Bitkom kritisiert Kroes Verband will Roaming-Gebühren behalten

Der IT-Verband Bitkom warnt die Europäische Kommission davor, die Roaming-Gebühren in der Europäischen Union abzuschaffen. Darauf entstünden vor allem für Wenig-Reisende große Nachteile.

Smartphone im Urlaub wird billiger
Paar am Strand Quelle: obs
Kinder auf einem Floß Quelle: gms
Massage am Strand Quelle: gms
Ein Mann tippt am Freitag (23.03.2012) auf einem Smartphone eine SMS. Quelle: dpa
Frau an einem See Quelle: obs
Eine deutsche Urlauberin telefoniert auf Mallorca am Strand von Platja Quelle: dapd

„Mit der Abschaffung der Roaming-Gebühren erweist die Kommission den europäischen Verbrauchern einen Bärendienst“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Abschaffung würde zwangsläufig dazu führen, dass die Preise für Inlandstelefonate und mobile Internetnutzung steigen. Auch würde die Subventionierung von Smartphones, Tablet PCs und Handys durch die Netzbetreiber künftig niedriger ausfallen.

„Eine Abschaffung der Roaming-Gebühren würde das komplette Preisgefüge in der Mobilkommunikation ins Rutschen bringen", so Rohleder. Leidtragende seien die einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen, die wenig reisen und derzeit von den niedrigen Gebühren für Inlandsgespräche am stärksten profitieren.

Derzeit werden vor allem von vielreisenden Geschäftsleuten Roaming-Gebühren bezahlt. Die Netzbetreiber seien auf die Erlöse aus dem Roaming dringend angewiesen, um die anstehenden Milliardeninvestitionen in den Netzausbau stemmen zu können, heißt es in einer Presseerklärung des Bitkom. Angeblich machen die Roaming-Gebühren bei den über hundert Telekommunikationsunternehmen in den 28 EU-Ländern durchschnittlich fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes, wird voraussichtlich am Mittwoch in Brüssel den Verordnungsentwurf für einen einheitlichen europäischen Telekommunikationsmarkt vorstellen. Die Europäische Kommission möchte mit dem umfassenden Gesetzesvorhaben neue Vorgaben für die Regulierung der nationalen Telekommunionsmärkte schaffen, die für alle Mitgliedstaaten verbindlich sind. Das Ziel ist ein einheitlicher europäischer Telekommunikationsmarkt. Das soll durch eine Harmonisierung der europaweit unterschiedlichen Regulierungsregime erreicht werden.

Rohleder kritisierte die fehlende Nachhaltigkeit bei den EU-Plänen.

Veränderungen der Roaminggebühren 2014

„Der neuerliche Vorstoß der Kommission kommt gänzlich überraschend und könnte zu einer vollständigen Entwertung der aufgezwungenen Implementierungskosten führen – mit nachhaltiger Wirtschaftspolitik hat das nichts zu tun“, so Rohleder.

Denn derzeit müssen vor allem die großen Telekommunikationsunternehmen Millionen investieren, nur um die erst kürzlich beschlossenen Roaming-Auflagen der EU zu erfüllen. Zum Vorteil vieler Reisender wurde eine Deckelung eingeführt, die dafür sorgt, dass ein Tarif im Portfolio der Anbieter eine vorgeschriebene Höchstgrenze nicht erreichen darf.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Dadurch ist das Telefonieren und Surfen per Handy ist im EU-Ausland in den vergangenen Jahren deutlich preiswerter geworden. Pünktlich zum Start der Urlaubssaison 2013 wurden neue Preisobergrenzen für die Mobilfunknutzung im Ausland eingeführt. Die Preise für abgehende Anrufe aus dem EU-Ausland werden zum Start der Urlaubssaison 2014 erneut sinken: von derzeit 24 Cent pro Minute auf nur mehr maximal 19 Cent pro Minute. Rohleder: „Damit sinken die Gebühren für Handytelefonate aus dem Ausland unter das Preisniveau zahlreicher Inlands-Tarife.“ Auch das mobile Surfen wird dann erneut günstiger: Ein Megabyte kostet dann maximal 20 Cent - nach 45 Cent aktuell und bis Juli 2013 noch 70 Cent. Parallel zur EU-Regulierung haben viele Netzbetreiber eigene, günstige Reisetarife geschaffen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%