Airbnb, Uber und Co Warum die geteilte Welt nicht nur hip ist

Wissenschaftler haben Chancen und Risiken der "sharing economy" beleuchtet. Angebote wie Airbnb und Uber gelten zwar als hip und haben ein hohes Wachstumspotenzial, gänzlich unreguliert bergen sie aber Risiken.

Jemand sucht eine Bleibe bei Airbnb. Quelle: REUTERS

Teilen ist hip. Vor allem junge Leute haben zunehmend keine Lust mehr auf ein eigenes Auto. Dank Carsharing-Angeboten brauchen sie das auch nicht, per Smartphone-App lässt sich eines der geteilten Autos blitzschnell bestellen. Ebenfalls per App wird beim Übernachtungsportal Airbnb die Ferienwohnung für den Urlaub gemietet und per Uber ein Chauffeur zum Flughafen geordert.

Teilen gilt als ressourcenschonend und verspricht viele Vorteile. Trotzdem hat die "sharing economy" auch Nachteile, wie Forscher des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag der Randstad Stiftung analysiert haben.

Warum Uber so umstritten ist

In ihrer Studie "Sharing Economy - Chancen, Risiken und Gestaltungsoptionen für den Arbeitsmarkt" stellen die Autoren Werner Eichhorst und Alexander Spermann Chancen und Risiken des hippen Teilens einander gegenüber.

Die Chancen sind weniger verwunderlich. Viele der Geschäftsmodelle bieten ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Beflügelt wird dies durch die oft niedrigen Kosten. Ist die Online-Plattform erst einmal programmiert, kann sie relativ kostengünstig betrieben werden. "Dieses Phänomen ermöglicht hohe Erträge und damit exponentielles Wachstum durch ein weltweites Ausrollen des Geschäftsmodells", erklären die Studienautoren.

Oft, so die Wissenschaftler, würden sich auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben. Beim umstrittenen Fahrdienst Uber beispielsweise sind die Fahrer in der Regel selbständig. Viele von ihnen nutzen die per App angebotenen Fahrten nur als Zuverdienst neben einem normalen Job, beispielsweise um sich nebenbei mal etwas gönnen zu können.

Was nach Zufriedenheit auf allen Seiten klingt birgt allerdings auch Risiken. Die Selbständigen müssen naturgemäß allein für ihre soziale Absicherung sorgen, der Auftraggeber hält sich aus Dingen wie der Altersvorsorge oder Krankenversicherungen raus. Die Autoren der Studie befürchten, daraus könnten Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme resultieren.

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Eichhorst und Spermann plädieren daher für eine sanfte Fürsorge von Tarifparteien und dem Gesetzgeber. Kommt es zu einer Überregulierung, würde man die beschäftigungsbedingten Chancen der "Share Economy" abwürgen. Überlässt man den Bereich allerdings sich selbst, so die Autoren, würde möglicherweise der Schutz von Arbeitnehmern und Konsumenten vernachlässigt. Eine "Regulierung mit Augenmaß" sei daher der richtige Weg.

Zudem warnen die Wissenschaftler davor, Sharing-Angebote pauschal als nachhaltig zu bewerten. Laut Eichhorst und Spermann zeige der New Yorker Taximarkt, dass ein gewisser Gegeneffekt eintreten könne. Denn seit dem Markteintritt von Uber, so die Studienautoren, hätten in Big Apple deutlich mehr Taxifahrten stattgefunden. Die Forscher begründen das mit den vergleichsweise niedrigen Preisen und beschreiben den "Rebound-Effekt". Zwar werden zunächst weniger Autos benötigt. Dennoch kreieren die niedrigen Preise eine Mehrnachfrage und die Mobilität steigt insgesamt an. Ein ähnliches Phänomen sei auch im Zuge der Billigfluglinien aufgetreten, die zu insgesamt deutlich mehr Fluggästen geführt haben, so Spermann und Eichhorst.

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