BLM Studie Jugendliche lesen vor allem bei Facebook Nachrichten

Das Internet macht seinen Einfluss weiter geltend. Immer mehr Menschen zwischen 14 und 29 Jahren konsumieren Nachrichten im Netz.

Der Schatten einer Jugendlichen mit einem Handy ist vor dem Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook. Quelle: dpa

Internet und Radio liegen im Trend, während das Fernsehen und die Zeitungen immer mehr Nutzer verlieren. Herausgefunden hat das die von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) beauftragte Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“. Untersucht hat diese die Mediennutzung in Deutschland. Danach tragen vor allem die 14- bis 29-Jährigen dazu bei, dass das Internet häufiger genutzt und auch mehr Radio gehört wird.

Das Fernsehen wird laut Studie trotz sinkender Zahlen immer noch am meisten genutzt, und das in allen Alters- und Bildungsgruppen. Pro Tag schauen etwa 60 Prozent der über 14-Jährigen fern, um sich über die aktuellen Nachrichten in Deutschland und der Welt zu informieren. In den drei Messungen der BLM von 2009 bis 2013 zeigt sich jedoch eine Abnahme der Fernsehwerte. Auch die Werte für Tageszeitungen waren in dieser Altersgruppe rückläufig.

Wichtigstes Informationsmedium bei den 14- bis 29-Jährigen ist das Internet mit 49 Prozent. Darauf folgt das Fernsehen (26 Prozent) und erst dann kommt die Tageszeitung (13,6 Prozent). Die Hauptinformationsquelle der jungen Menschen im Internet ist Facebook. Das soziale Netzwerk ist seit seiner Gründung 2004 immer beliebter geworden. Heute dient es seinen 1,11 Milliarden Nutzern nicht nur zur weltweiten Vernetzung und Kommunikation, sondern wird grade von der Medienwelt auch zur Verbreitung aktueller politischer und wirtschaftlicher Themen genutzt.

Die Geschichte von Facebook
April 2013Mark Zuckerberg stellt die neue Funktion Facebook Home vor. Die Software ist für Android verfügbar und legt sich wie ein Filter zwischen das Google-Betriebssystem und den Desktop. Mit der Installation wird der Facebook-Newsfeed zur ersten Benutzeroberfläche. Ein Angriff auf Google. Quelle: AP
Januar 2013Mark Zuckerberg stellt im Rahmen einer Pressekonferenz das neue Tool
30. Januar 2012Facebook wächst weiter und auch die mobile Werbung nimmt Fahrt auf. Doch die Margen schrumpfen, unter dem Strich bleibt weniger übrig. Die Kosten steigen und es wird massiv investiert. Die Börse reagiert mit Verunsicherung. Das Umsatzwachstum im Weihnachtsquartal von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,58 Milliarden Dollar übertraf sogar die Analystenschätzungen von im Schnitt 1,53 Milliarden Dollar. Doch dem weltgrößten Social Network laufen die Kosten davon. Der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park fiel im Jahresvergleich um dramatische 79 Prozent auf nur noch 64 Millionen Dollar. Nachbörslich verlor die Aktie in der Spitze bis zu zehn Prozent, erholte sich später aber wieder leicht. Weitere Informationen. Quelle: REUTERS
24. September 2012: Schwarzer Börsen-TagDie Facebook-Aktie hat einen ihrer schwärzesten Tage seit dem Börsengang im Mai erlebt. Sie verlor bis zum Börsenschluss in New York mehr als 9 Prozent auf 20,79 Dollar. Grund für den Einbruch waren erneut hochgekochte Zweifel daran, dass das Soziale Netzwerk seine überlebenswichtigen Werbeeinnahmen wie erhofft steigern kann. Quelle: dpa
18. Mai 2012Facebook geht erstmalig an die Börse und muss schon wenige Tage später eine Schlappe einstecken. Die Aktie fiel auf 13,1 Prozent. Quelle: dapd
Mann sitzt vor einem Skype-Bildschirm
Facebook-Fanpage der Queen Quelle: rtr

Dadurch werden auch die  jungen Facebook-Mitglieder erreicht, denn die Themen tauchen auch oft ohne konkrete Sucheingabe durch empfohlene Beiträge oder Seitenlinks auf dem eigenen Profil auf. Mit 64 Prozent liegt Facebook an erster Stelle der Informationsquelle für Nachrichten bei den jungen Nutzern. Video-Portale und Online-Portale von Zeitungen werden deutlich weniger genutzt.

Einen großen Teil trägt dazu auch die zunehmende Nutzung des mobilen Internets bei. Mehr als 40 Prozent derjenigen, die sich im Internet informieren, tun dies über ein mobiles Gerät wie Smartphone oder Tablet. Somit sind die neusten Nachrichten jederzeit und an jedem Ort abrufbar. Dadurch wächst der Internetkonsum deutlich an.

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Ein weiteres Ergebnis der Studie: Bei der Suche im Internet beginnen etwa 40 Prozent der Nutzer mit dem Aufrufen einer Suchmaschine. Google wird dabei mit 93 Prozent am häufigsten verwendet. Den Konkurrenten Yahoo steuern hingegen nur von 8,6 Prozent der deutschen Online-Nutzer an. Seit 2009 hat außerdem der Anteil der über 50-Jährigen, die sich über das aktuelle Geschehen im Internet informieren, stark zugenommen.

Zum Vergleich: Eine Langzeitstudie über Massenkommunikation von ARD und ZDF aus dem Jahr 2002 ergab, dass nur etwa zehn Prozent der Deutschen das Internet täglich nutzten. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass die Möglichkeiten der Kommunikation damals deutlich beschränkter waren und es soziale Netzwerke wie Facebook noch nicht gab.

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