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Deutsche Startups auf USA-Kurs “Vergesst, was euch in der Heimat erfolgreich gemacht hat”

Der Großraum San Francisco, samt Silicon Valley, ist das internationale Sprungbrett für Startups aus dem Web- und Technologiebereich. Oliver Hanisch vom German Silicon Valley Accelerator berichtet, wie seine Organisation deutschen Jungfirmen beim US-Markteinstieg hilft. Und woran sie denken sollten.

Die beliebtesten Investitionsstandorte der Welt
Platz 9Frankreich liegt im Ranking ganz hinten. Von 808 befragten Managern internationaler Unternehmen nannten nur 6 Prozent Frankreich als einen der besten Investitionsstandorte der Welt. Immerhin: 2012 waren es sogar nur 3 Prozent. Quelle: dpa
Platz 86 Prozent der befragten Manager nennen Großbritannien als einen der attraktivsten Standorte für Investitionen. Auch im Vorjahr lag das Land bei 6 Prozent. Großbritannien wird vor allem von US-Investoren bevorzugt. Quelle: dpa
Platz 7Polens Pemierminister Donald Tusk kommt mit seinem Land nur auf 10 Prozent der Stimmen (2012: 6 Prozent) Quelle: dpa
Platz 614 Prozent der befragten Manager bezeichnen Deutschland als einen besten Investitionsstandorte der Welt. Im Vorjahr waren es 13 Prozent. Besonders geschätzt wird Deutschland für seine gute Infrastruktur, die Qualifikation der Arbeitskräfte und das soziale Klima. Bemerkenswert ist das anhaltend große Interesse chinesischer Unternehmen an Investitionen in Deutschland: Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 46 Projekte chinesischer Investoren gezählt (2011: 45); das waren so viele wie in keinem anderen Land Europas. Quelle: Reuters
Platz 5Etwas abwärts ging es für Indien: 19 Prozent befanden Indien für investitionswürdig. 2012 waren es noch 21 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 4Russland wurde von 20 Prozent als begehrter Investitionsstandort genannt. Kaum verändert hat sich die Beliebtheit im Vergleich zum Vorjahr, da waren es 19 Prozent. Quelle: dpa
Platz 325 Prozent der befragten Manager nannten die USA als attraktiv für Investitionen. 2012 waren es noch 19 Prozent. Quelle: dpa

netzwertig.comDie Gründer eines jeden deutschen Startups profitieren davon, einige Zeit in der Gegend rund um das Silicon Valley und die benachbarte Metropole San Francisco zu verbringen. Davon ist Oliver Hanisch, einer der drei Initiatoren des German Silicon Valley Accelerator (GSVA), überzeugt. Seit Anfang 2012 hilft die Organisation aufstrebenden Web- und Technologiefirmen aus Deutschland, im amerikanischen Markt Fuß zu fassen, dortige Koopertionspartner zu finden und die Kultur zu verinnerlichen, die seit dem Aufkommen der Informationstechnologie regelmäßig Giganten mit weltweiter Bedeutung hervorbringt.

Sprungbrett in die Welt

Dass Hanisch Entrepreneuren empfiehlt, ungeachtet der eigenen Zielmärkte und Expansionspläne kalifornische Luft zu schnuppern, ist natürlich ein stückweit Werbung in eigener Sache. Andererseits macht er deutlich, dass die Lust auf einen Ausflug ins Valley allein nicht genügt, um in das von ihm und seinen Mitstreitern Prof. Dietmar Harhoff und Dirk Kanngiesser betriebene, drei- bis maximal sechsmonatige Accelerator-Programm aufgenommen zu werden. Dazu sind schon konkrete Ziele von Nöten, die sich durch die Präsenz an der US-Westküste eher verwirklichen lassen. Die “Bay Area”, wie die Gegend auch genannt wird, sei aber nach wie vor das Sprungbrett in den internationalen Markt. Insofern dürften die meisten Startups mit großen Zielen einen guten Grund haben, die Region ins Visier zu nehmen. Hierfür bietet die mit Büros in Palo Alto und in der Innenstadt von San Francisco vertretene Institution ein den Einstieg erleichterendes Netzwerk, Mentoring, Workshops sowie eine Arbeitsumgebung mit allem, was fleißige Gründer benötigen.

Um auch die in der Region komplizierte Unterkunftsfrage zu lösen, hat Hanisch in Eigenregie eine “Startup-WG” ins Leben gerufen. Neun Schlafzimmer stehen in dieser im zentralen San Franciscoer Stadteil Nopa gelegenen Wohnung für Übergangs-Expats aus dem Technologie-Sektor zu guten Konditionen bereit – für die, die möchten, betont Hanisch. Ziel des GSVA sei es neben der Vermittlung von Know-how und Kontakten, Startup-Machern aus Deutschland sämtliche organisatorischen Aspekte abzunehmen, die mit einer temporären Dependance in den USA verbunden sind. Gründer sollen sich so vollständig auf die Weiterentwicklung ihres Produkts und ihre US-Mission konzentrieren können.

Investments nicht mehr ausgeschlossen

Rund 30 Jungfirmen wurden bislang von Hanisch und seinem Team unterstützt. Mittlerweile werden zweimal jährlich zwölf in mehreren Auswahlrunden selektierte Startups aufgenommen. Die Teilnahme kostet nichts, gleichzeitig ist mit ihr aber auch kein finanzielles Engagement seitens des GSVA verbunden. Noch nicht zumindest. Hanisch deutet an, dass eine Ergänzung der Initiative um ein Investmentvehikel geplant sei. Dazu würden die “Startup-Beschleuniger” Finanzmittel aus der Privatwirtschaft anwerben. Denn der GSVA als zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziertes Förderprogramm beschränkt sich auf die nicht-monetäre Unterstützung.

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