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Bitcoins Was die Anerkennung der umstrittenen Bitcoins bringt

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Transparenz oder Verbot

Cyberwährung Bitcoin: Anlagealternative oder Zockereldorado?

Während hierzulande finanzkritischer Idealismus die Bitcoins beseelt, beflügelt das virtuelle Zahlungsmittel in den USA vor allem illegale Geschäfte, zum Beispiel den Online-Drogenversand Silk Road. Das ominöse Unternehmen, dessen Betreiber sich nicht zu erkennen geben, bringt Dealer und Konsumenten weicher bis harter Drogen zusammen und schottet die Nutzerdaten mit einem geheimen Internet-Protokoll vor dem Zugriff der Behörden ab. Angeblich will Silk Road laut einem anonym geführten Interview des US-Magazins "Forbes" mit einem der Betreiber auch in den Handel mit Waffen einsteigen, obwohl die in den USA ohnehin meist relativ einfach verfügbar sind.

Wegen solcher Fälle gehen die US-Behörden den Anbietern von Dienstleistungen rund um die Bitcoins an den Kragen. Vor wenigen Tagen rief das Heimatschutzministerium alle US-Finanzaufsichtsbehörden gar dazu auf, die Risiken der Cyber-Währung zu überwachen. An vorderster Front positioniert sich Benjamin Lawsky von der New Yorker Aufsichtsbehörde Financial Services Department.

Der aggressive Ex-Staatsanwalt hat die Mission, den Ruf seiner Stadt als Weltfinanzzentrum zu verbessern, Verbraucher zu schützen und künftige Finanzkrisen zu verhindern. "Wenn Cyber-Währungsfirmen ein virtueller Wilder Westen für Drogenhändler und andere Kriminelle bleiben, bedroht das nicht nur unsere nationale Sicherheit, sondern auch die Existenz des Geschäftsmodells der digitalen Währungsanbieter", sagt Lawsky. Im Klartext heißt das: Das Cyber-Geld muss entweder transparenter werden, oder es wird verboten.

Unnachgiebige US-Aufseher

Ein Verbot in den USA wäre ein Rückschlag für zahlreiche amerikanische Unternehmer, die auf die wachsende Popularität der Bitcoins spekulieren und hohe Summen in die Infrastruktur rund um das Cyber-Geld gesteckt haben oder bedeutende Reserven in Bitcoins halten.

Die prominentesten Bitcoin-Spekulanten sitzen an der US-Ostküste: Die Brüder Cameron und Tyler Winklevoss wollen den ersten auf Bitcoin spezialisierten Investmentfonds auflegen. Berühmtheit haben sie erlangt, weil sie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg beschuldigten, die Idee für das soziale Netzwerk von ihnen geklaut zu haben. Trotz oder gerade wegen dieser Posse genießen die Zwillinge im Kalifornischen Silicon Valley den Ruf gestandener Unternehmer. Sie behaupten, frühzeitig rund elf Millionen Dollar in Bitcoins investiert zu haben und damit etwa ein Prozent der Währung zu kontrollieren.

Die Facebook-Milliardäre Peter Thiel und Sean Parker sind dagegen in InternetBörsen finanziert, die den Handel der Cyber-Taler abwickeln. Sie wollen am Geschäft mit den Bitcoins verdienen, indem sie ihr Geld in die Dienstleistungen rund um die binären Münzen wie Online-Wechselstuben stecken.

Genau wie beim analogen Goldrausch des 19. Jahrhunderts locken auch die digitalen Nuggets nicht nur seriöse Investoren, sondern ebenso Abzocker, die brave Goldgräber übers Ohr hauen. So dürfte Trendon Shavers ironischerweise in die Bitcoin-Historie eingehen. Der Texaner ist dafür verantwortlich, dass die Kryptowährung von einem US-Bundesrichter kürzlich zu einem legitimen Zahlungsmittel erklärt wurde, noch bevor das Bundesfinanzministerium in Deutschland die offizielle Anerkennung der Bitcoins aussprach.

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