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Augmented-Reality-Brille Wieso Google Glass niemals Marktreife erreichen muss

Mit seiner Augmented-Reality-Brille entzückt Google technologiebegeisterte Menschen rund um den Globus. Selbst wenn das Produkt niemals in die Läden käme, hätte der Internetkonzern ein wichtiges Ziel erreicht.

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Sergey Brin präsentiert Googles Glass Quelle: REUTERS

Google sieht sich einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Immerhin kämpft der Konzern an allen Fronten gegen die Konkurrenz. Doch um diese zu meistern, benötigt es die besten Talente. Genau für diese ist es jedoch längst nicht mehr selbstverständlich, ihre erste Bewerbung an Google zu schicken oder sich auf lange Zeit dem Unternehmen zu verpflichten.

Speziell Facebook erwies sich in den letzten Jahren als Magnet für kompetentes Tech-Personal und konnte mehr als nur einige wenige Googler abwerben. Doch auch Twitter sowie Startups aus der zweiten Reihe wie Square, Zynga, Evernote oder Pinterest, buhlen um die Arbeitskräfte. Wie lautet die Antwort eines Unternehmens, das um jeden Preis die besten IT-Leute für sich gewinnen muss, um dauerhaft erfolgreich und relevant zu bleiben? Es entwickelt ein vollkommen disruptives, leicht utopisch angehauchtes Produkt, dessen alleinige Vorstellung Entwickler und Geeks rund um den Globus emotional in seinen Bann zieht und ihnen unmissverständlich vermittelt, bei welchem Arbeitgeber sie mit derartigen Innovationen in Kontakt kommen. Genau darum handelt es sich bei Google Glass.

Die Versuchskaninchen der I/O-Entwicklerkonferenz

Googles abgefahrene Augmented-Reality-Brille, die ihre Träger ohne den Einsatz der Hände mit Informationen zur Umgebung versorgt, sie Fotos aufnehmen und mit Freunden kommunizieren lässt, soll Anfang 2013 an Besucher der derzeit stattfindenden Google-Entwicklerkonferenz I/O ausgeliefert werden und happige 1500 Dollar kosten. Der offizielle Marktstart wird dann “weniger als ein Jahr später” erfolgen, also Ende 2013 oder Anfang 2014. Die finale Version soll im Preis günstiger ausfallen, allerdings nicht unbedingt billig werden.

Im Klartext bedeutet dies: Konsumenten, die erstmalig Ende 2011 von der Google-Brille erfuhren, müssen sich – eigentlich obligatorische Verspätungen im Entwicklungsprozess eingerechnet – mindestens zwei Jahre oder auch länger gedulden, bis sie tatsächlich in der Lage sein werden, eine mit Google-Diensten verbundene Cyberbrille zu erwerben. Und diejenigen, die sich auf dem I/O-Event für ein Google Glass registrieren, können das Gerät zwar bereits im nächsten Jahr in Empfang nehmen, zahlen dafür jedoch einen deftigen Preis und agieren gleichzeitig als Versuchskaninchen.

Als Entwickler und Google-Anhänger ist dies natürlich genau, was sie wollen. Dennoch signalisiert die gewählte Launch-Strategie, dass man sich im Hause Google selbst noch sehr unsicher ist, ob und wie die Brille im Alltag überzeugen wird.

Angesichts der ethisch-moralischen Fragen, die eine Google-Brille mit eingebauter Kamera aufwirft, ist ein derartig vorsichtiges Vorgehen auch angeraten. Trotzdem entsteht der Eindruck, Google habe in Bezug auf Glass bisher noch sehr wenig über die momentane Experimentierphase hinausgedacht.

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