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Denkfabrik

Das Internet bremst das politische Interesse der Jungen

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Information bei Bedarf statt regelmäßig

Auf den ersten Blick wirkt diese Entwicklung kurios. Noch nie war das Informationsangebot so groß, der Zugang zu Themen und Interessengebieten so breit und unkompliziert wie heute. Gerade junge Menschen nutzen die neuen Medien intensiv, sind einen großen Teil des Tages online und informieren sich zu den Themen, die sie interessieren, vor allem im Netz.

Doch alles deutet darauf hin, dass gerade das enorme Informationsangebot und die Veränderung des Informationsverhaltens das Interessenspektrum verengen. Bei Jüngeren spielt heute das Internet für die Information eine wesentlich größere Rolle als Zeitungen und Fernsehen. Dies ist jedoch kein Substitutionsprozess, bei dem dieselben Informationen nur über ein anderes Medium bezogen werden. Das Informationsverhalten verändert sich durch das Internet grundlegend: An die Stelle der regelmäßigen Information tritt zunehmend die Information bei Bedarf. Da Informationen rund um die Uhr und überall verfügbar sind, rufen viele Informationen dann ab, wenn sie sie brauchen und Zeit haben.

Selektive Information im Netz

Es macht jedoch einen großen Unterschied, ob man sich kontinuierlich mit politischen, wirtschaftlichen oder anderen Themen beschäftigt oder sporadisch und anlassgetrieben. Die große Mehrheit informiert sich im Netz über aktuelle Ereignisse, aber nur eine Minderheit regelmäßig. Die Information im Netz erfolgt auch selektiver. Es werden vor allem Informationen abgerufen, die von vornherein interessieren, das meiste andere wird ausgeblendet. Interesse an Politik oder Wirtschaft entsteht aber im Allgemeinen nicht plötzlich, sondern wächst meist in einem längeren Prozess, bei dem man sich immer wieder mit Themen beschäftigt, die zunächst kompliziert erscheinen.



Der Prozess einer allmählichen Annäherung kommt heute teilweise nicht mehr in Gang, weil sich schon Kinder und Jugendliche an eine scharfe Selektion entlang ihrer bestehenden Interessen gewöhnen. Daher ist es ein Irrglaube, dass man gerade die junge Generation mit allen Informationen gut über das Netz erreicht: Man spricht die ausgeprägt an einem Thema Interessierten an – während die Mehrheit der moderat oder nicht Interessierten generell immer schwerer zu erreichen ist.

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