Bestseller-Autor Paulo Coelho will „The Interview“ auf seinem Blog zeigen

Paulo Coelho hat Sony Pictures über Twitter 100.000 Dollar für die Rechte an „The Interview“ geboten. Den Film will er gratis auf seinem Blog zeigen.

Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho. Quelle: dpa

Bestseller-Autor Paulo Coelho hat sich bereiterklärt, die Nordkorea-Satire „The Interview“ gratis in seinem Blog zu veröffentlichen. In einer Twitter-Botschaft bot er Sony Pictures 100.000 Dollar (rund 81.000 Euro) für die Rechte an. „Sie bekommen 0,01 Prozent des Budgets zurück, und ich kann „Nein“ zu Terror-Drohungen sagen“, schrieb der 67-Jährige am Donnerstag (Ortszeit).

Nach einer Hackerattacke und Terrordrohungen gegen Kinos hatte Sony Pictures den Film zurückgezogen. Medienberichten zufolge verdichteten sich Hinweise auf eine Verstrickung Nordkoreas. In der Satire, die eigentlich am 25. Dezember in die Kinos kommen sollte, bekommen zwei US-Journalisten (Seth Rogen und James Franco) den Auftrag, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten.

Machtdemonstration aus dem Gefechtsstand
Kim Jong Un ist wieder da: mobil, ohne Krücken und energiegeladen: Von wann die am Sonntag veröffentlichten Aufnahmen sind, ist nicht genau festzustellen. Sie scheinen aber nicht ziemlich frisch zu sein. Begleitet wird die Propaganda-Offensive von lauten Tönen ... Quelle: REUTERS
Die nordkoreanische Staatsführung hat vor
Die Unterstützer der Resolution, darunter an erster Stelle die USA, Japan und Südkorea, seien für deren Konsequenzen
Grundlage der Resolution ist ein UN-Bericht, der detailliert das System von Nordkoreas Gefangenenlagern mit Folter, standrechtlichen Hinrichtungen und Vergewaltigungen beschreibt. Die Anfang des Jahres veröffentlichte Untersuchung stützt sich vor allem auf Aussagen von im Exil lebenden Nordkoreanern. Bis zu 120.000 Menschen sind demnach in den Straflagern inhaftiert. Quelle: AP
Die Resolution muss im Dezember noch das Plenum der UN-Vollversammlung passieren. Die Abstimmung dort gilt als Formalität. Im Sicherheitsrat könnten dann aber Russland und China ihr Vetorecht nutzen. Auf die Verabschiedung der Resolution hatte Nordkorea bereits zuvor verärgert reagiert und gedroht, die Gespräche mit der Europäischen Union über die Menschenrechtslage im Land abzubrechen. Quelle: AP
Zuletzt hatten Süd- und Nordkorea sich nach neuen Schießübungen des südkoreanischen Militärs nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer einen heftigen Wortwechsel geliefert. Nach Drohungen aus Pjöngjang warnte das Verteidigungsministerium in Südkorea am Freitag das Nachbarland vor Provokationen. Jede Aggression durch Nordkorea werde diesmal ein Schritt in Richtung seiner „Selbstzerstörung“ sein. Es habe sich um eine Routineübung auf den Inseln Baengnyong und Yonpyong gehandelt, die nach drei Stunden beendet worden sei, sagte ein Sprecher in Seoul. Die Übung erfolgte zwei Tage vor dem vierten Jahrestag des Beschusses von Yonpyong durch die Küstenartillerie Nordkoreas. Dem Vorfall waren damals ähnliche Übungen vorausgegangen. Quelle: AP
Routine hin oder her: Kim Jong Un schaut sich alles ganz genau an ...Vor Beginn der Übung hatte Nordkorea dem Süden vorgeworfen, die Situation „durch Provokationen im Gefahrenherd Gelben Meer in eine extreme Phase zu treiben“. Quelle: REUTERS

Die Absage des Kinostarts sei eine Drohung gegen alle Künstler auf der Welt, sagte Coelho („Der Alchimist“) dem Nachrichtenportal UOL. „Sony hat einen furchtbaren Präzedenzfall geschaffen.“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verfolgung von Salman Rushdie wegen des als islamkritisch betrachteten Buchs „Die satanischen Verse“. Trotz Todesdrohungen seien das Werk damals veröffentlicht und die Meinungsfreiheit erhalten worden.

Er bezweifle, dass Sony sein Angebot annehmen werde, räumte der Brasilianer ein. „Ich habe sie angerufen, aber bislang keine Antwort erhalten.“

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