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CeBIT-Schwerpunkt Alle ans Netz: Deutschland im Breitband-Fieber

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Auch Deutschlands zweitgrößte Programmschmiede, die Software AG mit Sitz in Darmstadt, erwartet von schnelleren Bandbreiten zusätzliches Geschäft. Das Unternehmen hofft unter anderem auf Aufträge zur Modernisierung von Verwaltungen. Viele Kommunen bauen gerade ihr Internet-Angebot aus. Wie etwa die Stadt Hanau, die Informationen aus verschiedenen Ämtern in einem kompletten Stadtinformationssystem zusammenführt, das ab dem Frühjahr allen Bürgern per Internet zugänglich gemacht wird.

Weitere IT-Großprojekte werden auf Bundesebene vorangetrieben. Dabei wird etwa der ePerso, ein elektronischer Personalausweis im Scheckkartenformat, das Verhältnis von Bürgern, Behörden und Unternehmen nachhaltig verändern. Von der digitalen Bürgerkarte und dem darin gespeicherten Passbild verspricht sich nicht nur die Polizei mehr Schutz gegen Fälschungen.

Auch Unternehmen erwarten mehr Sicherheit beim Internet-Handel: Im Ausweis können Nutzer eine digitale Unterschrift hinterlegen. Damit kann sich der Besitzer im Netz ausweisen, Verträge rechtssicher elektronisch signieren oder Behördengänge online erledigen. In Zukunft muss der Kunde nicht mehr unbedingt per Kreditkarte zahlen oder per Nachnahme bestellen. Dem Verkäufer wird die digitale Bestätigung der Identität über den ePerso für die Lieferung auf Rechnung reichen.

Selbst die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen über das Internet wird mit dem digitalen Ausweis denkbar. Der ePerso soll im November 2010 das aktuelle Plastikdokument ablösen.

Nachhaltige Förderung für Innovationen notwendig

So weit ist das – neben ePerso und Gesundheitskarte – dritte digitale Großprojekt von Bund und Bürgern noch nicht: die sogenannten Bürgerportale. Ziel des Anfang Februar von der Bundesregierung verabschiedeten Gesetzentwurfes ist der Aufbau einer neuen, sicheren Kommunikationsplattform neben dem Internet. Darüber sollen Behörden, Bürger und Unternehmen vertragsrelevante oder geschäftskritische Dokumente austauschen können. Digitaler Datenaustausch also, der „mangels Sicherheit, Verbindlichkeit und Vertraulichkeit im Internet bisher nicht möglich ist“, verspricht der Entwurf.

Für Martin Jetter, Deutschland-Chef des US-Technologiekonzerns IBM, sind die geplanten Breitband- und IT-Investitionen der Regierung in Höhe von 500 Millionen Euro nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro in die Hand nimmt, um nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu steigern“, sagt Jetter.

Die zusätzlichen Millionen sollten vor allem in intelligente Dienste und Innovationen fließen, zum Beispiel in der Verkehrs- oder Medizintechnik. Jetter: „Es müsste eine andere Balance zwischen Gehirnschmalz und Beton geben.“

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