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Datenauswertung Big Data - die große Chance für Ingenieure

Wie wettbewerbsfähig ist der IT-Standort Deutschland? Diese Frage stellte sich der Verein Deutscher Ingenieure im Vorfeld der Cebit. Die Ergebnisse zeigen massive Schwachstellen auf.

IBM-Messestand auf der Cebit Quelle: REUTERS

„Die Welten der Informatiker und der Ingenieure wachsen immer mehr zusammen“, sagte Dieter Westerkamp, Leiter Technik und Wissenschaft im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) auf der Cebit fest. Automobilhersteller verbauen inzwischen leistungsfähige Rechner in ihre Karosserien, Maschinenbauer lassen Roboter arbeiten und Stromkonzerne setzen auf Computergesteuerte, intelligente Netze. Und das Tempo, mit dem diese zwei Branchen zusammenwachsen, steigt rasant. Ebenso wie die Datenmengen, die Unternehmen inzwischen in ihren jeweiligen Branchen bewältigen müssen.

So kocht auch das Thema Big Data immer weiter hoch. Es steht im Mittelpunkt der diesjährigen Cebit. Der Trend bezeichnet große Mengen an Daten aus unterschiedlichen Quellen, die mit Hilfe neu entwickelter Technologien erfasst, durchsucht und analysiert werden können. Nahezu alle Vertreter der Branche wiederholen mantraartig, dass Daten „das neue Öl sind“. Dabei stehen viele Unternehmen dem Megatrend irritiert gegenüber.

Um herauszufinden, wo genau die Reibungspunkte liegen, hat der Verein unter seinen über 150.000 Mitgliedern kurz vor der Messe eine Umfrage durchgeführt. Danach haben fast ein Drittel der Befragten angegeben, dass Big Data einer der größten Trends des Jahres ist. Dass die geschickte Analysen von Daten der deutschen Industrie in den kommenden fünf Jahren nutzen wird, glaubt ebenfalls eine Mehrheit. Fast 50 Prozent schätzen das Potenzial, das in Big Data steckt als „hoch“ ein, fast 16 Prozent sogar als „sehr hoch“.

Konkrete Big-Data-Beispiele

Etwas pessimistischer fällt die Betrachtung jedoch aus, wenn es um das eigene Unternehmen geht. Hier bewerten immerhin über 20 Prozent der Befragten das Potenzial als „gering“ und 30 Prozent als „mittel“. Knapp über 30 Prozent entschieden sich für die Antwortmöglichkeit „hoch“, unter zehn Prozent für „sehr hoch“. Diejenigen, die Potenziale sehen, glauben vor allem an eine bessere Fehlerdiagnose bei Produktionsabläufen und dadurch eine Produktverbesserung. „Eines der Probleme ist, dass sich viele Unternehmen nicht vorstellen können, welcher konkrete Nutzen ihnen Datenanalysen wirklich bringen“, sagt Dieter Westerkamp auf der Cebit. „Schließlich gibt es auch noch sehr wenig Fallbeispiele.“

Tatsächlich nutzen laut VDI-Umfrage derzeit nur zehn Prozent der deutschen Großunternehmen umfassende Auswertungen von Daten. Etwas weniger sind es bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Gerade die KMU schöpfen das Potenzial des „neue Öls“ noch lange nicht aus. Fast 60 Prozent der Befragten dieser Gruppe gaben ab, Big Data noch nicht zu nutzen. Interessant dabei: Für KMU fängt Big Data laut VDI bei einer Datenmenge von einem Terrabyte an. Bei Großunternehmen werden in der Regel über 100 Terrabyte durchleuchtet.

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