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Beschaffung von Bürobedarf Eine der letzten analogen Bastionen soll fallen

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Vom Katalog zum digitalen Vorreiter

Heute hat Crowdfox gleich zwei Lösungen für den digitalen Einkauf im Angebot: den Internetmarktplatz für Geschäftskunden und eine spezielle Unternehmenslösung, die auf den einzelnen Kunden zugeschnitten ist – gewissermaßen ein individuelles Softwarepaket. Es führt unternehmensspezifische Kataloge und Preise mit Lieferanten zu einem unternehmenseigenen Beschaffungsportal zusammen.

Für Crowdfox ist diese Software inzwischen das wichtigste Produkt – sie helfe seinen Kunden, die Prozess- und Einkaufskosten um bis zu 25 Prozent zu drücken, so Lang. Welchen Umsatz sein Unternehmen inzwischen erzielt, will er im Detail nicht verraten – aber immerhin so viel: Kurz nach dem Start setzte Crowdfox im Monat 10.000 Euro um. „Das erlösen wir inzwischen in ein paar Stunden.“

Dabei muss sich Crowdfox sogar gegen Rivalen behaupten, die noch aus der Analogära stammen. „Die Bedingungen für eine Digitalisierung des Einkaufs sind heute so gut wie nie“, sagt Peter F. Schmid, Vorstandschef des Portals Wer-liefert-was aus Hamburg.

Früher hatte das 1932 gegründete Unternehmen einen reinen Katalog in Papierform im Angebot, dessen Preise im Grunde schon veraltet waren, wenn man ihn in der Hand hielt. Schmid hat Wer-liefert-was in den vergangenen Jahren erfolgreich umgebaut und zu einem der führenden Onlinemarktplätze für die Beschaffung in Deutschland umgebaut: Heute bieten dort 570.000 Händler ihre Produkte an, die vom Gabelstapler bis zur Verpackungsfolie reichen. Das Unternehmen stellt die Plattform und nimmt dafür von seinen Kunden eine Gebühr – ganz ähnlich wie es bei Ebay oder Amazon Marketplace läuft. Der Vorteil der Seite für die Einkäufer: Musste man einst mühsam die Angebote aller möglichen Händler einholen, lässt sich diese Suche online deutlich schneller erledigen. Auf der Internetseite sind verschiedene Kataloge zusammengefasst, sodass sie über eine Suchmaske alle gleichzeitig durchsucht werden können. Mittlerweile sind 1,3 Millionen Einkäufer auf dem Portal angemeldet. Laut Schmid liegt der Jahresumsatz des Unternehmens mittlerweile bei 50 Millionen Euro.

Konkurrent Mercateo verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Die Onlineplattform ermöglicht ihren gewerblichen Kunden unter anderem, die Kataloge von vielen Lieferanten nach Produkten zu durchsuchen und so ein maßgeschneidertes Angebot unter Berücksichtigung von Lieferzeit und Preis zu finden. Auf der Internetseite finden sich nach eigenen Angaben mehr als 23,5 Millionen Artikel. Mercateo bezeichnet sich als größten Marktplatz für die Beschaffung in Europa; die Website kommuniziert in verschiedenen Sprachen. Die Firmenmutter Mercateo AG hat im Geschäftsjahr 2017 nach eigenen Angaben erstmals die Umsatzmarke von 250 Millionen Euro überschritten.

Auch wenn all diese neuen Einkaufsportale die Beschaffung erleichtern – perfekt sind sie nicht: EY-Experte Rohwerder sieht vor allem Verbesserungsbedarf bei den Lieferzeiten: Bei Produkten des Bürobedarfs reiche oft ein Versand innerhalb weniger Tage. Aber manche Unternehmen benötigen ihre Artikel wie etwa Ersatzteile von Autos innerhalb weniger Stunden. Und auch bei der Art, wie sich die einzelnen Artikel vergleichen lassen, können die Anbieter wegen der Vielzahl der angebotenen Produkte noch nachbessern. Rohwerder: „Bisher gibt es keine Einkaufsplattform, die alle Kundenanforderungen vollständig erfüllen kann.“

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