Cebit Ein PC für die Hosentasche

Immer mehr Arbeitnehmer nutzen auch im Büro statt geschäftlich vorgeschriebener Handys ihre privaten Smartphones. Bald schon könnte dieser "Bring your own Device" genannte Trend sogar für den Arbeitsplatz-PC gelten - der dann sogar in einen besseren USB-Stick passt.

So funktioniert das

Auf den ersten Blick erinnert das nur gut finger-große, leicht geschwungene Kästchen in der Hand von Paolo Scotton an einen stylischen MP3-Player, der sich per USB-Kabel an jeden PC anschließen lässt. Doch der Eindruck trügt - und zwar gewaltig. Denn was der Computer-Experte aus dem Zürcher Forschungszentrum des IT-Riesen IBM aktuell auf dessen Cebit-Messestand präsentiert, ist so etwas wie der magische Schlüssel, der Mitarbeitern von Unternehmen ihren persönlichen Computerarbeitsplatz auf jeden beliebigen PC der Welt zaubert.

Das funktioniert unabhängig davon, ob auf dem Rechner überhaupt eine Software installiert ist oder, welches Betriebssystem im Normalfall darauf läuft. Und es ist genauso nebensächlich, ob dieser Rechner im Unternehmen steht, in Kongresszentren, Mietbüros oder einer Hotel-Lobby – vorausgesetzt, das Netzwerk beziehungsweise der Internet-Anschluss ist schnell genug.

Die skurrilsten Neuheiten der CeBIT
Wie aus einem Science Fiction Streifen: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen hat ein intelligentes Auto entworfen. Es erinnert mit seinem höhergelegten Fahrwerk und der kuppelartigen Passagierkabine an ein futuristisches Mondgefährt. Der Zweisitzer ist mit einem flexiblen Fahrwerk, vier Radnabenmotoren und Rädern ausgestattet, die sich um 90 Grad drehen lassen. Dadurch kann der Wagen auf der Stelle wenden, seitwärts oder diagonal fahren - was das Einparken deutlich leichter macht. Und sollte die Parklücke trotzdem noch zu eng sein, kann sich das Auto einfach einen halben Meter kürzer machen, indem es sein Fahrwerk zusammenschiebt. Noch wichtiger ist die Schrumpfkur jedoch für die zentrale Idee der Bremer Wissenschaftler: das Koppeln von mehreren Fahrzeugen aneinander. Will der Fahrer auch noch die Kinder mitnehmen, hängt er ein zweites Modul mit Passagierkabine an. Geht es zum Baumarkt, kommt die Laderampe dran. Das Auto besteht also immer nur aus den Teilen, die gerade notwendig sind. Quelle: Presse
Audi präsentiert sich erstmalig auf der CeBIT mit einem eigenen Messestand. Unter dem Schlagwort AUDI connect zeigt die Marke auf der weltweit größten Messe für Informationstechnik ihre aktuellen und künftigen Lösungen für mobile IT-Anwendungen. Ein weiteres Highlight: der AUDI A3 der kommenden Generation. Er nutzt als erstes Modell der Marke den Modularen Infotainment Baukasten. Quelle: dapd
Auf der CeBIT 2012 präsentiert Microsoft sein neues „Windows 8 to go“, eine besonders mobile Variante seines neuen Betriebssystems. Das System kann über einen USB-Stick auf jeden Rechner geladen werden, auf dem der Vorgänger Windows 7 installiert ist. Für den Fall, dass der Stick verloren geht, sind die Daten mit einer Verschlüsselungstechnik (Bitlocker) gesichert. Das Angebot richtet sich aus Sicht des Unternehmens an die Erfordernisse unserer Zeit: die IT-Verantwortlichen in den Unternehmen müssten eine immer größere Zahl an mobilen Geräten managen und pflegen. Windows 8 könne dabei helfen, die Kundenbeziehungen und die Arbeit der Mitarbeiter zu erleichtern. Mit Windows 8, das speziell auch auf die Bedienung über berührungsempfindliche Displays ausgelegt ist, will der Softwarekonzern endlich den Sprung auf die populären Tablet-PCs schaffen. Die „Neuerfindung“ von Windows soll im Herbst 2012 auf den Markt kommen. Quelle: dpa
Die intelligente Käsetheke erkennt, auf welche Ware oder Angebotstafel Kunden deuten. Eine über der Frischetheke angebrachte Tiefenkamera ermittelt auf zwei Zentimeter genau das Ziel einer Zeigegeste. Informationen über das gewählte Produkt werden auf einem Display angezeigt. Kunden interagieren natürlich, ihre Wünsche werden verstanden, Nachfragen, Missverständnisse vermieden, die Beratung wird verbessert. Ein wahres Käseparadies. Weitere Informationen: www.innovative-retail.de Quelle: AP

USB-Stick als Kopie des digitalen Schreibtisches

Tatsächlich nämlich haben IBMs Zürcher Softwerker mit dem "Secure Enterprise Desktop" - kurz Secure-ed - genannten Gerät eine Technologie marktreif gemacht, bei der es reicht, den USB-Stecker an einen PC anzuschließen und den Rechner neu zu starten. Danach übernimmt die Software im Stick die Kontrolle, baut über das Unternehmensnetz oder eben auch via Internet eine verschlüsselte Verbindung zum Server auf, auf dem die individuelle Benutzeroberfläche und die Daten des Mitarbeiters liegen.

Der Stand von IBM auf der Cebit 2012 - Das Unternehmen arbeitet derzeit an einen Stick, der zukünftig einen kompletten Arbeitsplatz-PC ersetzen soll. Quelle: REUTERS

Je nach Qualität der Verbindung zieht der Secure-ed in einigen Sekunden bis wenigen Minuten alle notwendigen Daten übers Netz, um den aktuellen Arbeitsplatz steuern zu können und eine Kopie des regulären digitalen Schreibtisches zu erstellen. Alle Daten bleiben dabei komplett von denen des "gastgebenden" Computers abgeschottet und verschlüsselt. Ist die Arbeit getan, reicht es, wenn sich der mobile Mitarbeiter wieder vom Server abmeldet und den USB-Stecker abzieht.

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