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Cyber-Angriffe Sie nennen es Krieg

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Sony-Logo Quelle: dapd

In ihren Bekenner-Nachrichten verweisen Hacker auch auf Tauschplattformen wie PirateBay und Onlinedienste wie depositfile.com, wo sie die erbeuteten Dokumente hinterlegen. Andere veröffentlichen Fotos auf Internetseiten wie imgur.com. Dort ist dann ein Bild vom Bildschirm des Hackers zu sehen, der eine Liste mit erbeuteten Dokumenten zeigt. Auf einigen Plattformen wird ein Pseudonym benötigt, dazu ein Nutzerkonto und ein mit technischen Mitteln schwer zu knackendes Passwort wie 9srG4&Duu8sdW. Zu dem Nutzerkonto gehört wiederum eine E-Mail-Adresse irgendwo im Netz mit einem ebenso starken Passwort. Dorthin, das würde zumindest zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen gehören, surfen die Hacker, indem sie ein Programm namens Tor benutzen, dass ihre IP-Adresse und damit ihre Herkunft endgültig verschleiert.

Spuren verwischen oder keine hinterlassen: Anonymous verschließt ziemlich effektiv den Weg vom veröffentlichten Dokument zum einzelnen Hacker.

Für Journalisten ist schwer zu erkennen, ob die Dokumente halten, was ihnen die Hacker versprechen. Für einige Funde muss man beispielsweise Datenbankprogramme im SQL-Format beherrschen. Außerdem sind die Dokumente in Dutzenden von Sprachen verfasst, eben dem Ursprung entsprechend.

Auch Hacker machen Fehler

So bleibt am Ende vor allem eins: Die Hacker stellen Konzerne und Behörden bloß, die ihnen reichlich Gelegenheit dazu geben, weil sie offensichtlich nicht in der Lage sind, Daten sicher zu verwahren.

Auf der anderen Seite sind auch Hacker nicht unfehlbar. Der eine oder andere hinterlässt bei seinen Einbrüchen doch eine Spur.

Eine von ihnen führte die amerikanischen Ermittler zu Christopher Wayne Cooper. Der 23-Jährige lebt in einem Dorf namens Elberta im Süden der USA. Fotos zeigen ihn als stämmigen jungen Mann mit kurz geschorenen Haaren, mehr Junge als Mann. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Dezember die Internetseiten der Kreditkartenfirmen Mastercard und Visa lahmgelegt zu haben. Cooper schweigt zu den Vorwürfen.

Journalisten, die in die 500-Seelen-Gemeinde reisten, fanden niemanden, der ihn kennt. In einem lokalen Blog wird er von einem einzigen Bürger auf nicht gerade schmeichelhafte Weise beschrieben: "Der Kerl ist ein Verlierer. Das weiß ich aus erster Hand."

Viel Mitleid, so viel ist klar, wird Cooper in Elberta nicht finden. Der Hacker nimmt es mit schwarzem Humor. Auf Twitter schrieb er dieser Tage: "Bin gerade beim Bundesgericht, um einen Drogentest zu machen. Yay!"

Dieser Artikel erschien zuerst auf Zeit.de

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