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Die beste Fabrik Effizienz-Revolution in deutschen Fabriken

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Grafik: Produktivitätshebel in der Zukunft

Stattdessen bauen sie jetzt als einziger Hersteller auch maßgefertigte Dachfenster und liefern sie innerhalb von acht Tagen. Der Dachdecker erhält die Fenster mit vormontiertem Wärmedämmrahmen und kann sie so zügiger einbauen. Und zu den Dachfenstern kann auch ein Sonnenkollektor oder eine Fotovoltaikanlage aus Roto-Produktion bestellt werden. Das neue Geschäftsfeld, da ist Rosenkranz zuversichtlich, werde für rege Nachfrage sorgen: Der Umsatz mit der Solartechnik soll in fünf Jahren von 40 auf 200 Millionen Euro steigen.

„Erst die vielen parallelen Innovationen und Aktionen erzeugen jene Dynamik, die in kräftige Produktivitätsgewinne und Umsatzsprünge mündet“, lobt Insead-Juror Christoph Loch. Der Lohn: Bestnoten für die Franken in fast allen Kategorien, die über die Güte einer Fabrik entscheiden – vom Geschäftsmodell über die strategische Umsetzung bis hin zur engen Einbindung von Kunden und Beschäftigten.

Produktionskompetenz ist kein Hemmschuh

Die gleiche breit gefächerte Exzellenz fand die Jury auch bei den anderen diesjährigen Preisträgern: dem Industriekran-Hersteller Demag Cranes & Components aus Wetter an der Ruhr, dem französischen Unternehmen Technip, Armor und Alstom, den spanischen Siegern Ficosa und Vestas sowie dem Züricher ABB-Werk für Hochspannungssysteme. Die Schweizer fielen in die deutsche Wertung, weil es bei den Eidgenossen bisher keinen eigenen Wettbewerb gibt. Ihre Leistung wurde ebenfalls mit Platz eins belohnt.

Grafik: Wachstumstreiber Old Economy

„Die Beteiligung selbst aus solchen Ländern unterstreicht, wie elementar industrielle Produktion für Europa nach wie vor ist“, sagt Insead-Professor Loch. Das gilt ganz besonders für Deutschland. In keiner anderen hochentwickelten Volkswirtschaft ist industrielle Kompetenz so entscheidend für Wohlstand und Beschäftigung. Mehr als 23 Prozent der Bruttowertschöpfung entfiel hier 2008 auf die Industrie. In den USA waren es 13,3 Prozent, in Großbritannien und Frankreich noch weniger. Die Industrie stellt mit 14,4 Millionen Arbeitsplätzen rund 36 Prozent aller Jobs. Ihre Güter dominieren mit 87 Prozent den Export; 90 Prozent aller Ausgaben der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung investiert die Industrie.

Alles nur Zeichen für den unterbliebenen und längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft, wie manche Kritiker behaupten? WHU-Experte Huchzermeier bezeichnet das als Unsinn: „Jedes Land müsse seine komparativen Vorteile ausspielen. Die hier aufgebaute Produktionskompetenz ist kein Hemmschuh, sondern Ausgangspunkt für künftiges Wachstum.“

Huchzermeier stützt sich bei dieser Einschätzung auf eine ausführliche Studie, die an seinem Lehrstuhl mit Teilnehmern des Fabrik-Wettbewerbs in Deutschland erstellt wurde. Während sie jedes Jahr im Durchschnitt um 8,4 Prozent produktiver wurden, legte die Gesamtwirtschaft nur um 1,5 Prozent zu.

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