Apple Pay Apples Bezahl-App auf dem Prüfstand

Seit zehn Monaten läuft Apples Bezahldienst Pay in den USA. Beim Praxistest unter Realbedingungen ergaben sich ungeahnte Hindernisse.

Apple Pay Quelle: AP

Apple-Chef Tim Cook lässt keine Gelegenheit aus, sein Zahlungssystem Apple Pay anzupreisen. Kein Wunder: Sein Konzern verdient nicht nur bei jeder Transaktion mit, sondern kurbelt auch noch die iPhone-Umsätze an.

Denn das drahtlose, per Fingerabdruck gesicherte Zahlen funktioniert nur mit den beiden iPhone 6 Flaggschiff-Modellen, neueren iPads und der Apple Watch. Zehn Monate nach Einführung offerieren etwa 70 Händler an rund 700.000 Standorten Apple Pay.

Was Apple Watch und iPhone 6 drauf haben
Hommage von Tim Cook an Apple-Gründer Steve Jobs: Im Flint Center wurde schon vor 30 Jahren der Mac präsentiert. Hier stellte nun Cook Anfang September 2014 die neuesten Apple-Produkte vor. Quelle: Matthias Hohensee
apple watch Quelle: Matthias Hohensee
Bedienung der Apple Watch Quelle: Matthias Hohensee
Smartwatch Apple Watch am Handgelenk Quelle: Matthias Hohensee
Moto 360 und Apple Watch im Vergleich Quelle: Matthias Hohensee
Akku der Apple Watch ist schwach auf der Brust Quelle: Matthias Hohensee
Apple Watch Quelle: Matthias Hohensee

Ich mache den Selbsttest an meinem kalifornischen Wohnort Santa Cruz. Meine American Express und meine Chase Visa Karte habe ich auf meinem iPhone 6 freigeschaltet. Beide Karten werden in der sogenannten Passbook App verwaltet. In der App kann ich auch festlegen, welche von ihnen die Standard-Bezahlkarte sein soll. In meinen Fall die Cash Blue Card von American Express.

Geschäfte im näheren Umkreis zu finden, die Apple Pay akzeptieren, ist gar nicht so einfach. Apple informiert zwar auf seiner Webseite, wie das System funktioniert – einfach Handy an den Kreditkartenscanner halten und dabei mit dem Finger den Fingerabdrucksensor berühren. Aber ein Verzeichnis der Händler oder deren Suche nach Postleitzahl wird nicht offeriert.

Das iPhone 6 wird sofort erkannt

Stattdessen listet Apple die Namen und Logos seiner Partner. Die kalifornische Supermarktkette Safeway, in der ich normalerweise einkaufe, ist nicht dabei. Auch die Elektronikhandelskette Best Buy ist nicht verzeichnet, dafür der Büroartikelhändler Staples. Dort beginnt mein Test mit dem Kauf von Filzstiften und Papier.

An der Kasse prangt auf dem Kreditkartenscanner prangt ein Schild mit dem Apple-Pay-Logo. Mein iPhone 6 wird auch sofort erkannt, ein Bild meiner American Express Karte leuchtet auf dem Display auf. Die Meldung „Fertig“ in einem runden Kreis bestätigt die Zahlung. Das sollte laut Apple-Werbung reichen.

Ist aber nicht der Fall. Ich müsse noch unterschreiben, fordert mich Kassiererin Nimisha auf, eine immer gut gelaunte Asiatin, bei der ich oft einkaufe. Warum? Schließlich liegt der Betrag weit unter den üblichen 50 Dollar, die sonst für eine Unterschrift nötig sind. „Wir brauchen auch den Nachweis per Papier, dass Sie eingekauft haben”, erklärt sie. Wie oft wird Apple Pay genutzt? „Sehr oft”, sagt Nimisha. „Von mir aber nicht.” Warum? „Ich habe nur ein einfaches Mobiltelefon, das iPhone ist mir zu teuer”.

Fazit Staples: 21.64 Dollar mit Apple Pay

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