Apple und Netflix Warum die Streamer auf Eigenproduktionen setzen

Netflix will in Zukunft deutlich mehr auf selbst produzierte Inhalte setzen. Und auch Apple soll an Plänen für eigene Filme und Serien arbeiten. Das hat gute Gründe.

Netflix will künftig mehr auf eigene Filme und Serien setzen. Quelle: AP

Der Markt für Filme und Serien im Netz wächst. Jetzt steigt offenbar auch Apple als Produzent ein. Der iPhone-Konzern denkt laut Medienberichten über TV-Serien aus eigener Produktion nach.

Wie weit die Ambitionen des US-Unternehmens wirklich gehen, ist aber noch unklar. In den vergangenen Wochen habe Apple sondierende Gespräche in Hollywood geführt, heißt es. Laut einem ranghohen Manager aus der Entertainment-Branche sei das Ziel, Programme für einen eigenen Streaming-Dienst zu drehen, schrieb „Variety“. Bloomberg zufolge geht es um TV-Serien, Apple habe aber noch keine Entscheidung getroffen.

Apple ist laut Medienberichten schon länger in zähen Verhandlungen über Rechte für TV-Programme in den USA. Ein neuer Online-Fernsehdienst, über den schon lange spekuliert wird, ist immer noch nicht gestartet. Der Konzern produzierte bereits selbst Werbe- und Musikvideos. Mit fast 200 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hätte Apple mehr als genug Geld, um die Branche aufzumischen.

Wissenswertes über Netflix

Mit eigenen Serien oder Filmen würde Apple zum Wettbewerber für Streaming-Konkurrenten von Netflix oder Amazon werden. Die produzieren bereits eigene Inhalte, die wie "House of Cards" und "Transparent" schnell zu Kritiker- und Publikumslieblingen wurden.

Netflix künftig ohne Epix

Der Erfolg der eigenen Produktionen macht offenbar selbstbewusst. Am Montag gab Netflix bekannt, dass es den Vertrag mit dem TV-Kabel- und Satellitenprogramm Epix Ende September auslaufen lässt. Filme wie der Blockbuster "Transformers" werden dann bei dem Dienst nicht mehr zu sehen sein.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Dadurch spart sich der Dienst nicht nur teure Lizenzgebühren. „Durch unsere eigenen Filme und einige innovative Lizenz-Vereinbarungen mit verschiedenen Filmstudios verfolgen wir das Ziel, ein besseres Film-Erlebnis zu bieten“, sagte Ted Sarandos, Manager im Bereich der Programmgestaltung des Unternehmens, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Klartext: Im härter werdenden Kampf der Streaming-Portale helfen nur Alleinstellungsmerkmale, um Kunden zu gewinnen. Die bekommen die Anbieter nur, wenn sie eigene Inhalte produzieren – oder exklusive Deals schließen.

Einen solchen hat Netflix offenbar für das kommende Jahr in der Tasche: Dann soll der Streaming-Dienstleister die Rechte haben, um Walt-Disney-Filme nach Kinostart exklusiv zu zeigen. Außerdem plant das Unternehmen, mit dem amerikanischen Animationsstudio DreamWorks Animation SKG Inc. Shows zu entwickeln.

Im Juni 2016 soll laut Netflix die Produktion des Satire-Films „War Machine“ beginnen. In einer der Hauptrollen: Hollywood-Star Brad Pitt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%