst gebeten hat. Dem nachgekommen, wundert sich der Nutzer wenig überraschend, dass sein Passwort nochmals geändert wurde und später, dass in seinem Namen Einkäufe getätigt, beleidigenden Postings abgesetzt, Profile gelöscht oder Verträge abgeschlossen werden. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Sobald die Gefahr besteht, dass mit Ihren Daten handfest Schindluder getrieben wird, informieren Sie unverzüglich alle Kontakte über den kompromittierten Account. Danach kontaktieren Sie den betroffenen Online-Dienst und melden die Kompromittierung. Die meisten Services kennen derartige Vorfälle zu Genüge und helfen Ihnen mit einem neuen Passwort, das Konto schnell wieder unter die eigene Kontrolle zu bekommen. Einige Dienste haben diesen Vorgang bereits automatisiert. Wenige bieten sogar einen klickbaren Button "Mein Freund wurde gehackt!" an, über den Dritte diesen Prozess für Sie anstoßen können. Das ist insofern hilfreich, als Ihre Kontakte oft von der Unterwanderung Ihres Kontos wissen, bevor Sie selbst etwas davon mitbekommen. Werden die gestohlenen Anmeldedaten auch auf anderen Plattformen genutzt, sollten sie dort natürlich schnellstmöglich geändert werden. Und seien Sie beim nächsten Mal vorsichtiger! Es gibt kaum Fälle, in denen Web-Dienste E-Mails versenden, in denen die Login-Informationen abgefragt werden. Grundsätzlich ist es immer besser, ausschließlich Online-Dienste zu nutzen, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangen - das macht es schwieriger, Daten zu entwenden. Quelle: dapd
Gefälschte Antivirus-MeldungenFake-Warnmeldungen des Virenscanners gehören zu den sichersten Anzeichen dafür, dass das System kompromittiert wurde. Vielen Anwendern ist nicht bewusst, dass in dem Moment, wo eine derartige Meldung aufkommt, das Unheil bereits geschehen ist. Ein Klick auf "Nein" oder "Abbrechen", um den Fake-Virusscan aufzuhalten, genügt natürlich nicht - die Schadsoftware hat sich bestehende Sicherheitslücken bereits zunutze gemacht und ist ins System eingedrungen. Bleibt die Frage: Warum löst die Malware diese "Viruswarnung" überhaupt aus? Ganz einfach: Der vorgebliche Prüfvorgang, der immer Unmengen an "Viren" auftut, wird als Lockmittel für den Kauf eines Produkts eingesetzt. Wer auf den dargestellten Link klickt, gelangt auf eine professionell anmutende Website, die mit positiven Kundenbewertungen und Empfehlungen zugepflastert ist. Dort werden Kreditkartennummer und andere Rechnungsdaten abgefragt - und immer noch viel zu viele Nutzer fallen auf diese Masche herein und geben ihre Identität freiwillig an die Kriminellen ab, ohne etwas davon zu merken. Quelle: dpa/dpaweb

Unter anderem aus diesem Grund hört man bei den Cebit-Verantwortlichen das Wort "IT" – oder, noch schlimmer, weil so nach "Neunziger Jahre" klingend – das Wort "Computermesse" heute gar nicht mehr so gerne. Viel lieber möchte die Deutsche Messe ihr lange Zeit erfolgreiches, aber in den letzten Jahren doch ein wenig strauchelndes und unter Druck geratenes Lieblingskind noch einmal neu erfinden.

Die Digitalisierung sei das Top-Thema der Cebit, verkündete Messe-Chef Oliver Frese in einem Interview vor dem Veranstaltungsstart. Und bei ihrer Eröffnungspressekonferenz am Sonntag übten sich der ITK-Branchenverband Bitkom – der wiederum den Messebeirat der Messe mit Vertretern der Aussteller-Firmen besetzt – und die Cebit-Führung im demonstrativen Schulterschluss, vertreten durch Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder sowie Messe-Vorstand Frese.

"Die CeBIT will die weltweit wichtigste Messe für Cloud Computing sein", verkündete Deutsche-Messe-Chef Frese. Immerhin: Es ist ihm im November 2015 nach zähen Verhandlungen gelungen, den weltweiten Cloud-Primus Salesforce als gewichtigen Partner an Bord zu holen, der unter anderem zwei komplette Messehallen auf der CeBIT anmietet. Vergleichbare Pläne gab es bereits 2013, diese scheiterten aber unter anderem am Gegenwind des deutschen Salesforce-Konkurrenten SAP.

Neben ordentlichem Umsatz in den Kassen der Deutschen Messe dürften die Amerikaner bei einem weiteren Ziel helfen, das sich die Cebit auf die Fahne geschrieben hat: "Wir wollen den disruptiven Geist des Silicon Valley in Hannover haben", beteuerte Rohleder gestern. Ein solcher Spirit, so hofft der Bitkom-Chef, könne dann auch den hiesigen Firmen Beine machen: Zwar hätten die meisten Unternehmen inzwischen erkannt, dass sie sich digitalisieren müssten – es hake aber oft noch an der Umsetzung.

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Und genau hier wolle könne die Messe ansetzen: „Die Cebit ist Druckbetankung in digitaler Transformation für Unternehmen in fünf Tagen“, so Rohleder. Die scheint in der Tat mehr als nötig: Laut einer vom Bitkom durchgeführten und gestern vorgestellten Umfrage nutzen acht von zehn deutschen Unternehmen immer noch häufig das Faxgerät zur Kommunikation, nur halb so viele setzen Online- oder Videokonferenzen ein – und sogar nur 15 Prozent Soziale Netzwerke.

Der Weg in die schöne neue Digitalwelt ist also noch weit - insbesondere für die deutschen Unternehmen.

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