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Bitkom-Studie Internetnutzer machen Druck auf Hersteller

Vernetzt, intuitiv, intelligent: Die Verbraucher fordern immer neue Revolutionen der Technik. Das Internet unterstützt diesen neuen Entwicklungsdruck auf die Hersteller. Eine neue Studie identifiziert vier Trends.

IFA Fernseher Bedienung Hand Quelle: dapd

Der Kunde wird selbstbewusster: Statt wie bisher auf neue Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik zu warten, verlangen die Verbraucher von den Herstellern einer Studie zufolge zunehmend Produkte nach ihren Vorstellungen. Getrieben werde die Entwicklung durch das Internet, mit dessen Hilfe die Ansprüche eine eigene Dynamik entwickelten, hieß es in der am Mittwoch kurz vor Start der Elektronikmesse IFA in Berlin vorgestellten Untersuchung des IT-Branchenverbands Bitkom und der Unternehmensberatung Deloitte.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stünden dabei im Moment neue Formen der Bedienung. Angeregt durch das Vorbild von Spielekonsolen wie Nintendos Wii oder Microsofts Kinnect-Zusatz sei die Steuerung durch Bewegungen, Gesten, Sprache und Gesichtserkennung derzeit „ein absoluter Modetrend“, sagte der für das Mediengeschäft in Deutschland zuständige Deloitte-Manager Klaus Böhm. Das gelte sowohl für mobile Geräte als auch Fernseher.

Vier Trends in der Entwicklung

Das sind die besten Flachbildfernseher
26/27 Zoll: Sony KDL-26EX320In der kleinsten Testkategorie der 26- und 27-Zoll-Geräte (ca. 66 cm Bildschirmdiagonale) erreichte der Sony KDL-26EX320 als einziges getestetes TV-Gerät noch knapp die Note gut (2,5) – alle anderen Geräte erreichten nur befriedigend. Das Sony-Gerät überzeugte die Stiftung Warentest bei Bildqualität, Tonqualität, Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften. Hier schnitt das Gerät jeweils mit der Note gut ab. Nur befriedigend fanden die Tester dagegen den Ton. Das Gerät kostet nach Angaben der Stiftung Warentest im Handel rund 435 Euro. Bei diesem und allen nachfolgenden Tests aus dem „Spezial Fernsehgeräte“ der Stiftung Warentest wurde die Bildqualität jeweils am stärksten gewichtet (40 Prozent der Endnote), Ton und Handhabung am zweitstärksten (jeweils 20 Prozent) und Vielseitigkeit und Umwelteigenschaften am wenigsten (jeweils 10 Prozent). Quelle: Stiftung Warentest
32 Zoll: Philips 32PFL9606KUnter den kleinen Fernseher der 32-Zoll-Klasse (ca. 81 cm Bildschirmdiagonale) schnitt der Philips 32PPFL9606K am besten ab. Die Stiftung Warentest benotete das TV-Gerät für rund 980 Euro mit der Note gut (2,0). Gut schnitt das Gerät bei der Bild- und Tonqualität und den Umwelteigenschaften ab. Sogar sehr gut bei der Vielseitigkeit. Nur befriedigend beurteilten die Tester dagegen die Handhabung. Günstige Alternative: Der Philips 32PL7406K schneidet mit der Testnote gut (2,2) nicht viel schlechter ab, ist mit einem mittleren Straßenpreis von 660 Euro aber deutlich preiswerter. Quelle: Stiftung Warentest
37 Zoll: Sony KDL-37EX725Mit der Note gut (2,1) schnitt bei den 37-Zöllnern das Sony-Gerät KDL-37EX725 am besten ab. Als gut bewerteten die Tester Bild, Handhabung und Umwelteigenschaften – sehr gut war die Vielseitigkeit. Nur der Ton konnte nicht gänzlich überzeugen: befriedigend. Im Handel kostet das Gerät rund 825 Euro. Wer größeren Wert auf den Ton legt, kann zum Philips 37PFL6606K greifen. Er erreichte ebenfalls die Note gut (2,2) und schnitt beim Ton besser, bei Handhabung und Vielseitigkeit dafür schlechter ab. Preis: rund 745 Euro. Quelle: Stiftung Warentest
40-42 Zoll: Samsung UE40D7090In der beliebten Klasse der Fernseh-Geräte von 40 bis 42 Zoll (ca. 102 bis 107 cm) fand die Stiftung Warentest das beste Geräte des gesamten Testfelds: Der Samsung UE40D7090 schnitt mit der Note gut (1,9) ab – der Spitzenwert im Test. Gut bewerteten die Tester Bild, Handhabung und Umwelteigenschaften, sehr gut die Vielseitigkeit. Nur befriedigend fanden die Tester den Ton. Der Preis: stolze 1260 Euro. Günstige Alternative: Der Philips 42PFL7606K schnitt ebenfalls mit gut ab (2,1), ist etwas größer und kostet mit 885 Euro deutlich weniger. Quelle: Stiftung Warentest
46-47 Zoll: Philips 47PFL7606KIn der Kategorie der großen Serienfernseher ab 117 cm Bildschirmdiagonale (46 und 47 Zoll) hat Philips die Nase vorn. Der Philips 47PFL7606K schnitt mit der Note gut (2,1) in dieser Größenkategorie am besten ab. Bild, Ton und Vielseitigkeit waren gut, Handhabung befriedigend und Umwelteigenschaften sehr gut. Das Gerät kostet rund 1220 Euro. Günstige Alternative: Für nur 725 Euro gibt es den Sony KDL-46CX520 im Handel zu kaufen, der ebenfalls mit gut (2,2) abschnitt. Quelle: Stiftung Warentest
Plasma-Geräte und Billig-Anbieter fallen durchIn den beiden größten Kategorien 40 bis 42 und 46 bis 47 Zoll testete die Stiftung Warentest neben LCD-Geräten auch Fernseher mit Plasma-Technologie. Diese schnitten aber durchgehend deutlich schlechter ab als die LCD-Konkurrent. Das beste Plasma-Gerät im Test, der Panasonic TX-P42ST33E, erhielt nur ein befriedigend (2,7). Auch Billig-Anbieter wie Medion, Orion oder Telefunken sahen sich die Tester an. Der Rat der Stiftung Warentest: Finger weg! Schlechte Bildqualität und hoher Stromverbrauch waren die Nachteile der Billig-Geräte. Sämtliche 60 Fernsehgeräte im ausführlichen Test sowie allgemeine Hinweise zum Gerätekauf und Fernsehempfang finden Sie in dem „ Spezial Fernsehgeräte“ der Stiftung Warentest, das Sie für 7,80 Euro bestellen oder direkt downloaden können. Quelle: Reuters

Insgesamt benennt die Studie vier Haupttrends der Entwicklung: Neben der Steuerung stünden die Einbindung von sozialen Angeboten in alle Formen von Medienangeboten, intelligente und auf den einzelnen Nutzer zugeschnittene Suchfunktionen sowie die Vernetzung mit anderen Geräten im Fokus. Daneben gewinne auch die Suche nach gemeinsamen Standards für die Industrie an Bedeutung. „Wir erwarten, dass es hier eine Konsolidierung geben wird“, sagte Böhm. So bemühe sich die Branche um gemeinsame verbindliche Normen für die einzelnen Geräteklassen. Zudem setzten große Anbieter wie Apple und Google mit ihrer Marktmacht zunehmend eigene, informelle Standards.

Für dieses Jahr rechnet der Bitkom mit einer neuen Rekordmarke beim Fernseher-Verkauf. Mit erwarteten 10,2 Millionen verkauften Flachbild-Fernsehern in diesem Jahr werde mehr als jeder vierte Haushalt ein neues Gerät anschaffen. „Das ist ein Wachstum auf hohem Niveau“, erklärte Michael Schidlack, Bereichsleiter beim Bitkom. Seit der Wiedervereinigung habe die Branche bislang im Schnitt rund 5 bis 6 Millionen Geräte pro Jahr abgesetzt.

Doch die steile Wachstumskurve dürfte sich nicht halten lassen, so die Marktbeobachter. Die Ausstattung der Haushalte mit modernen Flachbildfernsehern werde bis 2016 auf 98 Prozent steigen und damit auf einen gesättigten Markt hinsteuern. Den Austauschzyklus berechnen die Marktbeobachter mit 7,5 Jahren. Mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 6,3 Milliarden Euro steuern Flachbildfernseher rund die Hälfte des Umsatzes der klassischen Unterhaltungselektronik bei, so die Schätzungen. Mit den klassischen Produkten könnten allerdings seit 2009 keine Umsatzzuwächse mehr gemacht werden.

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