Dekra-Award Nachhaltig heißt wirtschaftlich denken

Seite 2/3

Doch statt weiter Neuerungen auf den Markt zu drücken und zu hoffen, dass die Käufer sie annehmen, zäumten die Badener nun das Pferd vom Kunden her auf. Sie befragten 8000 Kneipiers und Betreiber von Großküchen nach ihren Vorstellungen. Ergebnis: Den Nutzern geht es – neben einfacher Bedienung und Zuverlässigkeit – vor allem um niedrigen Verbrauch von Wasser, Energie und Spülmittel. „Die Kunden denken nachhaltig, weil sie wirtschaftlich denken“, sagt Hobart-Geschäftsführer Silvio Koch.

Die Entwickler konstruierten nun Anlagen, die mit deutlich weniger Wasser, Energie und Reinigungschemie auskommen. Für das 2007 lancierte Modell Premax optimierten sie die Einspritzdüsen so, dass die Wassertröpfchen in optimaler Form auf das Spülgut treffen. Die Maschine sparte 50 Prozent Wasser, 30 Prozent Strom und bis zu 80 Prozent Chemie ein. Doch zwei Jahre später hatten die Konkurrenten ihre Energiefresser nachgebessert.

Jetzt gingen die Hobart-Ingenieure in Mensen und Kantinen und schauten dem Personal bei der Arbeit zu. Die Küchenhilfen nutzten die vielen Einstellmöglich- » » keiten für unterschiedlich gefüllte Spülmaschinen und stark oder wenig verschmutztes Geschirr so gut wie nie, weil sie kaum ausgebildet waren und oft wechselten.

Bei der neuesten Generation der Premax stellen Sensoren deshalb Wasser- und Chemieverbrauch sowie Wassertemperatur je nach Verschmutzung und Menge des Spülguts ein. Die 2009 marktreife Technik senkt die Verbräuche nochmals um rund ein Fünftel. Mehr als 250 000 Euro sparen die Anlagen im Vergleich zu ihren Vorgängern im Laufe ihres etwa zehnjährigen Lebens ein. „Mit der erheblichen Reduzierung von Wasser, Energie und Reinigungsmitteln hat Hobart die Belastung der Umwelt nachhaltig reduziert“, lobt die Jury. „Die Reaktion der Kunden ist überwältigend“, sagt Koch, „Nachhaltigkeit bleibt auch deshalb für uns ein zentrales Thema.“ Jetzt wollen die Hobart-Ingenieure mit weiteren, noch geheimen Verbesserungen noch eins drauflegen.

Preisträger Gesundheit

Fußball, Joggen, Volleyball – Neff-Chef Albin Andreas Finck liebt es sportlich. Wenn bei der Tochter von Bosch Siemens Hausgeräte mit 1300 Mitarbeitern heute 25 Trainings- und Sportgruppen von Aquajogging und Yoga bis zu Beachvolleyball und Badminton existieren, liegt das vor allem an Finck.

Als der Ingenieur vor zehn Jahren am Stammsitz im badischen Bretten antrat, wo Neff jährlich 1,4 Millionen Küchengeräte vom Herd bis zum Kühlschrank baut, gab es im Betrieb nur einen Fußball- und einen Volleyballclub. Damals schon war für Finck absehbar, dass eine seiner Herausforderungen die Alterung der Belegschaft sein würde: „Wir mussten auf die demografische Herausforderung reagieren.“ Damals lag das Durchschnittsalter der Neff-Belegschaft noch bei 40 Jahren, heute sind es schon 42,5 Jahre.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%