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Datensicherheit Lautlose Attacken aus dem Netz

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Milliardenschwere Schäden

Eine Frau betrachtet die Internetseite vom Sony PlayStation Network mit einem Hinweis, dass der Server momentan nicht erreichbar ist Quelle: dpa

Beim ersten Angriff waren mehr als 75 Millionen Nutzer des Playstation Network sowie des Video- und Musikdienstes Qriocity betroffen. Sony schaltete daraufhin den Betrieb des Online-Netzwerkes ab und rief seine Kunden auf, Bankabrechnungen sorgfältig zu kontrollieren.

Experten schätzen den wirtschaftlichen Schaden all dieser Fälle auf mehrere Milliarden Euro.

Wie hoch der Schaden für den Sport- und Modeartikler Adidas sein wird, ist noch nicht zu beziffern. Nach einem massiven Hackerangriff musste der Konzern jüngst zahlreiche Web-Seiten mehrere Tage vom Netz nehmen. Betroffen waren unter anderem sämtliche Online-Shops, mit Ausnahme des größten in den USA. Kundendaten seien wohl nicht betroffen, beteuert das Unternehmen.

Trotzdem muss der Dax-Konzern nun um das Vertrauen der verunsicherten Kunden werben.

Die Beispiele der jüngeren Vergangenheit führen den Verantwortlichen vor Augen, wie durchlässig ihre Abwehrmauern sind. Und fast täglich kommen neue Hiobsbotschaften hinzu.

Doch offenbar sind die Warnschüsse noch immer nicht laut genug. Denn nur jedes dritte mittelständische Unternehmen verfügt aktuell über ein umfassendes Sicherheitskonzept, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) festgestellt hat.

Schuhe des Sportartikelherstellers Puma Quelle: dpa

Großer Test im Innenministerium

„Auch Firmen, die sich bisher nicht als potenzielles Angriffsziel sahen, hören die Einschläge näher kommen“, sagt Thomas Koelzer, Vorstand Business Security beim Sicherheitsdienstleister Secunet.

Selbst die Bundesregierung hat die Gefahr erkannt. Seit 1. April versucht ein Nationales Cyber-Abwehrzentrum das weitgehend unkoordinierte Vorgehen staatlicher Stellen in Sachen IT-Sicherheit zu verbessern. Das Bundeswirtschaftsministerium baut derzeit eine IT-Taskforce auf.

Und das Innenministerium plant für den 30. November und 1. Dezember einen großen Test: An beiden Tagen sollen Hacker im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Computernetze von Bundesregierung, Behörden und Betreiber lebenswichtiger Infrastrukturen angreifen.

Mit dem geplanten Cyberkrieg will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich die Folgen eines Angriffs auf Deutschland unter möglichst realitätsnahen Bedingungen durchspielen. Dass ein solcher Krieg realistisch ist, hat Estland vor vier Jahren erlebt. Dort wurden nach einem Angriff Regierungsstellen, die größte Bank und einige Versorgungsunternehmen auf einen Schlag stillgelegt.

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