WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Cortana, Siri, Google Now Sprachassistenten verändern unser Leben

Mit Windows 10 erobern sprachgesteuerte Assistenten auch den PC. Das verändert das Zusammenspiel von Mensch und Maschine radikal. Computer lernen, den Menschen zu verstehen.

Von MS-DOS bis Windows 10
Gründung Quelle: dpa/picture-alliance
MS Dos Quelle: dpa Picture-Alliance
MS DOS Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 2 Quelle: Presse
Microsoft NT Quelle: Presse
Bill Gates stellt die Version 95 des Betriebssystems vor Quelle: dpa
Windows 98 (1998)1998 kommt Windows 98 als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt. Mit der 98er-Version unterstützt das Microsoft-Bertiebssystem unter anderem erstmals von Haus aus den damals neuen USB-Standard und auch die Verwendung von mehreren Monitoren an einem Rechner. Quelle: REUTERS

Die Zeiten sind vorbei, da Menschen, die gestikulierend und vor sich hin sprechend auf der Straße standen, als – vorsichtig formuliert – mental angeschlagen galten. Heute ahnt der mobilkommunikative Zeitgenosse: Der einsame Plauderer nebenan ist kerngesund, hat den Hörer der Freisprecheinrichtung im Ohr und telefoniert mit entfernten Gesprächspartnern. Oder er wendet sich gerade direkt an sein Handy: „Hey Siri“, „Hey Cortana“, „Okay Google“, die klassischen Signalsätze, um die Spracherkennung in den Handys von Apple, Microsoft oder mit Googles Android zu aktivieren.

Wie klug sind die Sprachassistenten im Vergleich?

Künftig kommen solche Zwiegespräche zwischen Mensch und Maschine nicht mehr nur auf der Straße vor – sondern auch am Schreibtisch. Denn so wie heute Millionen von Smartphone-Besitzern Apples sprachgesteuerten, digitalen Assistenten Siri in ihren iPhones nutzen oder den Cyber-Sekretär Google Now in Android-Telefonen, werden wir künftig auch unseren Schreibtisch-PCs Aufträge diktieren – und sie werden uns antworten.

Verantwortlich für den Sprung dieser Technik in die klassische PC-Welt ist Microsofts neues Windows 10. Das wird der Softwaregigant ab Ende Juli nicht bloß weltweit Abermillionen Kunden als kostenlosen Download anbieten. Es beherbergt zugleich mit der App Cortana erstmals einen kommunikativen Softwareassistenten als Kernfunktion eines PC-Betriebssystems: Ohne dass der Nutzer noch einen Buchstaben tippen müsste, lauscht der Rechner dann seinen Befehlen.

Die psychische Grenze sinkt

Auf eine vergleichbare Funktion warten Apple-Anwender bei ihren Mac-Computern bis heute. Und das, obwohl die Kalifornier ihre Sprachsoftware Siri schon 2011 mit dem iPhone 4s vorgestellt und damit die quasi natürliche Kommunikation mit der Maschine eingeführt haben. Auch Microsoft hat Cortana bereits vergangenes Jahr in einer Vorabversion auf seine Lumia-Telefone gebracht, der BlackBerry Assistant lauscht mittlerweile ebenso aufs Wort, und Amazons Echo oder demnächst wohl Facebooks Moneypenny wollen da ebenfalls nicht abseits stehen.

Wie Windows wurde, was es ist

Zudem mit der Ausbreitung der Technik zugleich die Akzeptanz wächst: Nutzte laut Verbrauchs- und Medienanalyse noch vor zwei Jahren nur knapp jeder zehnte Deutsche über 14 Jahren die Sprachsteuerung seines Handys, war es 2014 schon rund jeder sechste. Und mit dem Sprung der Technik auf den Tischrechner wird sich dieser Trend noch beschleunigen.

Plaudern mit dem PC, das ist viel mehr als bloß ein nettes Feature. „Wenn Millionen von Nutzern plötzlich in natürlicher Sprache mit ihren Rechnern kommunizieren, wird das den Umgang mit der Technik grundlegend verändern“, sagt Reinhard Karger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI). Bisher habe der Zwang zur händischen Eingabe stets als technische und psychische Grenze zwischen Mensch und Elektronenhirn gestanden. „Wenn wir aber künftig mit dem Rechner wie mit einem Freund oder Bekannten reden, definiert das auch die Beziehung neu.“

Zudem einige Programme immer besser werden, vor allem Google Now antwortet erstaunlich ausführlich und korrekt. Künftig nun wissen auch die grauen Kästen auf dem Schreibtisch die Antwort auf die Frage nach dem nächsten Spiel des Lieblingsvereins oder berichten auf Wunsch, wie es an der Börse läuft.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%