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Das digitale Ich Angriff der Körpermesser

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Mobile Revolution

Wie schlau sind Smartwatches wirklich?

„Vor allem smarte Uhren und Brillen“, prophezeit Joshua Flood, Analyst beim US-Marktforscher Abi Research, „können unseren Umgang mit mobilen Geräten revolutionieren.“ Seine Prognose: Dieses Jahr werden 90 Millionen Wearables verkauft – und 2015 schon 165 Millionen. „Langsam erst begreifen wir“, sagt Flood, „was mit vernetzen Geräten möglich wird.“

Drei Faktoren treiben die Entwicklung: Erstens machen die Computer zum Anbinden, Anstecken und Aufsetzen das Internet überall verfügbar. Die virtuelle Welt wird Teil der Wahrnehmung. Googles Datenbrille Glass etwa lotst Nutzer des Fahrradverleihs Citi Bike durch New York, zeigt an, wie viel Mietzeit ihnen noch bleibt, und informiert über Sehenswürdigkeiten.

Subtiler noch agiert die smarte Jacke Navigate, die das australische Startup Wearable Experiments verkauft: Sie navigiert ihren Besitzer mit Vibrationen in den Ärmeln nach links und rechts und so zum Ziel.

Zweitens sind smarte Uhren, Brillen und Ansteck-Computer darauf getrimmt, uns nur die Informationen zu liefern, die zu unserer Situation passen. Das silberne Armband Memi etwa vibriert diskret, wenn ein Anruf auf dem Handy eingeht – aber es bleibt am Wochenende stumm, wenn der Chef dran ist.

Drittens überwacht und vernetzt die Technik nun auch unseren Körper. Forscher arbeiten beispielsweise an Sensor-Pflastern, die permanent Blutwerte wie die Zucker- oder die Calcium-Konzentration messen – und per Mobilfunk beim Hausarzt Alarm schlagen, wenn eine Krankheit im Anmarsch ist.

Um den Trend nicht zu verschlafen wie vor sieben Jahren beim Smartphone, bringen die großen Elektronikhersteller, seien es Samsung, Sony oder LG, reichlich Wearables auf den Markt. Sie wollen sich nicht wieder von jemanden wie Apple überraschen lassen. Dutzende Startups im Silicon Valley hoffen derweil, die nächste Milliarden-Dollar-Idee im Köcher zu haben, und Investoren schließen gewaltige Wetten ab. So sammelte Jawbone, Anbieter eines Fitnessarmbandes, 250 Millionen Dollar ein – und ist jetzt 3,3 Milliarden Dollar wert.

Im Rausch der neuen Hardwarewelle entstehen teils skurril anmutende Produkte. Etwa die Ansteckkamera des schwedischen Anbieters Narrative, die alle 30 Sekunden ein Foto schießt – und so ein Bilderbuch des Alltags in der Cloud ablegt. Oder das Mikrofon-Armband des US-Startups Kapture, das rund um die Uhr Gespräche und Geräusche aufnimmt – und auf Knopfdruck die letzten 60 Sekunden speichert. Wie vielen Menschen wird sie die 99 Dollar Kaufpreis wert sein?

Das eigene Leben optimieren

Größere Verkaufschancen als viele der Nischenprodukte dürften nach Ansicht der Marktforscher smarte Uhren haben. Denn sie bündeln, ähnlich wie das Smartphone, mehrere Funktionen in einem Gerät. Samsung und andere Hersteller haben vorgelegt – nun fragt sich die Branche, wie iPhone-Erfinder Apple mit dem Trend umgeht. Der Konzern gilt als unschlagbar darin, nicht nur ein neues Gerät zu erfinden, sondern eine völlig neue Produktkategorie.

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