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Bargeldlose Zahlung Wie Apple Pay funktioniert

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Verbreitung von kontaktlosem Zahlen in Deutschland gering

Andere Anbieter mischen bereits seit längerem beim kontaktlosen Bezahlen mit. PayPal, die Deutsche Telekom sowie die Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa bieten entsprechende Lösungen an. Auch die Banken statten ihre Debitkarten mittlerweile mit kontaktlosen Zahloptionen aus.

Das "Girogo" genannte System wird als Erweiterung des Geldkartenchips in die Karten integriert. Dennoch konnte sich das kontaktlose Bezahlen zumindest in Deutschland bisher nicht durchsetzen.

Ein Grund dafür ist die fehlende Akzeptanz der Nutzer, ein weiterer der mangelnde Austausch der Kassenterminals. Von etwa 800.000 Terminals bei deutschen Händlern sind gerade einmal um die 35.000 NFC-fähig. Dabei sind aktuell unzählige Android-Smartphones NFC-kompatibel, da sie einen entsprechenden Chip enthalten.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis das mobile Bezahlen sich in Deutschland auf breiter Front durchsetzen wird, davon geht jedenfalls Oliver Hommel vom Beratungsunternehmen Accenture aus: „Mobilfunkanbieter wie die Telekom und Vodafone arbeiten an Lösungen, bisher ist aus Modellprojekten aber nichts geworden.“

Ein Grund dafür ist die geringe Verbreitung von kompatiblen Bezahlstationen. Alternativlösungen mit Apps statt NFC-Chip gibt es ebenfalls, bisher beschränkt sich diese Lösung aber auf wenige Supermarktketten wie Netto oder Edeka.

NFC-Umstieg wird bis 2017 dauern

Hommel erwartet, dass es noch mindestens zwei bis drei Jahre dauern könnte, bis sich NFC flächendeckend verbreitet hat. Ab 2015 werden alle neuen Mastercard-Terminals in Deutschland mit NFC-Konnektivität angeboten, folglich kann es bis 2017 dauern, bis der Umstieg geschafft ist.

Und wann kommt Apple Pay nach Deutschland? Konkrete Angaben wollte Apple bisher nicht machen, es wird allerdings wohl noch etwas dauern. „Das System ist in Deutschland für Kreditkarten leicht adaptierbar, allerdings haben nur 30 Prozent der Deutschen überhaupt eine solche Karte“, sagt Hommel.

Das sieht in anderen Ländern der EU anders aus: In Großbritannien waren 2013 rund 55 Millionen Kreditkarten im Umlauf – bei einer Gesamteinwohnerzahl von fast 64 Millionen Menschen. "Ab 2016 wird die Infrastruktur eine kritische Masse erreichen. Dafür müssen aber die teilnehmenden Geldinstitute die Händler an die Hand nehmen und klare Standards schaffen" meint Hommel.

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Apple kann dazu ebenfalls beitragen. Aktuell hat das Unternehmen die Kreditkartendaten von 800 Millionen Nutzern in ihrer Datenbank, das Investmentbank RBC Capital Markets erwartet, dass bis Ende dieses Jahres rund 75 Millionen iPhone 6 abgesetzt werden. Zudem, so ist sich Oliver Hommel von Accenture sicher, ist Apples Kundschaft „sehr loyal und enthusiastisch“ und wird dafür sorgen, dass sich die Technologie schnell durchsetzt.

Die Gewinner des gestrigen Abends stehen also schon fest: Die Kreditkartenunternehmen können wieder hoffen, dass die Nutzung von Kreditkarten auch hierzulande deutlich zunimmt. Und Apple kann sich sicher sein, dass sie wieder einmal viel Geld mit ihrer Hardware machen.

Mit Material von dpa

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