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Automatisierung„Das Zeitalter der KI hat begonnen“

Künstliche Intelligenz könnte schon bald mehr tun, als ein paar Fragen zu beantworten. Studien sehen einen radikalen Umbruch für große Teile des Arbeitsmarktes. Doch wie realistisch ist das?Richard Luttke 07.04.2023 - 08:14 Uhr

Können KI und Mensch in der Arbeitswelt Hand in Hand gehen?

Foto: dpa

„So grundlegend wie die Erfindung des Mikroprozessors, des Personal Computers, des Internets und des Mobiltelefons“, nennt Bill Gates die neuen Künstlichen Intelligenzen (KI) in seinem aktuellen Blogbeitrag mit dem Titel „The Age of AI has begun“.

Die Sichtweise des Microsoft-Gründers zu dieser „neuen Ära“ kommt passend, denn seit Monaten fluten Berichte rund um den Chatbot ChatGPT von OpenAI soziale Medien und Nachrichtenseiten. ChatGPT hat Künstliche Intelligenz aus der Nische in den Alltag befördert und den Startschuss für das Rennen der Big-Tech-Konzerne um die Vormachtstellung in der KI-Technik gegeben. Passend dazu skizziert Gates in seiner Analyse Szenarien, in denen KI nahezu alle Lebensbereiche grundlegend verändern könnte – ob bei der Bewältigung der Klimakrise, als Helfer im Gesundheitswesen oder zur individuellen Förderung von Kindern in der Bildung.

Neben dem milliardenschweren US-Philanthrop beschäftigen sich auch Forscher rund um den Globus mit den Auswirkungen, die diese Technologie auf Wirtschaft und Gesellschaft haben könnte. Große Aufmerksamkeit bekommen hierbei seit Jahren Studien, die prognostizieren, welche Folgen die fortschreitende Automatisierung für den Arbeitsmarkt hätte. Besonders die meist hohen Schätzungen werfen die Frage auf, ob in wenigen Jahren ein Großteil unserer Jobs von Maschinen und Künstlichen Intelligenzen erledigt wird.

Eine dieser Studien veröffentlichten Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne vor bald einem Jahrzehnt. Die Oxford-Forscher errechneten, dass knapp die Hälfte der US-Arbeiter von der Automatisierung bedroht seien und dies auch mit fallenden Löhnen einhergehe. Seitdem hat sich die Technologie immens weiterentwickelt und vor allem die Künstliche Intelligenz spielt in neueren Studien eine zunehmende Rolle. Wie schon die Oxford-Forscher erkannten, betrifft die neue Art der Automatisierung andere Gruppen als die Umstellung auf Roboter.

Im Vergleich zu vorherigen technologischen Umbrüchen können nun auch die Aufgaben in Berufen von Hochqualifizierten teilweise automatisiert werden. Zu diesem Ergebnis kam auch eine kürzlich erschienene Studie. Die untersuchte, wie groß der Anteil von Aufgaben in verschiedenen Jobs ist, den die neueste Version von ChatGPT übernehmen könnte.

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Demnach könnte perspektivisch die Arbeit von jedem fünften Beschäftigten in den USA zu über 50 Prozent von der KI unterstützt oder sogar übernommen werden. Die betroffenen Aufgaben beschäftigen sich meist mit dem Zusammenstellen und Kuratieren von Wissen, was Künstliche Intelligenzen wie ChatGPT bereits jetzt meistern.

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Schwieriger wird es für die KI, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Diese seien, laut Michael Stops vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), für die meisten Jobs jedoch unerlässlich. Er betont, dass Menschen Entscheidungen auf Grundlage ihrer Sozialisation, Ethik und Moral treffen würden – die fehlten jedoch der Maschine und seien nur schwer zu ersetzen.

Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass große Teile der Betroffenen bald ihren Job verlieren. Mit Blick auf derartige Studien stellt der IAB-Forscher fest, dass diese nicht versuchen würden, Aussagen über „die Ersetzung von Tätigkeiten und somit den Wegfall von Jobs“ zu treffen. Welche neuen Berufe im Zuge der Einführung von KI-Systemen entstehen könnten, sei ebenso wenig Teil der Daten. Vielmehr weisen sie daraufhin, welche Tätigkeiten durch KI unterstützt werden könnten oder substituierbar sind. Des Weiteren unterstellten die Studien, dass Firmen bereit sind, die Kosten für die Implementierung der Technik zu tragen. Dazu gehören neben den direkten Kosten der Software, auch die Weiterbildung der Mitarbeiter.

Weitere Hindernisse könnten Bedenken bezüglich des Datenschutzes und der Ethik sein. Ebenso die Transparenz, also wie die Software arbeitet: „Wenn beispielsweise ein Arzt bei der Hautkrebsfrüherkennung nicht weiß, wie die KI zu ihrem Ergebnis kommt, dann traut er diesem Ergebnis auch nicht“. Welche Tätigkeiten also letztendlich ersetzt und an anderer Stelle neuentstehen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher sagen.

Fest steht, einige Berufe werden sich grundlegend verändern. Die Fähigkeit, mit der KI umzugehen, ist deshalb für Matthias Peissner vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zentral. Er betont, dass sich Menschen mit den entsprechenden Tools vertraut machen sollten, um herauszufinden, wie sie diese selbst nutzen können.

Künstliche Intelligenz – Geschichte einer Idee
Entstehung des Begriffs
Maschinelles Lernen
Deep Learning
Anwendung

Denn die Zuwächse an Produktivität können enorm sein. Ein Designer, der beispielsweise an dem Basis-Code der KI nur noch „ein bisschen rumschrauben muss, kann natürlich in seiner Arbeitszeit deutlich mehr hinbekommen“, erklärt Peissner. Dies betrachte er auch als Möglichkeit, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und somit als Chance. Denn auch Berufsgruppen, bei denen die Einsatzmöglichkeiten nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, können von der Technik profitieren. Beispielweise könnte die KI Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben von Krankhauspersonal übernehmen, sodass den Angestellten mehr Zeit für ihre Patienten bleibt.

Neben den vielen Potenzialen weist er aber auch darauf hin, dass „wir offen mit dem Risiko umgehen müssen, dass wir durch diese neuen Technologien auf eine gewisse Spaltung der Gesellschaft hinsteuern und dem auch entgegensteuern müssen“. Denn für unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Berufen könnte die Transformation Folgen haben, die „teilweise als existenzielle Bedrohung“ wahrgenommen werden könnte. Die Politik sollte also die Auswirkungen dieser Entwicklung frühzeitig erkennen, um geeignete Maßnahmen wie die Einrichtung von Umschulungsprogrammen zu ergreifen.

Microsoft-Gründer Bill Gates hat die Tragweite dieser technologischen Zäsur bereits begriffen und sein Unternehmen steht mit den Investments in OpenAI an der Spitze dieser Revolution. Für ihn „müssen wir uns sowohl vor den Risiken schützen als auch die Vorteile so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen“, um das Beste aus der neuen Technologie zu machen.

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