WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Autonome Systeme Künftige Computer reparieren sich selbst

Weltweit arbeiten Forscher an sich selbstheilenden Rechnern. Die Nasa nutzt sie schon länger. Bald könnten solche Systeme auch im Büro oder im Wohnzimmer stehen.

Wie wahr sind die gängigen Technikmythen?
Apple-Produkte kriegen keine VirenSpätestens seit dem Hackerangriff auf Apple dürften allen klar sein: Auch Apple-Produkte sind nicht auf ewig virenfrei. Über viele Jahre hinweg konzentrierten sich die Maleware-Attacken auf Windows-Produkte, da diese deutlich weiter verbreitet waren. Weil sich der Markt vor allem mit der Einführung des iPhone und des iPad grundlegend verändert hat, kursieren auch immer mehr Viren für den Mac. Quelle: dapd
Viele Programme, langsamer ComputerViele Programme beeinflussen das Tempo des Rechners. Das Gerücht ist so nicht ganz richtig. Denn erst wenn die Festplatte zu über 80 Prozent des gesamten Speicherplatzes belegt ist, verringert sich der Arbeitsspeicher und macht den Computer langsamer. Was den PC eindeutig verlangsamt, sind Programme, die sich automatisch in das Startmenü eintragen. Dadurch werden sie schon beim Hochfahren geöffnet, was den Prozess in die Länge zieht. Quelle: Fotolia
Unwiderruflich löschenWer den Papierkorb am PC leert wird gefragt, ob er diese Daten unwiderruflich löschen möchte. Wer sich dafür entscheidet, hat die entsprechende Datei damit allerdings noch lange nicht komplett entfernt. Sie wird vorerst lediglich unsichtbar gemacht. Durch den Löschvorgang weiß der PC, dass diese Datei künftig überschrieben werden kann. Quelle: Fotolia
Akkus müssen komplett entladen werdenDieses Gerücht hält sich standhaft, dabei ist es inzwischen veraltet. Der Effekt, dass sich Kapazität eines Akkus verringert, wenn er häufig nur zum Teil geladen wird, tritt vor allem bei Nickel-Cadium-Akkus auf. Und die werden heutzutage kaum noch verwendet. Bei den neuen Geräten, die vor allem in Smartphones, Tablets und Laptops eingebaut sind, ist das komplette Entladen sogar schädlich für den Speicher. Quelle: REUTERS
USB-Sticks deaktivierenEs ist ein nerviger Schritt, auf den viele Menschen im Alltag längst verzichtet haben: Das USB-Laufwerk deaktivieren, ehe man es vom Rechner abzieht. Das ist grundsätzlich auch kein Problem, sofern der gewünschte Datentransfer von einem Medium auf das andere abgeschlossen ist. Apples Macs und auch Linux-Rechner zeigen den Speichervorgang allerdings oft mit einer gewissen Verzögerung an. Daher sollte man sich hier wirklich sicher sein, dass alle Daten übertragen wurden, ehe das USB-Medium entfernt wird. Quelle: gms
Vorsicht bei MagnetenDas Gerücht, das Magneten Speichermedien zerstören ist durchaus wahr. Allerdings haben handelsübliche Magnete auf abgeschaltete Festplatten oder Speicherkarten keinen Einfluss. Anders sieht dies bei Magnetstreifen auf der Bankkarte aus. Dieser kann durch einen Magnet beschädigt werden. Quelle: GNU
Ein besseres Bild mit dem Goldstecker-KabelImmer wieder hört man, dass teure HDMI-Übertragungskabeln aus Gold für eine störungsfreiere HD-Übertragung sorgen. Das ist grundsätzlich wahr, aber in den meisten Fällen eine unnötige Investition. Beträgt der Abstand der beiden Geräte maximal vier Meter, ist das Übertragung in jedem Fall sauber. Quelle: Creative Commons-Lizenz

Wenn Rechner in Krankenhäusern, Flugzeugen oder Kraftwerken ausfallen, kann es schnell lebensbedrohlich werden. Solche Ausfälle werden bisher über Ersatzsysteme aufgefangen, Notstromaggregate, redundante Server, zwei Pumpen statt nur einer. Das ist aufwändig und teuer.

In Industrie und Wissenschaft gibt es daher die Idee des sich selbst heilenden Computers. Was wie ein Traum wirkt, scheint gerade ein Stück näher zu rücken. Zumindest nahm ein erfolgsversprechendes Projekt vergangene Woche am University College London (UCL) seinen Betrieb auf.

Britische Forscher haben dort einen Rechner gebaut, der "systemisch" arbeitet. Er soll, wie die Forscher in ihrem Papier schreiben, die begrenzten Möglichkeiten bisheriger Rechner überwinden, wenn es um paralleles Arbeiten geht. Auch ein aktueller Vier-Kern-Prozessor kann in gewissem Rahmen verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigen. Der systemische Rechner des UCL aber funktioniere mehr wie ein neuronales Netzwerk. Viele kleine Recheneinheiten werkeln gleichzeitig an den Aufgaben und können sich bei Ausfällen gegenseitig unterstützen.

Sie sind dabei wie Figuren in einem Halmaspiel vernetzt: Ist ein Weg defekt, kann das Ziel auch über andere Kerne erreicht werden. Jede dieser Recheneinheiten hat zudem eine Kopie der aktuellen Aufgabe in ihrem Speicher. Wird ein Kern beispielsweise mit einem Virus infiziert, kann der Rechner auf die Kopie einer anderen Recheneinheit zugreifen und die infizierte Zelle reparieren. Der Rechner läuft dabei weiter.

Zehn fiese Computertricks, die nerven werden
1. Buchstaben tauschenDer Trick ist ganz einfach: Auf der Tastatur einzelne Buchstaben rausnehmen, und an anderer Stelle wieder einsetzen. Man sollte subtil vorgehen, so dass der Veräppelte es nicht beim ersten Blick bemerkt - am besten tauscht man benachbarte Tasten: zum Beispiel das "O" mit dem "P", oder das "N" mit dem "M". Quelle: dpa
2. Den Kollegen verwirren: Verknüpfungen vertauschenEs ist ärgerlich, wenn man Word öffnen möchte, auf dem Desktop die entsprechende Verknüpfung anklickt - und ein anderes Programm startet. Die Eigenschaften der Verknüpfung lassen sich leicht ändern: Einfach per Rechtsklick auf der Verknüpfung die Eigenschaften öffnen und unter "Ziel" eine andere .exe-Datei einfügen. Ein Riesenspaß für die Zuschauer, und wahnsinnig frustrierend für das PC-Opfer. Quelle: Screenshot
3. Phantom KeystrokerDer Phantom Keystroker ist ein bewährter fieser Helfer. Einfach das USB-Tool an den PC klemmen und schon verselbstständigen sich Maus und Tastatur. Die Tastatur schreibt die mathematische Zahl Pi auf oder tippt nach Herstellerangaben Monologe auf, wie sich der PC allein fühlt. Die Maus hingegen zittert in regelmäßigen Abständen in unterschiedliche Richtungen. Ein Riesenspaß für den Zuschauer, ein effektive Arbeitsverhinderung für den User.
4. Die Autokorrektur ändernEigentlich ist die Word-Autokorrektur schon so ziemlich nervig. So kann man sie noch nerviger machen: In den Word-Einstellungen einfach für ein beliebiges Wort die Autokorrektur so einstellen, dass sie durch ein anderen Begriff, am besten mit Rechtschreibfehlern oder mitunter sehr ausdrucksstark, ersetzt wird. Der Kollege wird an Word nur noch mehr verzweifeln. Quelle: Screenshot
5. Die Maus manipulierenDie Maus des Tischnachbarn kann man leicht manipulieren. Entweder sie hat noch eine Kugel im Inneren - dann nimmt man sie einfach raus und versteckt sie. Oder aber die Maus ist optisch. Dann kann man sie mit einem undurchsichtigen Klebeband vor der Lichtquelle funktionsunfähig machen. Quelle: AP
6. Desktop verschwinden lassenMan macht ein Screenshot des Desktops und schiebt alle Verknüpfungen in einen Ordner. Dann verwendet man den Screenshot als neues Desktop-Hintergrundbild. Schon ist der Schreibtisch "geklont", aber nicht wirklich verfügbar. Der Kollege wird immer wieder auf die gewohnten Verknüpfungen klicken, ohne das sich was tut - und vor Verzweiflung die Wände hochlaufen. Quelle: dpa
7. Maus mit Programmen manipulierenMittels kleinen Programmen kann man den Mouse-Cursor so manipulieren, dass er alles macht, nur nicht den Willen des Users befolgt. Zum Beispiel mit Mouse Scherz. Das Programm ändert alle paar Sekunden die Tastenbelegung der Maus. Das gute dabei: Mouse Scherz informiert das Opfer nach dreißig Sekunden darüber, was passiert ist - und beendet sich von selbst. Mit Tequila Tequila Cursor kann man auch Bürokollegen ärgern. Das Programm sorgt dafür, dass der Cursor keine geraden Linien mehr über den Monitor fahren kann. Quelle: Fotolia

"Stell dir vor, du zerbrichst einen Chip und jedes Teil arbeitet weiter"

Das dänische Start-Up Biomicore geht einen ähnlichen Weg. Michael Reibel Boesen forschte während seiner Doktorarbeit an der Technical University Denmark über selbstheilende Computersysteme. Daraus ist nun ein Geschäft geworden. Niels Boje Lund ist einer der Gründer von Biomicore und erklärt die Idee so: "Moderne Technologie konnte die Fehleranfälligkeit von Computerchips nicht verbessern. Aber stell dir vor, du zerbrichst einen Chip und jedes Teil arbeitet einfach weiter, daran arbeiten wir hier."

Der Schlüssel dazu ist die sogenannte elektronische DNA (eDNA). Die eDNA wird jedem einzelnen Kern eines Chips eingepflanzt und enthält die Informationen darüber, welche Aufgaben der Chip erfüllen muss. Biomicore entwickelt die eDNA je nach Anforderungen des Unternehmens. In einem Offshore-Windpark kann ein Chip etwa die Aufgabe bekommen, die Umdrehungen des Rotors zu kontrollieren und ihn bei einem Sturm abzuschalten.

Ist die eDNA einmal eingepflanzt, weiß fortan jeder Kern des Chips, welche Aufgaben er zu übernehmen hat.

Selbst wenn der Chip zerbrechen würde, könnten die einzelnen Kerne weiterarbeiten. Geht es nach Lund, könnten auch herkömmliche Chips demnächst mit eDNA ausgestattet sein. Ziel sind aber zunächst Computer in schwer zugänglichen Gebieten, deren Wartung teuer ist. Die Ergebnisse von Biomicore hat die Nasa bereits erfolgreich eingesetzt.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%