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Cognitive Computing Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine wird neu geschrieben

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Praktische Hilfestellung

Eines der gegenwärtig wichtigsten Einsatzgebiete von Watson ist der medizinische Sektor. IBM arbeitet mit mehreren renommierten Kliniken in den USA zusammen, zum Beispiel mit dem Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York, um gemeinsam interaktive Programme zur Krebsbehandlung zu entwickeln. Watson wertet hierfür die umfangreichen Krankenakten der Krebspatienten sowie Forschungsdatenbanken aus, um für Patienten schnellstmöglich die richtigen, personalisierten Therapien zu entwickeln.

Erhält ein Patient beispielsweise die Diagnose Lungenkrebs, stellt der behandelnde Arzt per Texteingabe seine Fragen an Watson und dieser wertet alle Daten aus. Dazu gehören die elektronisch vorliegenden Patientenakten mit bisherigen Erkrankungen und Behandlungen, Studien aus Tausenden von wissenschaftlichen Zeitschriften, Behandlungsrichtlinien und die Datenbanken des Krankenhauses, in denen bisherige Therapieerfolge dokumentiert sind. Innerhalb kürzester Zeit erhält der Arzt eine Liste möglicher Behandlungsoptionen – mit einer Prozentangabe, welche am besten passt, inklusive einer Begründung mit Angabe der Quelle, auf die Watson sich stützt.

Roboter managen ein ganzes Hotel
Das Hotel Henn-na wird fast komplett von Robotern betrieben. Es hat am 17. Juli eröffnet und befindet sich in dem Vergnügungs- und Freizeitpark Huis Ten Bosch in Sasebo, Nagasaki in Japan. Quelle: © Huisten Bosch
Insgesamt arbeiten im Hotel mindestens acht Roboter. Sie sind an der Rezeption, im Service, als Gepäckträger, an der Schließfachverwaltung und beim Putzen eingesetzt. Quelle: © Huisten Bosch
Das Hotel hat zunächst mit 72 Zimmern eröffnet. Nach einem erfolgreichen Testbetrieb ist die doppelte Anzahl mit 144 Zimmern geplant. Quelle: © Huisten Bosch
Rezeption mit Robotern
Hier stellt sich einer der Rezeptionsroboter vor Quelle: Screenshot
Die englischsprachigen Gäste müssen mit dem Dinosaurier Vorlieb nehmen. Er soll aber genauso freundlich und klug sein, wie die japanische Kollegin. Quelle: Screenshot
Das ist der vollautomatische Gepäckträger. Quelle: Screenshot

Dr. Larry Norton vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center sagt: „Die Computerwissenschaft entwickelt sich schnell und die Medizin mit ihr. Das nennt man Koevolution. Wir helfen uns gegenseitig. Ich stelle mir zukünftig Situationen vor, in denen mein Patient, die Pfleger, mein Doktorand, der Computer und ich gemeinsam im Behandlungszimmer sind und miteinander arbeiten.“

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    Darüber hinaus hat das israelisches IBM Team in Haifa Watson so trainiert, dass er Brustkrebs auf Bildern erkennen und textlich erläutern kann. 

    Der Erfolg kognitiver Systeme wird sich also nicht mehr an Turing-Tests oder der Entwicklung möglichst perfekter menschlicher Klone orientieren. Wir brauchen kein technisches Abbild des Menschen, sondern praktische Hilfestellung, um Leben zu retten, Krankheiten zu behandeln, bessere Produkte zu entwickeln oder den Return-on-Investment zu steigern.

    Technologie



    Daran arbeitet unsere Branche mit Hochdruck. Denn diese Technologien sind unsere beste – und vielleicht sogar unsere einzige – Chance, einige der größten Probleme unseres Planeten zu lösen: von der erfolgreichen Behandlung von Krebs über den Klimawandel bis hin zum besseren Verständnis komplexer wirtschaftlicher Zusammenhänge im Kontext des Internet of Things.

    Eines indessen sollte klar sein: Lernende Systeme werden niemals unser eigenes kreatives Denken ersetzen. Aber sie sollen und werden uns sehr wohl von eintönigen, langweiligen und immer wiederkehrenden Aufgaben befreien, so dass wir sehr viel besser unsere intellektuellen Potenziale nutzen können.

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