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Amen-Gründer Petersen „Wenn Mark Zuckerberg Amen nutzt, ist es vielleicht doch nicht so doof“

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Foursquare startete mit Petersens Idee durch

Petersen (links) und Twitter-Mitgründer Florian Weber:

Sie haben mögliche Verknüpfungen mit Foursquare schon erwähnt und nutzen den Eincheck-Dienst auch selbst regelmäßig. Sind Sie dabei gar nicht sauer, dass da jemand die Idee, die Sie mit ihrem Startup Plazes auch hatten, erfolgreicher umgesetzt hat?

Nö, wir haben es ja erfolgreich verkauft. Natürlich waren wir zu früh. Es gab noch keine GPS-Smartphones und als wir Plazes verkauft haben, hat Apple seine iPhone-Apps herausgebracht. Man fragt sich schon, was passiert wäre, wenn wir diese Möglichkeiten gehabt hätten. Aber es war ja auch nicht nur ein Problem des Timings, das ist oft eine Ausrede.

Ob Foursquare oder Instagram, wenn erst einmal alle Freunde mitmachen, kann man sich leicht vorstellen, dass diese Dienste cool sind. Das Grundproblem ist aber erst einmal dahin zu kommen, dass alle Freunde das nutzen. Foursquare hat es geschafft, indem sie ein Spiel daraus gemacht haben. Und ganz ehrlich: Das haben wir bei Plazes nicht so gut gelöst.

Doch Foursquare hat uns ja auch nicht kopiert. Den Gründer Dennis Crowley kannte ich noch von Dodgeball, damit hatte er vorher schon eine ähnliche Idee. Dann hat er es an Google verkauft und saß da frustriert herum. Danach haben wir den Ball aufgenommen, an Nokia verkauft und ich saß frustriert bei Nokia rum. Dennis hat den Ball wieder aufgenommen und das Tor gemacht. Er hat den Erfolg verdient.

Stichwort Nokia. Neben Plazes haben die Finnen zahlreiche innovative Startups gekauft. Wieso haben sie es nicht geschafft, deren Potenzial für sich zu nutzen?

Das ist schwierig und ich habe auch zu wenig Einblick, um mir eine endgültige Antwort anzumaßen. Nokia war Weltmarktführer mit einem hervorragend funktionierenden Modell. Plötzlich ändert sich das Spiel und die Differenzierung findet über Software statt. Einige Leute haben das erkannt und mit dem Kauf von Firmen wie Plazes oder Dopplr die richtige Entscheidungen getroffen. Doch am Ende fehlte ganz oben in der Organisation die Einsicht, wie wichtig die Softwarestrategie sein wird. Es ist eben schwierig, so ein Dickschiff umzudrehen.

Die besten Standorte für Startups
Platz 17: Berlin Quelle: dpa
Platz 10: Moskau Quelle: dpa
Platz 9: Bangalore Quelle: Reuters
Platz 8: Sao Paulo Quelle: Reuters
Platz 7: Singapur
Platz 6: Los Angeles Quelle: AP
Platz 5: Tel Aviv Quelle: Reuters

Der Verkauf von Plazes hat Ihnen viel Geld gebracht, inzwischen investieren sie auch in andere Berliner Startups. Von welchen Firmen erwarten Sie den Durchbruch?

Loopcam hat eine gute Chance. Das ist ein eigenes Format, eine eigene Ästhetik und die Leute lieben Video. Audiovisuelles funktioniert auf dem Handy enorm gut. Über einen Tweet muss ich erst einmal nachdenken, deswegen ist Twitter vielleicht auch nie so groß geworden wie Fotosharing auf Facebook. Es ist leichter, sich auszudrücken, indem ich ein Foto mache
Und Loopcam hat dabei einen coolen Dreh gefunden.

Aufstrebende Berliner Startups

Auch Gidsy ist sehr einleuchtend. Wenn man es gut macht, die richtige Community zusammen hat und die Qualität stimmt, ist das sehr berechenbar. Social ist immer sehr binär: ein Angebot geht ab oder geht nicht ab. Ein Dienst wie Gidsy kann sich dagegen viel erarbeiten, wie jetzt beispielsweise durch eine Kooperation mit Jamie Oliver.

Und natürlich denken wir alle, dass Soundcloud irgendwann ein IPO macht und das erste Facebook aus Berlin wird. Über das Investment bin ich sehr glücklich.


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