WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Apples iPad Die i-Volution geht weiter

Seite 3/3

Zum iPad stellt Apple-Chef Quelle: AP

Der Bewegungssensor, der das Bild in die Horizontale oder Waagerechte kippt, reagiert gut, nicht zu voreilig, nicht zu langsam. Etwas warten muss ich nur, als ich eins der geladenen Videos anklicke – „Up“ von Jobs ehemaligem Trickfilmstudio Pixar – und eine Szene auswähle – der Aufbau des Bildes dauert ungefähr zwei Sekunden, wird wahrscheinlich zwischengespeichert. Dann läuft der Film, mit zweimaligem Tippen wird der ganze Bildschirm ausgefüllt. Eindrucksvoll ist vor allem das 9.7 Zoll große, hochauflösende Display – das vom iPhone wirkt dagegen mickrig. Ganz zu schweigen von Buchlesegeräten, die sogenannte e-ink Displays nutzen wie der Kindle von Amazon.com und der E-Reader von Sony. Der Vergleich ist zwar nicht fair, weil das iPad nicht vorrangig für den Konsum von Büchern gedacht ist und sein Akku auch nur maximal zehn Stunden reicht. Aber bei dem iPad Preis werden Amazon.com und Sony ihre Display-Wahl überdenken oder ihre Geräte wesentlich günstiger anbieten müssen.

Schwerer als vermutet

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Gewicht des iPads, besonders im Vergleich mit Buchlesegeräten wie dem Kindle. Das iPad ist zwar nur 680 Gramm schwer, aber die spürt man schon. Stundenlanges Halten dürfte in die Handgelenke gehen, aber man kann es ja in den Schoss legen. Heiß wurde das iPad – zumindest beim Kurztest – überhaupt nicht. Apples Ingenieure haben für das Gerät extra einen Prozessor namens A4 entwickelt, der zudem eine Laufleistung von zehn Stunden garantieren soll.

Das iPad in der Hand halten und tippen, geht zwar, ist aber unbequem. Leichter wird es, wenn man das Tablet auf den Tisch legt und darauf tippt. Es ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Apple bietet eine externe Tastatur als Zubehör an.

Die entscheidende Frage: Braucht man das iPad, wenn man bereits ein gutes Smartphone besitzt und zudem noch ein Notebook? Darüber wird es hitzige Diskussionen geben.

Software nur vom Appstore

Apple hat zumindest vorgebeugt, dass seine Notebooks nicht kannibalisiert werden. Dafür sorgen schon seine Einschränkungen – Programme wie Microsoft Office oder Photoshop lassen sich nicht installieren, vom fehlenden Multitasking ganz zu schweigen.

Mehr noch: Apps können nur über den angeschlossenen Appstore installiert werden. Apple setzt also weiterhin auf geschlossene Systeme. Hacker dürften deshalb ihre Freude am Knacken des Gerät haben, denn leistungsfähig scheint sein Prozessor ja zu sein.

Fazit: Das iPad hat das Zeug zum Bestseller. Wie so viele Apple Produkte wird es die Gemüter spalten. Wegen seiner Einschränkungen – besonders was Apples Kontrolle über die Applikationen betrifft – auch viele potentielle Käufer abschrecken. Netbooks wird das iPad nicht vom Markt fegen. Man darf gespannt sein wie Hewlett Packard, Acer und Dell die Offensive von Apple kontern – Freiraum haben sie jedenfalls.

Apple hat gut daran getan, das iPad nicht exklusiv über Mobiltelefongesellschaften zu offerieren. Das wird den Verkaufspreis des Geräts rasch drücken, auch wenn der Rabatt dann über einen langfristigen Mobilfunkvertrag finanziert werden muss. Vor allen Dingen entsteht ein interessanter neuer Markt für iPad Applikationen, die den größeren Bildschirm und seine Steuerung mit den Fingern ausnutzen.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%