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Die Woche im Netz

Das Ende der Privatsphäre

Einmal in der Woche blicken wir zurück - auf Phänomene, Hypes und wichtige Entwicklungen im Internet. Worüber es sich nachzudenken lohnt. Diesmal: die Spitzelaffäre.

High-Tech-Gadgets für den Datenschutz
Auto-Transporter Quelle: Presse
DataLocker-Festplatte Quelle: Presse
MyIDkey Quelle: Presse
Blackberry Quelle: Presse
Sprachverschlüsselungssystem Topsec Mobile
Laptop Quelle: Presse
E-Mails Screenshot Quelle: Screenshot


Seit Tagen geht mir ein Zitat nicht mehr aus dem Kopf. Im Jahr 2007 sagte der damalige Google-Chef Eric Schmidt: "If you have something that you don’t want anyone to know maybe you shouldn’t be doing it in the first place" - frei übersetzt: Tue nichts, was du später bereuen könntest.

Der Satz ist fast sechs Jahre alt, doch nie war er so aktuell wie heute. Wer die Enthüllungen über die weltweite Daten- und Informationssammelwut der Geheimdienste verfolgt, der fragt sich fast automatisch: Sind es vielleicht nicht nur meine digitalen Spuren, die les- und sammelbar zu einem Profil geformt werden können? Verliere ich gerade die Kontrolle über meine eigenen vier Wände?
Halten wir noch einmal fest: E-Mails werden mitgelesen, Gesprächsdaten gesammelt, Überweisungen mitgeschrieben; längst geht es nicht mehr nur um Statusupdates bei Facebook, Bestellungen bei Amazon oder Recherchen bei Google, der gesamte Internetverkehr wird überwacht. Sprich: Alles, was wir im Netz machen - ob surfen, schreiben oder lesen -, kann ausgewertet, miteinander verknüpft, gedeutet werden. Mehr noch: Die Meldungen über Wanzen in EU-Büros oder auf G20-Gipfeln zeigen: Die Spitzeleien machen auch vor dem realen Leben nicht halt. Dazu passt auch die Meldung, dass die amerikanische Post den gesamten Briefverkehr abfotografiert und digitalisiert.

Kurz gesagt: Der gläserne Mensch ist Realität. Aufhalten lässt sich diese Entwicklung nicht mehr. Denn selbst wenn der deutsche Geheimdienst nicht weiß, wer ich bin, was ich tue und in Zukunft tun werde, dann ist es eben der amerikanische oder der britische. Und da die Dienste kooperieren, wissen es ohnehin alle.

Zugegeben, auch ohne Geheimdienste war ich schon nicht mehr Herr über meine Daten. Zwar versprachen die Internetkonzerne hoch und heilig, sorgsam mit meinen Daten umzugehen - Eric Schmidt schreibt in seinem aktuellem Buch "Die Vernetzung der Welt: Ein Blick in unsere Zukunft" ganz theatralisch: "Von Firmen wie Google, Apple, Amazon und Facebook wird erwartet, dass sie Daten schützen, Hackerangriffe verhindern und ihren Nutzern die effektivsten Tools bereitstellen, die Kontrolle über Privatsphäre und Sicherheit zu maximieren." Doch die aktuellen Enthüllungen zeigen: Die Internetnutzer verlieren trotzdem Daten oder werden gehackt und bestohlen - wer glaubte, bestimmen zu können, wer welche Daten über wen hält, irrte gewaltig.
Trotzdem lassen mich die jüngsten Nachrichten nicht völlig kalt. Aus mehreren Gründen.

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